Kommunales Maßnahmenprogramm zum Abbau von Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen
Am 14. Dezember 2021 hat der Rat der Stadt Köln den LSBTI-Aktionsplan "Selbstverständlich unterschiedlich: Aktionsplan der Stadt Köln zur Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt" verabschiedet.
Selbstverständlich unterschiedlich: Ziel und Inhalt
Ziel des LSBTI-Aktionsplans ist es, die gesellschaftliche Akzeptanz und die Möglichkeit auf diskriminierungsfreie Teilhabe von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (kurz: LSBTI oder "queer") in Köln zu fördern. Der Aktionsplan bündelt 163 Maßnahmen, verteilt auf zehn Handlungsfelder städtischen Lebens – von Bildung und Jugend über Schule und Senior*innenarbeit bis hin zu Verwaltung und Öffentlichkeit, Kultur und Sicherheit. Der LSBTI-Aktionsplan ist somit gleichzeitig Ausdruck sowie praktische Umsetzung der Kölner Weltoffenheit und Toleranz, auf deren Grundlage die Unterschiedlichkeit einzelner Menschen selbstverständlich akzeptiert wird.
Von der Idee zum Konzept: Entwicklung und Beteiligung
2017 wurde der Aktionsplan in einer großen öffentlichen und partizipativen Auftaktveranstaltung von uns angestoßen. Eine verwaltungsinterne Steuerungsgruppe unter Federführung der Fachstelle LSBTI und professioneller Unterstützung von context GbR – interkulturelle kommunikation und bildung – erarbeitete in einem Zeitraum von vier Jahren das kommunale Handlungskonzept.
Der Aktionsplan ist von den queeren Communities Kölns aktiv mitgestaltet worden und bietet uns einen Handlungsrahmen, um die Lage von queeren Menschen in Köln zu verbessern.
Zwischenbilanz 2025: Erfolge und konkrete Maßnahmen
Die Wirksamkeit des Aktionsplans wird regelmäßig überprüft. Das Controlling aus dem Jahr 2025 zeigt, dass der Aktionsplan bereits in weiten Teilen erfolgreich ausgeführt wurde: 70 Prozent der Maßnahmen sind vollständig umgesetzt. In jedem der zehn Handlungsfeldern haben wir mehr als die Hälfte der Maßnahmen erfolgreich realisiert. Durch gezielte Maßnahmen und Partnerschaften haben wir nachhaltige Strukturen geschaffen und wichtige Impulse für ein diskriminierungsfreies Miteinander gesetzt.
Kampagnen, Förderung und Perspektiven für die Zukunft
Ein zentraler Baustein des Aktionsplanes ist das LSBTI-Förderprogramm mit der Zielsetzung, Projekte gegen Diskriminierung und Gewalt zu unterstützen. Ebenso ist der Ausbau wichtiger Beratungsangebote, insbesondere für transgeschlechtliche Menschen sowie für queere Personen mit Flucht- und Migrationsgeschichte, ein weiterer wichtiger Bestandteil.
Zudem haben wir zwei Kampagnen in Zusammenarbeit entwickelt:
- "#richtighier!" in Kooperation mit SOFRA Queer Migrants e. V. macht queere Menschen mit internationaler Familiengeschichte sichtbar.
- "Anzeigen statt Aushalten", gemeinsam umgesetzt mit der Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik, der Polizei Köln und der Staatsanwaltschaft Köln, setzt ein starkes Zeichen für Akzeptanz, Solidarität und Zivilcourage.
Der Aktionsplan verankert Formate der Begegnung, des Austauschs, der Gemeinschaft und der Sichtbarkeit der verschiedenen queeren Communities und wir haben diese in den vergangenen Jahren unterstützt. Ein Highlight bildet das nordrhein-westfalenweite Trans*-Familienwochenende "Selbstbestimmt Familie", das in der Zeit vom 1. bis 3. Mai 2026 in Köln stattfand und aus Mitteln des LSBTI-Aktionsplans finanziell unterstützt wurde. Im Fokus des Begegnungsformats stehen der Schutz, die Sichtbarkeit und die rechtliche Anerkennung von Regenbogen-, Trans*- und nicht-binären Familien. Organisiert wurde es von der Fachstelle Regenbogenfamilien NRW, dem Projekt Transsensibel und der Landeskoordination Trans NRW.
Das intensive Engagement unserer Ämter, der queeren Organisationen und der Kölner Stadtgesellschaft bei der Umsetzung der Maßnahmen sowie die erzielten Erfolge sind gute Voraussetzungen für die erfolgreiche Fortführung des Aktionsplans.