Informationen zu Cannabis, zum medizinischen Cannabis, zu Prävention und zu Kölner Besonderheiten

© Drogenhilfe Köln

Mit dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) ist der Cannabiskonsum in der Öffentlichkeit legalisiert – unter den Einschränkungen der Konsumverbote nach § 5 KCanG . Damit ist eine regulierte Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken für volljährige Personen möglich – für Minderjährige jedoch weiterhin nicht. Angesichts des nun zu erwartenden erleichterten Zugangs zu Cannbis achten wir verstärkt auf den Gesundheitsschutz der Heranwachsenden.

Das Bundesministerium für Gesundheit und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informieren rund um das Cannabis-Gesetz und klären zu unerwünschten gesundheitlichen Auswirkungen auf:

Bundesministerium für Gesundheit Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Ich bin unter 18 Jahre alt. Welche Konsequenzen hat es für mich, wenn ich Cannabis konsumiere oder besitze?

Wird Cannabis bei Jugendlichen oder Kindern sichergestellt, wird es beschlagnahmt. Eltern werden über den Verstoß informiert. Bei gewichtigen Anhaltspunkten für die Gefährdung des Wohls des Kindes oder des Jugendlichen wird auch unser Amt für Kinder, Jugend und Familie informiert. Wir wirken darauf hin, dass die Kinder oder Jugendlichen geeignete Maßnahmen zur Frühintervention in Anspruch nehmen. Diese Maßnahmen sollen den Kindern und Jugendlichen dabei helfen, ihren Umgang mit Cannabis zu reflektieren, die gesundheitlichen Risiken zu erkennen und einen weiteren Konsum einzustellen.

Wo finde ich als Schüler*in in Köln professionelle Hilfe, wenn ich zu viel kiffe?

Du kannst dich an deine Lehrkräfte und an die Schulsozialarbeiter*innen wenden, die es an vielen Kölner Schulen gibt. Sie sind geschult und können unterstützen und vermitteln. Unterstützung bietet auch das Team der Jugendsuchtberatung "Ansprechbar": der Drogenhilfe Köln:

Jugendsuchtberatung Ansprechbar

Wo finde ich als Erwachsene*r in Köln professionelle Hilfe, wenn ich selbst zu viel kiffe oder jemanden kenne, der zu viel kifft?

Verschiedene Suchtberatungsstellen bieten kostenlos und anonym Suchtberatung an. Sie können die Beratung telefonisch, persönlich und online in Anspruch nehmen.

Fachambulanz Sucht Innenstadt
Sozialdienst Katholischer Männer e. V. Köln (SKM Köln)
Große Telegraphenstraße 31
50676 Köln
Telefon: 0221 / 2074325

Fachambulanz Sucht Innenstadt

Fachambulanz Sucht Porz
Sozialdienst Katholischer Männer e. V. Köln (SKM Köln)
Goethestraße 7
51143 Köln-Porz
Telefon: 02203 / 9553619

Fachambulanz Sucht Porz

Suchtberatung Südstadt
Diakonisches Werk Köln und Region
Kartäusergasse 9-11
50678 Köln
Telefon: 0221 / 1603888

Suchtberatung Mülheim
Diakonisches Werk Köln und Region
Graf Adolfstraße 22
51065 Köln
Telefon: 0221 / 35650601

Suchtberatung Chorweiler
Diakonisches Werk Köln und Region
Seeberger Treff
Braunfelsweg 14
50769 Köln
Telefon: 0221 / 56062087 oder 0221 / 56062089

Suchtberatung Diakonie Köln und Region: Gemeinsam aus der Sucht

Gibt es in Köln Selbsthilfegruppen zu Cannabis?

Es gibt verschiedene Gruppen der Sucht-Selbsthilfe. Die Kölner Suchthilfe e. V. (KSH) hat einige Cannabis-Alkohol-Partydrogen-Selbsthilfe-Gruppen (CAPS).

Informationen und die Kontaktdaten

Wer ist in Köln für Suchtprävention zuständig? Wer führt Präventionsveranstaltung zum Beispiel an Schulen durch?

Unsere Fachstelle Suchtprävention unterstützt und koordiniert die drei auf diesem Gebiet tätigen Träger der freien Wohlfahrtspflege auf Basis des Fachkonzeptes:

  • Drogenhilfe Köln e. V.
  • SKM e. V.
  • SKF e. V. 
Fachkonzept Suchtprävention

Was passiert, wenn ich innerhalb der Verbotszonen kiffe?

Es handelt sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit. Der Sanktionsschwerpunkt liegt auf dem Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen. So kann der Cannabiskonsum in Verbotszonen mit 50 Euro bis 500 Euro oder der Konsum in unmittelbarer Gegenwart von Minderjährigen mit 300 Euro bis 1.000 Euro geahndet werden.

Regeln und Bußgelder zur Cannabiskontrolle vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Verbotzonen

Kann Köln eigene Verbotszonen festlegen?

Ja, bei besonders schützenswerten Einrichtungen, bei denen der Konsum von Cannabis eine Gefahr für die dort befindlichen Personen darstellt, können wir durch ordnungsbehördliche Verordnung Schutzzonen einrichten. In § 5 des Cannabis-Gesetzes ist geregelt, wo ein Konsumverbot herrscht. Zum Beispiel in unmittelbarer Gegenwart von Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, im Umkreis von 100 Metern im Bereich von Schulen, Spielplätzen, Kinder- und Jugendeinrichtungen und öffentlich zugänglichen Sportstätten sowie in deren Sichtweite. In Fußgängerzonen ist der Cannabiskonsum zwischen 7 und 20 Uhr verboten.

Wie und wo kann ich in Köln eine Anbauvereinigung anmelden?

Am 1. Juli 2024 traten die bundesgesetzlichen Regelungen zum gemeinschaftlichen Eigenanbau in Anbauvereinigungen in Kraft. Bevor eine Anbauvereinigung aktiv werden darf, benötigt sie eine behördliche Erlaubnis. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW hat die Zuständigkeit an die jeweiligen Bezirksregierungen übertragen. In Köln ist die Bezirksregierung Köln zuständig.

Cannabis: FAQ zu Anbauvereinigungen vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Fragen und Antworten zu Anbauvereinigungen und das Antragsformular der Bezirksregierung Köln

Wann und wo finden in Köln die vom Gesetz geforderten Schulungen für die Präventionsbeauftragten von Anbauvereinigungen statt?

Anbauvereinigungen sind verpflichtet, geschulte Präventionsbeauftragte zu benennen. Beim Antrag ist eine Bescheinigungen über die Teilnahme an einer Suchtpräventionsschulung bei einer Landes- oder Fachstelle für Suchtprävention oder Suchtberatung oder bei einer vergleichbar qualifizierten öffentlich geförderten Einrichtungen vorzulegen. In Köln befinden sich mehrere entsprechende Fachstellen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Erstellung eines Mustercurriculums für die Schulung der Präventionsbeauftragten in Auftrag gegeben. Mit einem Ergebnis wird Anfang August 2024 gerechnet. Daher liegen noch keine weiteren Informationen zu Umfang Format, Kosten etc. vor.  

Darf ich in Köln einen Cannabis-Shop eröffnen?

Nein, das ist in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Das am 1. April 2024 in Kraft getretene Cannabis-Gesetz ist die erste Säule des Gesetzesvorhabens, die noch keine gewerblichen, gewinnorientierten Anbau- und Vertriebsmöglichkeiten vorsieht.

Wir haben gemeinsam mit der Drogenhilfe Köln, anlässlich der Teil-Legalisierung von Cannabis, eine Plakatkampagne gestartet. Die sechs Plakate sind auffällig, sollen zum Nachdenken anregen und weisen mit einem QR-Code auf Beratungsmöglichkeiten hin.

Plakatkampagne