Grüne Infrastruktur Köln – Integriertes Handlungskonzept

Wir bewerben uns mit dem Integrierten Handlungskonzept (IHK) "Vielfalt vernetzen" um Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Ziel ist die Schaffung, Vernetzung und Aufwertung von Grün- und Erholungsflächen besonders in strukturschwachen Gebieten. Vor allem Menschen, die in sozial benachteiligten und belasteten Stadtquartieren leben, sollen neue Zugänge zur Natur erhalten.

Die Ausarbeitung des IHK "Vielfalt vernetzen" basiert auf dem Aufruf des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen zur nachhaltigen Verbesserung der natürlichen Umwelt sowie der Klima- und Umweltbedingungen zugunsten der Biodiversität und der Menschen in Quartieren, Städten und Stadtumlandgebieten in Nordrhein-Westfalen vom 18. August 2016.

Das IHK "Vielfalt vernetzen" korrespondiert mit dem IHK "Starke Veedel – Starkes Köln" und dem "Grüngürtel Impuls Köln".

Wir möchten auf Grundlage des Integrierten Handlungskonzepts Projekte im rechtsrheinischen Teil des Kölner Grüngürtels in den angrenzenden Sozialräumen umsetzen. Die Projekte sollen im Zeitraum von 2017 bis 2020 umgesetzt werden.

Der Rat der Stadt Köln hat am 22. September 2016 der Erstellung eines IHK "Grüne Infrastruktur" zugestimmt. Für die Umsetzung von Maßnahmen sind entsprechende Finanzmittel im Haushaltsplan, unter der Voraussetzung korrespondierender Fördermittel, veranschlagt.

Konkret gibt es fünf Projekträume mit Einzelmaßnahmen:

Gartenlabore Olpener Straße und Schlagbaumsweg

Schaffung neuer Formen des urbanen Gärtnerns

Die Bezirksregierung Köln hat mit Zuwendungsbescheid vom 1. August 2018 das Projekt mit Gesamtkosten in Höhe von 550.000 Euro genehmigt, der Förderanteil beträgt 80 Prozent.

Das Modellprojekt der "Gartenlabore" soll beispielhaft verschiedene gärtnerische Angebote für die angrenzenden benachteiligten Stadtteile schaffen. Das beauftragte Planungsbüro A 24 Landschaft aus Berlin erarbeitet dazu gerade Konzepte, die in einem Bürgerbeteiligungsverfahren vorgestellt und diskutiert werden sollen. Dabei sollen zeitgemäße Flächen- und Gartentypologien entwickelt und umgesetzt werden, die sich zwischen den Stichwörtern Grabeland, Privatgarten, Gemeinschaftsgarten, Selbsterntegarten, Kleingarten, Urban Gardening und Nutzgarten einordnen lassen. Durch das Gärtnern soll ein Bewusstsein für Lebensmittel und gesunde Ernährung geschaffen werden. Es soll die Selbstversorgung mit frischem Obst und Gemüse gefördert werden sowie Teilhabe und eine Identifikation mit dem Projekt entstehen, sodass Eigenverantwortung für die Gärten und die Fläche insgesamt übernommen wird. Neben privat genutzten Bereichen entstehen auch halbprivate und öffentliche Flächen. Die Angebote richten sich an Einzelpersonen, Freundeskreise, Nachbarschaften, Familien oder Gruppen, die (noch) keine Erfahrung mit dem Gärtnern haben.

Als erste Maßnahme werden auf der Fläche an der Olpener Straße dieses Jahr vorgepflanzte Gemüsegärten zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt.

Infoblatt und Einladung zur Bürgerbeteiligung
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Im Gartenlabor an der Olpener Straße finden dieses Jahr Aktionen und Feste zu gärtnerischen Themen statt, zu denen alle Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Stadtteile herzlich eingeladen sind. Die genauen Termine können Sie dem Infoblatt "Termine und Veranstaltungen Gartenlabor Olpener Straße 2019" entnehmen.

Infoblatt Termine und Veranstaltungen Gartenlabor Olpener Straße 2019
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Gremberger Wäldchen - Neue Wege

Erhaltung als Erholungsraum und Schutz des wertvollen alten Naturwaldes

Die Bezirksregierung Köln hat mit Zuwendungsbescheid vom 30. November 2018 das Projekt mit Gesamtkosten in Höhe von 1.500.000 Euro genehmigt, der Förderanteil beträgt 80 Prozent.

Das Gremberger Wäldchen liegt im rechtsrheinischen Grüngürtel der Stadt Köln und zählt zu den letzten Überresten eines autochthonen Waldbestandes. Das Planungsgebiet liegt im Bereich von zwei Landschaftsschutzgebieten und bietet durch hohe Strukturvielfalt ein diverses Habitatangebot für Flora und Fauna.

Das Projekt, welches vom Planungsbüro RMP, Stephan Lenzen aus Bonn geplant wird, verfolgt das Ziel, durch eine reduzierte Wegeführung das Gremberger Wäldchen als Erholungsraum zu erhalten und gleichzeitig den wertvollen alten Naturwald zu schützen. Am Alten Deutzer Postweg gelegene Waldbereiche sollen im Gegenzug mit Wegen erschlossen werden, um den Bewohnerinnen und Bewohnern des Waldbadviertels und der Quartiere Vingst und Höhenberg Erholungsmöglichkeiten zu geben. Das Gebiet eignet sich auf Grund seiner Naturausstattung sehr gut, um für Kinder in den benachbarten Quartieren ein zusätzliches außerschulisches Naturbildungsangebot zu entwickeln. Hierzu soll ein "Grünes Klassenzimmer" etabliert werden.

Die Einbindung der Anwohnerinnen und Anwohnern sowie lokalen Akteurinnen und Akteure erfolgte in zwei Bürgerbeteiligungen. Der erste Termin fand am 21. September 2018 statt und umfasste die gemeinsame Begehung des Gremberger Wäldchens nördlich und südlich der A 559 mit anschließender Diskussion an Plakaten und Zusammenführung der Ergebnisse.

Die zweite Beteiligung wurde am 12. November 2018 im Waldbadviertel durchgeführt mit Vorstellung der Bestandserfassung und der Ergebnisse der ersten Beteiligung. Es wurden erste Konzeptideen diskutiert und weitere Aspekte der Flächen um das Waldbadviertel aufgenommen.

Einladung Bürgerbeteiligung 21. November 2018
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Einladung Workshop 12. November 2018
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Sport- und Fitnessband/WaldParkour

Schaffung von Räumen und Angeboten für freie Spiel-, Sport- und Naturerfahrung

Die Bezirksregierung Köln hat mit Zuwendungsbescheid vom 20. November 2018 das Projekt mit Gesamtkosten in Höhe von 714.000 Euro genehmigt, der Förderanteil beträgt 80 Prozent.

Wir werden im rechtsrheinischen Äußeren Grüngürtel ein Sport- und Fitnessband entwickeln, das aus sechs Lupenräumen/Sportstandorten entlang des Grüngürtelweges entsteht. Es wird allen Bevölkerungsteilen kostenfrei zur vielfältigen sportlichen Betätigung zur Verfügung stehen. Damit die jeweiligen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner der angrenzenden Quartiere berücksichtigt werden und ein abgestimmtes Sport- und Bewegungsangebot entwickelt werden kann, sollen zwei Bürgerbeteiligungen durchgeführt werden. Diese werden jeweils in der Nähe der geplanten Bewegungsstandorte im Stadtbezirk Kalk und im Stadtbezirk Mülheim durchgeführt werden. Die Bürgerbeteiligungen stellen jeweils das Gesamtkonzept des Sport- und Fitnessbands vor und bieten dann den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit, Ihre Wünsche und Bedürfnisse zu benennen und Vorschläge zu diskutieren. Diese Eingaben werden ausgewertet und fließen dann in die weitere Planung ein.
Die Bürgerbeteiligungen fanden am 5. und 6. April 2019 statt. Näheres können Sie nachfolgender Einladung entnehmen.

Einladung zur Bürgerbeteiligung
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Übersicht über die sechs Standorte
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Grün vernetzen - Grün entwickeln - Artenreiche Wiesen

Umwandlung von Rasenflächen in artenreiche Wiesen

Die Bezirksregierung Köln hat mit Zuwendungsbescheid vom 20. November 2018 das Projekt mit Gesamtkosten in Höhe von 208.000 Euro genehmigt, der Förderanteil beträgt 80 Prozent.

Der Projektraum "Grün vernetzen – Grün entwickeln" mit einer Folge von acht Flächen, auf denen artenreiche Wiesen entstehen sollen, erstreckt sich entlang des Grüngürtel-Rundweges im rechtsrheinischen Äußeren Kölner Grüngürtel von Norden im Bereich Melissenweg bis Süden im Bereich Uckermarkstraße.

Es soll auf bisher oft gemähten Scherrasenflächen durch unterschiedliche Entwicklung und Pflege von artenreichen Extensivwiesen die ökologische Vielfalt gefördert und mit umliegenden Grünflächen vernetzt werden. Ziel ist ein grünes Biotopverbundnetz im urbanen Raum.

Die Entwicklung der artenreichen Wiesen soll sich an den jeweiligen standörtlichen Bedingungen (Bodenart, Exposition, Wasserverfügbarkeit) und am Biotoptyp (Gehölz, Offenland) orientieren. Dabei sind auch Veränderungen des derzeitigen Zustands möglich. Flächen sollen mit regionalen Saatgutmischungen neu eingesät werden. Auch die Pflege der Flächen soll an den jeweiligen Vegetationstyp angepasst werden. Mahdhäufigkeit und –zeitpunkt wechseln. So entstehen verschiedene Wiesentypen und Säume mit unterschiedlichen Wuchshöhen, Blühaspekten und -Zeiträumen. Die Erfahrungen aus der Entwicklung und der Pflege sollen dokumentiert werden, um daraus Rückschlüsse für die Entwicklung weiterer Wiesenflächen in Köln zu gewinnen.

Zurzeit erstellt das Planungsbüro I. Rietmann aus Königswinter eine spezifische Standortanalyse für alle acht Standorte und erarbeitet mit Unterstützung eines externen Expertenteams individuelle Konzepte für die einzelnen Flächen. Nach der Anlage wird das Ergebnis evaluiert und das Planungsbüro erstellt ein langfristiges Monitoringkonzept.

Klimaleistungen des Äußeren Grüngürtels

Messen, Beobachten und Analysieren von Klimadaten mit Bürgerpartizipation

Das vorrangige Ziel des Projekts ist es, wissenschaftliche Analyse mit Umweltbildung zu verbinden. Dadurch soll den Bürgerinnen und Bürgern sowie insbesondere Schülerinnen und Schülern die Bedeutung des Grüngürtels im Hinblick auf die Klimaleistung verständlich gemacht werden. Sie haben die Möglichkeit durch Messungen mit Klimamessstationen sowie Beobachtungen unter Nutzung von Smartphone-Apps die Klimaleistung des Grüngürtels zu dokumentieren und die Daten zur Analyse allen Interessierten verfügbar zu machen.

Durch die unmittelbare Beteiligung von Schülerinnen und Schülern sowie Bürgerinnen und Bürgern am Projekt wird nicht nur die Methode zur Untersuchung der Klimawirkung unterschiedlicher Stadtstrukturen (zum Beispiel dicht bebaut, locker bebaut, vegetationsfrei, vegetationsbedeckt, versiegelt, unversiegelt) für die Beteiligten nachvollziehbar. Es werden auch Möglichkeiten erkennbar einen eigenen Beitrag für eine klimaangepasste Stadtentwicklung zu leisten. Zudem wird das Verständnis und damit die Akzeptanz für städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen durch die aktive Teilhabe im Prozess des Forschend-Entwickelnden Lernens erhöht.

Der rechtsrheinische Grüngürtel eignet sich als Untersuchungsraum besonders gut. Dieser Raum zeichnet sich durch seine unterschiedliche naturräumliche Ausstattung (zum Beispiel Auen, Niederterrasse, Königsforst, Wahner Heide), seine große Vielfalt anthropogener Überprägung (zum Beispiel Bauschutthalden, Gewässerverbau, Kiesabbau) und sein heterogenes gesellschaftliches Umfeld aus. Dadurch entsteht eine Vielzahl unterschiedlicher stadt-klimatologischer und stadt-ökologischer Potentiale mit verschiedenartigen Möglichkeiten gesellschaftlicher Partizipation sowie sozialer und kultureller Integration.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Hydrographie und Klimatologie, Herr Professor Doktor K. Schneider vom Geographischen Institut der Universität zu Köln durchgeführt.

Das gesamte Konzept steht Ihnen als Download zur Verfügung

Übersicht der Projekträume

Die Projekte werden durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

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