Die wichtigsten Informationen zur Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele von Köln.
Warum bewirbt sich KölnRheinRuhr?
KölnRheinRuhr hat ideale Voraussetzungen für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Die Spiele bieten den Athlet*innen die größte Bühne für den größten Moment ihrer Karriere – mit einer hohen Dichte an großen und modernen Sportstätten, einer leistungsfähigen Infrastruktur und einer sportbegeisterten Bevölkerung. Die Bewerbung soll den Zusammenhalt stärken und langfristige Impulse für Sport, Stadtentwicklung und Inklusion setzen. Nordrhein-Westfalen bietet Deutschland und der Welt das Angebot für die nachhaltigsten Spiele.
Welche NRW-Städte beteiligen sich neben Köln an der Bewerbung von "KölnRheinRuhr"?
Es sind insgesamt 17 Städte beteiligt: Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal. Hinzu kommt für die Seegelwettbewerbe Kiel. In jeder Stadt würden Wettstreite ausgetragen. Köln ist Leading City. Was das bedeutet, erklären wir im nächsten Abschnitt.
Was bedeutet "Leading City" für Köln, als eine der vier größten Städte Deutschlands?
Köln wurde im Rahmen der Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele als "Leading City" benannt. Das bedeutet, dass wir das Zentrum der Bewerbung bilden. Geplant ist, dass hier sowohl das Olympische Dorf als auch ein temporäres Leichtathletikstadion entstehen. Nach den Spielen soll dieses Stadion in ein nachhaltiges Stadtquartier umgewandelt werden.
Für welches Jahr bewirbt sich KölnRheinRuhr?
KölnRheinRuhr bewirbt sich für die Ausrichtung der Spiele in einem der Jahre 2036, 2040 und 2044.
Wer bewirbt sich neben der Region KölnRheinRuhr noch aus Deutschland?
Neben der Bewerbung KölnRheinRuhr bewerben sich drei weitere Städte und Regionen beim Deutschen olympischen Sportbund, um Ausrichterin der Olympischen und Paralympischen Spiele zu werden. Dies sind Berlin, Hamburg und München.
Was macht die Bewerbung von KölnRheinRuhr besonders?
Als einzige Bewerberin stützt KölnRheinRuhr ihr Konzept auf Ratsbürgerentscheide in allen beteiligten Kommunen. Rund vier Millionen Menschen können somit selbst über die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele abstimmen. Keine andere Bewerberin bezieht mehr Menschen ein. In Kiel wird ebenfalls ein Ratsbürgerentscheid durchgeführt.
Wie wird verhindert, dass die Bevölkerung übergangen wird?
Die Bewerbung setzt auf Öffentlichkeitsbeteiligung: durch Dialogformate, Informationsveranstaltungen und die geplanten Ratsbürgerentscheide am. Moderne, nachhaltige Spiele kann es nur mit und nicht gegen den Willen der Menschen im Land geben.
Habe auch ich als Kölner Bürger*in ein Mitspracherecht bei der Bewerbung von KölnRheinRuhr als Austragungsort?
Ja, wenn Sie in Köln Ihren Wohnsitz haben, erhalten Sie etwa Mitte März automatisch die Abstimmungsunterlagen per Post. Bis zum 19. April 2026 können Sie dann über die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044 abstimmen.
Was geschieht, wenn die Bürger*innen einer einzelnen Kommune gegen die Olympischen und Paralympischen Spiele stimmen?
Entscheidet sich die Mehrzahl der stimmberechtigten Personen gegen eine Bewerbung, dann nimmt diese Kommune nicht länger an der Bewerbung teil.
Wie inklusiv wären die Olympischen und Paralympischen Spiele in Köln?
Die Paralympischen Spiele sind gleichwertiger Bestandteil der Bewerbung. Barrierefreiheit, Teilhabe und Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung sind zentrale Ziele – sowohl im Sport als auch in der Infrastruktur und Kommunikation.
Olympische und vor allem Paralympische Spiele können somit positives für Menschen mit Behinderung bewirken. Ihre sportlichen Leistungen werden sichtbar gemacht, was die gesellschaftliche Anerkennung fördert. Durch die mediale Aufmerksamkeit werden Vorurteile abgebaut und das Bewusstsein für Inklusion und Barrierefreiheit gestärkt. Die Sportler*innen dienen als Vorbilder, die zeigen, dass eine Behinderung kein Hindernis für Erfolg und Teilhabe ist. Gleichzeitig führen die Spiele oft zu nachhaltigen Verbesserungen in Infrastruktur und öffentlicher Wahrnehmung. Insgesamt tragen sie dazu bei, Menschen mit Behinderung mehr Selbstbewusstsein, Respekt und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Auch mit der Fußball-Europameisterschaft 2024 haben wir uns durch zahlreiche Aktionen für Menschen mit Behinderung eingesetzt und die Teilhabe am Sport und der Gesellschaft gefördert. Die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele KölnRheinRuhr werden Spiele mit und für alle Menschen darstellen.
Welche Auswirkungen und Vorteile haben Olympische und Paralympische Spiele auf die Entwicklung der Gastgeber-Region KölnRheinRuhr?
Für die Olympischen Spiele wird in die Zukunft einer nachhaltigen Entwicklung geblickt, da das Konzept auf kompakte Spiele, kurze Wege und eine grüne Ausrichtung setzt. Die Bewerbung verpflichtet sich den Nachhaltigkeitsstandards des IOC und wird durch unabhängige Gremien begleitet. Es gibt klare Pläne zur Nachnutzung und transparente Berichterstattung. Die Region will ein neues Modell für nachhaltige Spiele etablieren. Ein zentrales Beispiel ist das Olympische und Paralympische Dorf, das nach den Spielen Lebensumfeld für rund 10.000 Menschen bieten würde. Gleichzeitig würden Investitionen in ÖPNV, Sportstätten, Digitalisierung und Barrierefreiheit fließen, die die Lebensqualität in der Region langfristig verbessern. Darüber hinaus sorgen die Spiele für internationale Aufmerksamkeit und setzen Impulse für Tourismus und wirtschaftliche Aktivitäten. Sie fördern den Sport in all seinen Facetten, stärken die Inklusion und das gesellschaftliche Miteinander und bieten die Chance, die Region als innovatives, weltoffenes Zentrum sichtbar zu machen.
Welchen Nutzen hat der Sport in NRW von der Bewerbung?
Die Bewerbung stärkt die politische Unterstützung für den Sport und die Sportförderung. So wird in 2026 ein neues Förderprogramm des Landes für die Sanierung von Sportstätten für den Breitensport im Umfang von 600 Millionen Euro gestartet. Ebenfalls in 2026 wird die Förderung von Trainer*innen im Nachwuchsleistungssport deutlich verbessert. Für Übungsleitungen in Sportvereinen werden ab 2026 kostenlose Aus- und Fortbildungen angeboten.
Wie viele Tickets soll es für die Olympischen und Paralympischen Spiele in der Region Rhein-Ruhr geben und kann ich mir diese leisten?
Das Konzept mit den Sportstätten in KölnRheinRuhr sieht vor, dass rund 14 Millionen Tickets verkauft werden können.Das Konzept zielt auf Nachhaltigkeit und erschwingliche Preise ab, um Sportbegeisterte aus der Region und darüber hinaus anzuziehen.
Welche Sportarten sollen in Köln ausgetragen werden und wo finden diese statt?
So planen wir die Kölner Sportstätten zu nutzen:
- LANXESS arena: Bodenturnen, Geräteturnen, rhythmische Sportgymnastik, Trampolinturnen
- RheinEnergieSTADION: Fußball und Siebener-Rugby
- Jahnwiese / Sportpark Müngersdorf und Poller Wiesen: Bogenschießen
- Sportpark Müngersdorf: Tennis
- Albert-Richter-Velodrom: Bahnradrennen
- Strecke "Rund um Köln": Straßen-Radsport
- Fühlinger See: Marathonschwimmen
- Temporäres Olympiastadion: Leichtathletik
Folgende Austragungsorte sind für die Paralympischen Spiele vorgesehen:
- LANXESS arena: Rollstuhlbasketball, Rollstuhlrugby, Sitzvolleyball
- Jahnwiese / Sportpark Müngersdorf und Poller Wiesen: Para-Bogenschießen
- Sportpark Müngersdorf: Rollstuhltennis
- Albert-Richter-Velodrom: Para-Bahnradsport
- Strecke "Rund um Köln": Para-Straßen-Radsport
- Temporäres Olympiastadion: Para-Leichtathletik
Wo soll das temporäre Leichtathletik-Stadion gebaut werden? Was passiert nach den Spielen mit dem Stadion?
Das temporäre Leichtathletikstadion soll im Norden Kölns, genauer gesagt im geplanten Stadtteil Kreuzfeld entstehen. Der Bau würde erst nach einer Zusage durch das Internationale Olympische Komitee in den Jahren nach 2026 beginnen.
Was würde dann im Nachgang aus einem Leichtathletik-Stadion?
Grundsätzlich steht die Nach- und Weiternutzung der olympischen Strukturen im Vordergrund des weiteren Entwicklungsprozesses – ganz im Sinne einer nachhaltigen Flächenentwicklung. So sollen im Zuge weiterer Planungen des olympischen Dorfes und des temporären Leichtathletik-Stadions die jetzigen konzeptionellen Strukturen Kreuzfelds aufgegriffen werden. Ein temporäres Stadion bedarf einer zentralen, gut erreichbaren Lage, die sorgfältig zu prüfen ist. Gleichzeitig muss es sich eingliedern in die langfristigen Konzeptionen für die Weiterentwicklung Kreuzfelds als vielseitiger Sport-, Spiel- und Erholungs-, Bildungs- oder Wohnraum.
Die sogenannten Kreuzfelder "Hoods" können als Siedlungsinseln mit der zentralen, flexiblen Struktur und modularer Bauweise temporär zur siedlungsbezogenen Unterbringung der Athlet*innen und Deckung infrastruktureller Bedarfe genutzt werden. Bauliche Strukturen sind daher so zu entwerfen, dass ein adäquates und einladendes Olympia-Quartier entsteht, das den Anforderungen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) entspricht. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass dieses dem nachfolgenden Wohnquartier Kreuzfeld einen dauerhaften funktionalen Mehrwert bietet.
Was würde eine erfolgreiche Bewerbung von KölnRheinRuhr für die Entwicklung von Kreuzfeld bedeuten?
Eine erfolgreiche Bewerbung geht einher mit einer Weiterentwicklung des vorliegenden Konzeptes, das die olympischen und paralympischen Anforderungen berücksichtigt. Das Konzept für den neuen Stadtteil fußt auf einem robusten und flexiblen Grundgerüst. Das heißt: Auf dieser Planung kann aufgesetzt werden – einerseits für die Fortentwicklung Kreuzfelds und andererseits für spezifische Bedarfe und Anforderungen im Kontext Olympischer und Paralympischer Spiele. Die bereits vorhandene Planung könnte dementsprechend auch mit spezifischen Bedarfen für Olympische und Paralympische Spiele weiterentwickelt werden.
Welche positiven Effekte können von einer erfolgreichen Bewerbung KölnRheinRuhr für den Stadtteil Kreuzfeld ausgehen?
Eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele kann Katalysator für die Entwicklung Kreuzfelds sein. Vor allem mit Blick auf die Priorisierung, Finanzierung und Verbesserung der infrastrukturellen Bedarfe im Kölner Norden können positive Impulse von einer erfolgreichen Bewerbung ausgehen, wie beispielsweise die Qualifizierung der S-Bahn-Station Blumenberg sowie der Ausbau und die Verlängerung des Blumenbergswegs mit Anschluss an die A57. Hier bedarf es einer engen Abstimmung mit den Verantwortlichen von Bund, Land und Deutscher Bahn.
Die Umsetzung Olympischer und Paralympischer Spiele hätte den maßgeblichen Vorteil, die Ertüchtigung und den Ausbau des erforderlichen Infrastrukturpaketes auf Straße und Schiene auf übergeordneter Ebene zu priorisieren und dadurch unter Umständen auch zu beschleunigen. Insgesamt zeigen zahlreiche ehemalige Austragungsorte, dass die Austragung olympischer und paralympischer Spiele ein sehr positiver Katalysator für die Stadtentwicklung sein kann. Wir möchten diese Chance nutzen.
Wann würde Kreuzfeld nach jetzigen Planungen fertiggestellt werden? Kann es durch die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele zu einer zeitlichen Verzögerung kommen?
Der bisherige Erschließungs- und Aufsiedlungszeitraum Kreuzfelds ist nach erfolgreicher Planrechtsschaffung voraussichtlich zwischen 2032 und 2040 avisiert. Bestandteil der Planung ist allerdings, dass geplante übergeordnete Infrastrukturmaßnahmen, wie der Ausbau des Blumenbergswegs (Landesstraße 43) und die gemeinsam mit der Deutschen Bahn und go.Rheinland zu ertüchtigende S-Bahn-Station Blumenberg, in einem zeitlichen Einklang realisiert werden können. Bestrebungen um Olympische und Paralympische Spiele hätten den maßgeblichen Vorteil, diese Infrastrukturpakete auf übergeordneter Ebene zu priorisieren und somit einen zeitlichen Anschub für verschiedene Projekte zu leisten.
Was kosten Olympische und Paralympische Spiele in KölnRheinRuhr?
Bei der Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele differenziert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zwischen drei Formen von Kosten. Das sind die Bewerbungskosten, die Durchführungskosten für die Spiele (das sogenannte Games Organising Budget) und zuletzt die Kosten für notwendige Investitionen in die Infrastruktur, die für die Durchführung der Spiele getätigt werden müssen (Investitionskosten).
Die Bewerbung KölnRheinRuhr setzt bewusst auf bestehende Infrastruktur – 100% der benötigten Sportstätten sind bereits vorhanden oder werden temporär errichtet, also wieder abgebaut oder in anderer Funktion nachgenutzt. Das reduziert die Kosten erheblich. Hier wird auf Nachhaltigkeit und Nachnutzung gesetzt, sodass Investitionen in Infrastruktur langfristig den Menschen im Land zugutekommen.
Die Kosten für die Durchführung der Spiele (das Durchführungsbudget) werden vollständig über Einnahmen durch TV-Rechte, Werbung und Zuschüsse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) abgedeckt. Öffentliches Geld würde nur für Sicherheit und medizinische Versorgung eingesetzt. Ein ausgeglichenes Durchführungsbudget ist – unabhängig von dem Bewerber– das klare Ziel Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland.
Demgegenüber stehen vielfältige Einnahmepotentiale, die sich u. a. aus Beiträgen des Internationalen Olympischen Komitees, Sponsorenbeiträge sowie Ticket- und Merchandise-Verkäufen ergeben. Für die Durchführung Olympischer und Paralympischer Spiele in KölnRheinRuhr rechnet der Deutsche Olympische Sportbund nach heutigem Stand mit einem Gewinn von mehreren Hundert Millionen Euro. Auch aus den Erfahrungen der Spiele in Paris 2024 kann KölnRheinRuhr sagen: Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland sind eine Investition in die Zukunft mit klaren Finanzierungsmodellen und langfristigem Nutzen für Gesellschaft und Sport.
Klar ist: Bis zu einer möglichen Austragung im Jahr 2036, 2040 oder 2044 reicht der Planungshorizont bis zu 19 Jahre. Daher werden alle Prognosen und Berechnungen fortlaufend aktualisiert und die prognostizierte Preisentwicklung stets einberechnet.
Was bedeutet der Begriff Durchführungskosten?
Die Durchführungskosten (das sogenannte Games Organising Budget) umfassen nach Berechnungen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) alle Ausgaben für die Organisation und Durchführung der Olympischen und Paralympischen Spiele selbst. Dazu zählen insbesondere Kosten für den Betrieb und die temporäre Ertüchtigung der Wettkampfstätten, für den Betrieb des Olympischen und Paralympischen Dorfes während der Spiele, Personal, Transport und Logistik, Technik, Veranstaltungen, temporäre Infrastruktur sowie Organisation und Verwaltung. Dauerhafte Neubauten und langfristige Infrastrukturprojekte sind nicht Teil der Durchführungskosten. Diese fallen in ein separates Investitionskostenbudget.
Grundsätzlich wird bei Olympischen und Paralympischen Spielen ein ausgeglichenes Durchführungsbudget angestrebt. Die Kosten werden dabei überwiegend aus privaten Einnahmen finanziert, etwa durch Ticketverkäufe, Sponsoring, Vermarktungsrechte und Beiträge des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Öffentliche Mittel sind in der Regel nur für staatliche Aufgaben wie Sicherheitsmaßnahmen und medizinische Versorgung im öffentlichen Raum vorgesehen. Das zeigen auch die Erfahrungen aus Paris 2024 sowie von diversen internationalen Sportgroßveranstaltungen.
Wie hoch sind die prognostizierten Durchführungskosten für KölnRheinRuhr?
Die prognostizierten Durchführungskosten für Olympische und Paralympische Spiele in KölnRheinRuhr wurden vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gemeinsam mit externen Partnern ermittelt. Nach aktuellem Stand liegen die Durchführungskosten zwischen 4,8 und 4,9 Milliarden Euro. Für die Deckung der Durchführungskosten werden keine öffentlichen Mittel benötigt. Lediglich für die Paralympischen Spiele ist voraussichtlich ein begrenzter Zuschuss aus der öffentlichen Hand einzuplanen.
Den Ausgaben stehen nach derzeitigen Berechnungen Einnahmen von etwa 5,2 Milliarden Euro gegenüber, insbesondere aus Sponsoring, Ticketverkäufen, Vermarktungsrechten sowie Beiträgen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Olympische und Paralympische Spiele würden also mit einem positiven Finanzüberschuss mehreren Hundert Millionen Euro abgeschlossen werden. Diese Berechnungen basieren auch auf den Erfahrungen der Spiele in Paris 2024 sowie diverser internationaler Sportgroßveranstaltungen.
Wie hoch sind die prognostizierten Einnahmepotentiale für KölnRheinRuhr?
Die prognostizierten Einnahmepotenziale für Olympische und Paralympische Spiele in KölnRheinRuhr wurden – analog zu den Durchführungskosten – vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gemeinsam mit externen Partnern berechnet. Nach aktuellem Stand werden Gesamteinnahmen von rund 5,2 Milliarden Euro erwartet.
Diese Einnahmen stammen überwiegend aus privaten Quellen. Darunter fallen zum größten Teil Erlöse über internationale und nationale Sponsoringprogramme, Ticketverkäufe sowie Vermarktungsrechte. Diese Berechnungen basieren auch auf den Erfahrungen der Spiele in Paris 2024 sowie diverser internationaler Sportgroßveranstaltungen.
Was sind Investitionskosten?
Unter Investitionskosten werden Investitionen in die Infrastruktur, Digitalisierung oder Barrierefreiheit verstanden, die im Zusammenhang mit Olympischen und Paralympischen Spielen erforderlich sind, aber nicht für die unmittelbare Durchführung der Wettkämpfe (siehe Durchführungskosten) anfallen. Dazu zählen nach Berechnungen des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) beispielsweise die Modernisierung von Sportstätten oder der Ausbau von Verkehrsanbindungen, die für die Olympischen und Paralympischen Spiele errichtet werden. Diese Investitionen werden dann langfristig und über die Spiele hinaus genutzt und schaffen so einen Mehrwert für die Menschen, Wirtschaft und Sport in der Region.
Wie hoch sind die Investitionskosten für KölnRheinRuhr?
Die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele ist ein Anreiz, ohnehin geplante und notwendige Investitionen – etwa in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, nachhaltige Mobilität oder Digitalisierung – zielgerichteter und schneller umzusetzen. So könnten beispielsweise der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, emissionsfreie Mobilitätskonzepte oder digitale Infrastrukturen beschleunigt werden und langfristig allen beteiligten Kommunen zugutekommen.
Bestehende Sportstätten und temporäre Veranstaltungsflächen des Konzeptes KölnRheinRuhr verfügen bereits heute über international erprobte Verkehrskonzepte und wettkampftaugliche Infrastruktur, die bis 2036, 2040 oder 2044 im Rahmen des regulären Betriebs ohnehin instandgehalten werden müssen. Eine Ausnahme bilden das Olympische und Paralympische Dorf und das dortige, temporäre Leichtathletikstadion, die zusammen nach den Spielen als Wohnquartier weitergenutzt werden sollen und damit dringend benötigten Wohnraum im Norden Kölns schaffen. Eine genaue Kostenaufstellung ist bislang noch in Arbeit.
Unabhängig von einer möglichen Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele stellt Nordrhein-Westfalen bereits heute erhebliche Mittel für die Modernisierung und Instandhaltung von Sportstätten und Schwimmbädern bereit. Mit Programmen wie "Moderne Sportstätte 2022" und der Sportmilliarde ist Nordrhein-Westfalen das Bundesland, das mit Abstand die meisten Fördermittel für die sportliche Infrastruktur zur Verfügung stellt. Diese Investitionen sind ein klares Bekenntnis zum Breitensport in Nordrhein-Westfalen und stärken die Sportlandschaft im Land bereits heute nachhaltig.
Was bedeutet Bewerbungskosten?
Bewerbungskosten sind die Aufwendungen, die bis zur Entscheidung über eine deutsche Bewerbung entstehen – also nach den Berechnungen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) beispielsweise für die Ausarbeitung des Bewerbungskonzepts, notwendige Gutachten für Bereiche wie Verkehr und Nachhaltigkeit, Beteiligungsformate, die Durchführung von Ratsbürgerentscheiden, die Bewerbungskampagne und die Teilnahme am nationalen und internationalen Bewerbungsverfahren. Diese sind klar von den späteren Durchführungskosten und Einnahmepotentialen möglicher Spiele und etwaigen Investitionskosten zu unterscheiden.
Wie hoch sind die Bewerbungskosten für KölnRheinRuhr?
Die Bewerbung von KölnRheinRuhr um Olympische und Paralympische Spiele ist Teil des nationalen Auswahlverfahrens in Deutschland. Ein Alleinstellungsmerkmal der Bewerbung KölnRheinRuhr ist die breite demokratische Beteiligung der Menschen: Als einzige Bewerberregion führt Nordrhein-Westfalen am 19. April 2026 in allen am Konzept beteiligten nordrhein-westfälischen Kommunen Ratsbürgerentscheide durch. Rund vier Millionen Menschen können dann über die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele abstimmen, kein anderer Bewerber bezieht mehr Menschen ein.
Für die Durchführung des Ratsbürgerentscheids in Köln werden voraussichtlich Kosten in Höhe von rund 1,82 Millionen Euro anfallen. Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt davon 85 Prozent, sodass der städtische Finanzierungsanteil etwa 274.000 Euro beträgt. Gegenüber der ursprünglichen Kalkulation konnten die Kosten für die Stadt Köln um annähernd 100.000 Euro gesenkt werden.
Für die Erarbeitung des Bewerbungskonzeptes und der Bewerbungskampagne werden dem Land Nordrhein-Westfalen Kosten in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro entstehen. Die beteiligten Kommunen stellen darüber hinaus eigene Werbeflächen zur Verfügung und unterstützen die Bewerbung KölnRheinRuhr weitere Kommunikationsmaßnahmen im Rahmen ihrer jeweiligen finanziellen Möglichkeiten. In Köln werden hierfür etwa 300.000 Euro aufgewendet.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) unterstützt die Bewerbungskampagnen in den Bewerberregionen mit jeweils rund 300.000 Euro. Die Bundesregierung unterstützt den nationalen Bewerbungsprozess in den Jahren 2025 bis 2027 zusätzlich mit insgesamt 6 Millionen Euro.
Wie sieht die Bilanz vorheriger Olympischer und Paralympischer Spiele aus?
Sommerspiele Paris 2024:
Der Abschlussbericht des französischen Rechnungshofes bewertet die Spiele Paris 2024 als einen eindeutigen Erfolg. Insgesamt investierte der französische Staat 6,6 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt lag auf Infrastrukturverbesserungen und Sicherheitsmaßnahmen. Ein Ausgabenposten war beispielsweise die nachhaltige Verbesserung der Wasserqualität der Seine. Während der Spiele diente sie als Austragungsort für Freiwasserschwimmen und Triathlon und steht nun der Bevölkerung als Naherholungsgebiet zur Verfügung.
Laut französischem Premierminister sowie Organisationskomitee waren die öffentlichen Ausgaben mit 3,3 Mrd. zwischen 2016 und 2025 weitaus geringer. So habe der Bericht des Rechnungshofes sämtliche Ausgaben einbezogen, die mit den Spielen in Verbindung stehen könnten ohne eine Differenzierung, ob es sich um zwingende Kosten für die Durchführung der Spiele oder um Investitionen ins langfristige Erbe handele. (Quelle: DOSB)
Winterspiele Milano Cortina 2026:
Nach einer Analyse des Unternehmerverbandes Assolombarda wird erwartet, dass das italienische Bruttoinlandsprodukt durch den „wesentlichen Treiber“, die Winterspiele 2026, um 1,7 Prozent zulegen wird (nach 0,7 % im Vorjahr).
Die Spiele generieren für die Metropolregion Mailand eine Gesamtproduktion von 2,5 Milliarden Euro und eine Wertschöpfung von 1 Milliarde Euro. Hinzu kommen erwartete Ausgaben der Besucher in Höhe von einer Milliarde Euro. (Quelle: DOSB)
Kann es zu Verkehrseinschränkungen in Köln kommen, wenn die Olympischen und Paralympischen Spiele in der Region von Rhein-Ruhr ausgetragen werden?
Die Planung sieht vor, dass Risiken durch die Nutzung vorhandener Infrastruktur und transparenter Planung minimiert werden. Wir setzen auf bewährte Verkehrskonzepte, die bereits im Rahmen von (Sport)-Großveranstaltungen zum Einsatz kommen. Allerdings können wir Einschränkungen im Straßenverkehr nicht komplett ausschließen.
Wann wird verkündet, welche deutschen Städte und Regionen sich um Olympische und Paralympische Spiele bewerben?
Neben KölnRheinRuhr bewerben sich außerdem Berlin, Hamburg und München. Am 26. September 2026 entscheidet eine außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB darüber, mit welcher der vier deutschen Bewerberinnen für Deutschland er in den internationalen Wettbewerb beim IOC um die Ausrichtung der Spiele geht. Davor wird eine Evaluierungskommission bis 4. Juni 2026 die von den Bewerberinnen eingereichten Konzepte anhand festgelegter Kriterien bewerten.
Was passiert, wenn die KölnRheinRuhr im innerdeutschen Wettbewerb nicht ausgewählt wird?
Sollte die Wahl nicht auf KölnRheinRuhr fallen, dann wird sich NRW voll und ganz hinter die Entscheidung des deutschen Sports unter dem Dach des DOSB und hinter die deutsche Bewerbung stellen.
Sie haben Fragen rund um die Bewerbung KölnRheinRuhr für die Olympischen und Paralympischen Spiele, die über die hier zusammengestellten hinaus gehen? Schreiben Sie uns gerne an und wir aktualisieren unsere FAQs entsprechend Ihrer Fragen.