vom 13. Oktober 2022 bis 16. Oktober 2022

Uhrzeit:

13. Oktober, 8 Uhr bis
16. Oktober 2022, 21 Uhr

Infos:

Preis: kostenlos
Alter: ohne Altersbegrenzung
Anmeldung/Vorverkauf: Es ist keine Anmeldung notwendig.

Die Stadt neu erinnern 

Das klassische Archiv hat die Aufgabe, das kollektive Gedächtnis der Bürger*innen und der Kommune abzubilden. Aber ist diese Form der Dokumentation zeitgemäß und sinnvoll? Wollen wir in Zukunft anders erinnert werden? Vor allem in einer Stadt wie Köln, deren Archiv nach dem Einsturz neu aufgebaut und bewertet werden muss, stellen sich diese Fragen immer wieder neu. Die experimentelle Kunstaktion "Wunderblock oder Das Imaginäre Archiv" des Köln-Berliner Kollektivs mythen der moderne beschäftigt auf dem Friesenplatz interaktiv mit diesem Themenkomplex. Auf der Basis von schriftlichen sowie audio-visuellen Kölner Archivalien und Dokumenten sowie unter Einbeziehung von Beiträgen und Objekten der Kölner*innen entsteht mit künstlerischen Mitteln ein Erinnerungsraum, in dem dem Archivieren und dem Stadtgedächtnis neue Facetten verliehen werden sollen.

In der Kunstaktion entsteht ein imaginäres Archiv, das kaleidoskopartig Bilder, Filme, Texte und Klänge in immer neue Beziehung zueinander setzt. Jeder der elf Performer*innen findet einen eigenen Zugang zu der Vielfalt an historischen, soziologischen und künstlerischen Inhalten und thematisiert damit den Wert und die Formen des Erinnerns und Archivierens. Das Imaginäre Archiv geht spezifisch auf den Kölner Kontext ein, ist jedoch durch ihre in jede Richtung erweiterbaren Facetten von Stadtgedächtnis und Archivwesen übertragbar auf andere Orte. Dabei sollen auch Themen in den Vordergrund rücken, die bisher eine eher untergeordnete Rolle bei der klassischen städtischen Archivarbeit spielen. Beispiele sind Migration, Diversität, Gender oder Postkolonialismus.

Das Imaginäre Archiv besteht aus zwei gläsernen, mit Regalen und audiovisueller Technik ausgestatteten Containern, die in der Dunkelheit als Display für Videos, Diaschauen und live gefilmte Aktionen fungieren. In einer für die Aktion konzipierten Klanginstallation vermischen sich unterschiedliche Ton-Aufnahmen aus dem Kölner Alltag mit aktuellen Geräuschen des Friesenplatz. Protagonist ist die als männlicher Archetyp konzipierte Kunstfigur des "Ewigen Archivars", die in drei Schichten von Schauspieler*innen interpretiert wird. Sie agieren täglich 24 Stunden lang und in insgesamt elf Schichten mit umfangreichem Material aus den letzten 75 originalen Archivboxen des Historischen Archivs Köln. Ergänzt wird es durch den persönlichen Input von Kölner*innen. Die Performer*innen lesen vor, sprechen mit Passanten*innen oder spielen Audio- und Videomaterial ab. Mit einer freien Improvisation stellen sie ihre Sichtweisen auf Biografien, historische Fakten sowie Erzählungen her. Im Prozess des Entdeckens und Ausprobierens wird Dokumentarisches umgedeutet, in andere Zusammenhänge gebracht und neu definiert.

Alle Kölner*innen haben die Gelegenheit, durch eigene Erinnerungsstücke und Erfahrungen zum Projekt beizutragen.

Ab dem 11. Oktober 2022 können persönliche Erinnerungen wie beispielsweise Dias, Fotoalben, Briefe und Tagebücher auf dem Friesenplatz abgegeben werden.

Künstlerische Leitung: Pia Janssen

Konzept und Recherche Bettina Erasmy, Hannes Strobl, Pia Janssen

Autorin: Bettina Erasmy

Klanginstallation: Hannes Strobl

Klangquellen: radio aporee

Bild- und Filminstallation: Pia Janssen

Projektleitung: Lydia Glup und Ruth Prangen

Assistenz: Ella Kühn

Performer*innen: Felix Bold, Felix Breuel, Sina Ebell, Ralf Harster, Burak Hoffmann, Sotiria Lourcopoulos, Aischa-Lina Löbbert, Susanne Seuffert, Olcayto Uslu, Fee Zweipfennig

Kooperationspartner sind der Förderverein Geschichte in Köln, das Historische Archiv Köln und die Hauptschule Großer Griechenmarkt.

Veranstaltungsort
Friesenplatz
Friesenplatz
50672 Köln - Altstadt/Nord

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