Im Zusammenhang mit Feucht- und Schimmelschäden in Innenräumen bestehen zu vielen Fragestellungen große Unsicherheiten. Mit den folgenden FAQ-Katalogen (Fragen und Antworten) hoffen wir, zumindest einige dieser Fragen klären zu können. Sollten bei Ihnen weitere Fragen bestehen, können Sie sich damit gerne an das Schimmelnetzwerk Köln wenden.

Schimmelnetzwerk Köln

Welche Gesundheitsrisiken bestehen bei Schimmelwachstum in Innenräumen?

Es ist bekannt, dass Bewohnerinnen und Bewohner von feuchten/verschimmelten Wohnungen ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen und Atemwegsinfektionen sowie für das Auftreten einer Asthmaerkrankung und die Verstärkung einer vorhandenen Asthmaerkrankung haben. Der Zusammenhang dieser Erkrankungen mit Feuchte-/Schimmelschäden lässt sich aber nur anhand von großen Bevölkerungsstudien mit hoher Anzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigen. Im Einzelfall ist es nicht möglich nachzuweisen, ob eine entsprechende Erkrankung mit dem Aufenthalt in feuchten/verschimmelten Räumen zusammenhängt. Es ist bisher auch unklar, welche biologischen Bestandteile oder Substanzen eines Schimmelschadens tatsächlich die Ursache für die Erkrankungen sind. Ein ursächlicher Zusammenhang besteht nur für Mykosen (Infektionen durch Schimmelpilze).

Ab wann stellt eine Schimmelpilzbelastung eine Gesundheitsgefahr dar?

Bei Schimmelpilzexpositionen wird die Gesundheitsgefahr nicht anhand des Nachweises bestimmter Schimmelpilzspezies, sondern anhand der Disposition (gesundheitlichen Anfälligkeit) der gegenüber Schimmelpilzen ausgesetzten Personen abgeleitet. Eine Gesundheitsgefährdung besteht für folgende Personengruppen:

  1. Personen mit schwerer Abwehrschwäche. Dies muss von einer Ärztin/einem Arzt anhand der Einteilung der Krankenhaushygienekommission am Robert Koch-Institut festgestellt werden.
  2. Personen mit Asthma
  3. Personen mit Zystischer Fibrose (Mukoviszidose)

Wann sollte unter gesundheitlichen Aspekten zum Auszug aus einer Wohnung geraten werden?

Diese Entscheidung muss nach der Bestätigung der Art und des Ausmaßes des Schimmelschadens durch eine Sachverständige/einen Sachverständigen von einer Ärztin/einem Arzt für die oben genannten Risikogruppen getroffen werden.

Gibt es eine Gesundheitscheckliste?

Nein, gibt es nicht.

Welche umweltmedizinischen Untersuchungsmethoden gibt es?

Folgende umweltmedizinischen Untersuchungsmethoden stehen zur Verfügung:

  1. Erhebung der allgemeinen und der speziellen Krankengeschichte
  2. Körperliche Untersuchung
  3. Ermittlung der Abwehrlage anhand der Einteilung der Krankenhaushygienekommission am Robert Koch-Institut
  4. Allergologische Untersuchung, wenn möglich (siehe unten)

Haben Kinder ein erhöhtes Schimmelpilz-Infektionsrisiko?

Es gibt keine Evidenz dafür, dass Kinder ein erhöhtes Risiko für Schimmelpilzinfektionen haben.

Gibt es medizinische Möglichkeiten, Schimmelpilzbelastungen festzustellen?

Nein.

Welche Ärztinnen und Ärzte können gesundheitliche Reaktionen auf Schimmelpilzbelastungen untersuchen?

  • Umweltmedizinerinnen und Umweltmediziner
  • Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner
  • Allergologinnen und Allergologen
  • Infektiologinnen und Infektiologen
  • Mikrobiologeninnen und Mikrobiologen mit Schwerpunkt in medizinischer Mykologie

Welche Untersuchungsmethoden sind zum Nachweis einer Sensibilisierung/Allergie sinnvoll?

  • Allergologische Anamnese
  • Diagnostik einer Typ-I-Allergie:
    - Pricktest (vermutlich spezifischer als Intrakutantest)
    - Intrakutantest (vermutlich sensitiver als Pricktest)
    - Immunoassays (RAST, CAP)
    - Provokationstest zu Ermittlung der klinischen Relevanz der Sensibilisierung (allergische Beschwerden): 
         - konjuktival (an der Bindehaut der Augen),
         - nasal (in der Nase), 
         - bronchial (an den Bronchien)
  • Für die meisten im Innenraum bei Feuchteschäden vorkommenden Schimmelpilze gibt es für die Allergietestung aber keine kommerziell erhältlichen Testextrakte. Daher kann von einem positiven Testergebnis allein nicht auf mögliche gesundheitliche Probleme mit Schimmelpilzbefall im Innenraum geschlossen werden. Auf der anderen Seite schließt ein negatives Ergebnis aber auch mögliche gesundheitliche Probleme aufgrund von Schimmelpilzen, die typischerweise bei Feuchteschäden vorkommen, nicht aus.
  • Der Lymphozytentransformationstest (LTT) ist für die durch Schimmelpilze ausgelösten Allergiearten nutzlos.

Muss die Wohnung während der Sanierung verlassen werden?

Grundsätzlich nicht. Es müssen aber unbedingt wirksame Maßnahmen gegen die Verbreitung der Sporen und der sonstigen Schimmelpilzbestandteile getroffen werden (Staubmanagement!).

Dabei ist die DGUV-Information 201-028 (siehe Link unten) zu beachten.

Folgende Personen dürfen aber während der Sanierung nicht anwesend sein:

  • Personen mit schwerer Abwehrschwäche. Dies muss von einem Arzt anhand der Einteilung der Krankenhaushygienekommission am Robert Koch-Institut festgestellt werden.
  • Personen mit Asthma bronchiale
  • Personen mit Zystischer Fibrose (Mukoviszidose)
DGUV-Information