Auf dieser Seite finden Sie ausführliche Informationen zur Infektion der Geschlechtsorgane mit Herpesviren.

Allgemeines
Übertragungswege und Schutzmaßnahmen
Symptome
Diagnose und Behandlung
Weitere Informationen

Allgemeines

Herpesinfektionen an den Geschlechtsorganen werden durch Herpes Simplex-Viren, kurz: HSV verursacht.

Dabei spielen zwei Typen von Herpesviren eine Rolle. HSV 2 kommt vorwiegend bei Infektionen im Genitalbereich vor. Gelegentlich findet sich aber auch dort HSV 1, der üblicherweise die typischen Lippen- oder Fieberbläschen verursacht.

Nach der erstmaligen Ansteckung verbleiben die Herpesviren lebenslang an den Knotenpunkten der Nerven, die zu der Eintrittsstelle führen. Wenn das Abwehrsystem geschwächt ist - zum Beispiel durch Stress, intensive Sonneneinstrahlung, fieberhafte Infekte oder Menstruation - wandern sie von dort erneut zu dieser Stelle. Es kommt dann zu einem sogenannten Rezidiv mit ähnlichen Bläschen und Geschwüren wie bei der Erstinfektion. Die Beschwerden sind dann aber meist deutlich schwächer. 

Wie jede offene Wunde erhöht eine akute Herpesinfektion das Risiko einer Ansteckung mit dem HI-Virus oder auch einer Syphilis. Bei einer akuten Herpesinfektion der Schwangeren zum Zeitpunkt der Entbindung besteht ein hohes Ansteckungsrisiko für das Neugeborene.

Übertragungswege und Schutzmaßnahmen

Die Ansteckung kann über winzig kleine Hautverletzungen als Eintrittspforte an grundsätzlich jeder Körperstelle und bei jeder sexuellen Praktik stattfinden. Bei direktem Hautkontakt mit den Bläschen oder Geschwüren ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch.

Kondome bieten nur bedingt Schutz, weil sie nicht alle möglicherweise betroffenen Hautstellen abdecken können. Wichtig ist vor allem, jede Berührung der Bläschen und offenen Geschwüre zu vermeiden und sie zusätzlich mit einer virustötenden und austrocknenden Creme abzudecken. 

Auch nach Abheilung der Bläschen lassen sich mit den heute verfügbaren sehr empfindlichen Methoden Herpesviren an der betroffenen Hautstelle nachweisen. Es ist aber umstritten, ob auch in der symptomfreien Zeit bei einem Kontakt mit der infizierten Hautstelle wirklich ein Ansteckungsrisiko besteht.  

Symptome

Die Symptome sind bei der Erstinfektion meist sehr heftig. An der infizierten Körperstelle kann es zunächst jucken oder kribbeln. Später treten brennende Schmerzen und sehr schmerzhafte Bläschen auf, die zu Geschwüren aufplatzen.

Fast immer schwellen die Lymphknoten in der Umgebung sehr schmerzhaft an. Bei der Erstinfektion ist auch hohes Fieber möglich. 

Auch ohne Behandlung verschwinden die Beschwerden nach etwa zwei Wochen und die Bläschen heilen ab. In vielen Fällen treten danach jahrelang oder sogar nie wieder Beschwerden auf. Es ist aber auch möglich, dass sich zunächst in recht kurzem Zeitabstand immer wieder Bläschen und Geschwüre bilden, bis nach einigen Jahren der Herpes schließlich "ausbrennt". 

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose lässt sich meist bereits aufgrund der typischen Beschwerden und Krankheitserscheinungen stellen.

Eine ursächliche Therapie gibt es bisher nicht. Eine Behandlung mit Medikamenten, die das Viruswachstum hemmen, lindert die Schmerzen und fördert die Heilung der Bläschen und Geschwüre. Bei starken Beschwerden werden Tabletten verordnet, sonst sind Salben oder Cremes ausreichend. Nach der Erstinfektion oder bei häufig wiederkehrenden Krankheitsepisoden ist oft für einige Wochen oder Monate eine vorbeugende Einnahme der Tabletten sinnvoll.

Weitere Informationen

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