Wettbewerb "Kölner Vielfaltsgärten - unsere Natur sagt Danke“

© Betina Küchenhoff

Bewerben Sie sich jetzt!

Im Zeitalter von Klimakrise und dem zunehmenden Verschwinden von Arten aus unserem Wohnumfeld, kommt dem Erhalt auch kleiner naturnaher Freiflächen eine immer größere Bedeutung zu. Hier bieten die zahlreiche Gärten ein unschätzbares Potential. Denn bei einer entsprechenden Gestaltung wirken sie nicht nur klimaregulierend, sondern können auch einen wichtigen Beitrag zum Arterhalt leisten. So ermöglichen Staudenbeete mit heimischen Pflanzen, "Wilden Ecken", Totholz oder kleine Wildwiesenbereiche vielen heimischen Tierarten einen wichtigen Lebensraum. Aber nicht nur Tiere profitieren von der Wildnis. Auch uns Menschen schafft sie ein angenehmes Lebensumfeld.

Leider stoßen Besitzer*innen von naturnahen Gärten im Umfeld immer noch oft auf Unverständnis.

Mit der Kampagne "Kölner Vielfaltsgärten - Unsere Natur sagt Danke" möchten wir allen Bürger*innen danken, die der Natur in ihrem Umfeld ein wenig Raum zurückgeben und hat dazu diesen Wettbewerb ausgerufen. Machen Sie mit! 

Welche Voraussetzungen sollte mein Garten erfüllen?

© Betina Küchenhoff, Gartenbroschüre

Je vielfältiger und naturnaher ein Garten gestaltet ist, umso größer ist der Beitrag, den er zum Erhalt der Biodiversität leistet. Da wir mit dem Wettbewerb insbesondere diesen Aspekt fördern wollen, sind für eine Auszeichnung folgende Mindestanforderungen zu erfüllen:

  • Auf dem von Ihnen beworbenen Grundstück sollten Sie auf den Einsatz von Gift, mineralischem Dünger sowie Torf und Guano verzichten.
  • Bei der Gestaltung und Pflege des Gartens sollten Sie bei Neuanschaffungen möglichst auf die Verwendung nachhaltiger Produkte achten.
  • Bei der Gartenunterhaltung und Nutzung sollten Sie dafür sorgen, dass Wildtiere nicht zu Schaden kommen. Beispielsweise durch eine nächtliche Dauerbeleuchtung oder den unbeaufsichtigten Einsatz von Mährobotern in der Nacht.
  • Durch die Verwendung von vorwiegend heimischen Pflanzenarten und das Zulassen von "Wilden Ecken" fördern Sie die Vielfalt in Ihrem Garten.
  • Darüber hinaus gilt: Je mehr naturnahe Strukturen sich in Ihrem Garten befinden, desto mehr Arten kann er einen Lebensraum bieten.

Eine Anforderung an die Größe des Gartens gibt es nicht. Sie haben nur wenig Platz? Auch im Vorgarten kann man aktiv werden! Wir freuen uns über jede Fläche, die zur Stärkung der Biodiversität und Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt beiträgt!

In unserer Garten-Broschüre " Grüne Oasen für Spatz und Co" und im Internet, im "Kleinen 1 x 1 der Artenvielfalt" finden Sie dazu wertvolle Informationen.

Bunte Gärten und Balkone - damit Tiere nicht nur Zaungäste bleiben
Broschüre "Gärten: Grüne Oasen für Spatz & Co - damit Tiere nicht nur Zaungäste bleiben"
PDF, 7600 kb
© Betina Küchenhoff, Naturschaugarten Flora e.V.

Der Naturschaugarten des Kleingartenvereins Flora e. V. in Köln-Nippes bietet vielfältige Anregungen für den Garten. Sie können ihn gerne besuchen!  

Projekt Naturschaugarten des Kleingartenvereins Flora e.V.

Gut zu wissen! Von künstlicher Beleuchtung bis zur Wasserstelle

Künstliche Beleuchtung

Künstliches Licht bei Nacht, auch wenn es sich um energiesparende LED-Leuchten handelt, hat nicht zu unterschätzende negative Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und Menschen. Viele Arten werden durch künstliches Licht verwirrt und geschädigt. Fast jede*r hat schon einmal gesehen wie Nachtfalter und Eintagsfliegen künstliche Lichtquellen bis zur Erschöpfung umkreisen. Das unnatürliche Leuchten ist dabei besonders für wandernde Tiere, die Licht grundsätzlich meiden, eine starke Beeinträchtigung. Zusätzlich werden tagaktive Arten, einschließlich des Menschen, im Schlafrhythmus gestört. Daher sollten Beleuchtungen nur so lange an sein und nur den Bereich ausleuchten, in dem sie benötigt werden. Beispielsweise sind im Eingangsbereich oder zur Einbruchsabwehr Bewegungsmelder oft ausreichend. Andere Lichtquellen lassen sich über Zeituhren steuern. Nach oben strahlende Lichtquellen sollten grundsätzlich vermieden werden. Der Einsatz von so genannten "Skybeamern" ist mittlerweile auch schon die meiste Zeit im Jahr verboten.  

Lichtverschmutzung - Auswirkungen auf Tiere

Mähroboter

Die immer beliebter werdenden Mähroboter stellen leider für viele Kleintiere eine große Gefahr dar. Bei einem unbeaufsichtigten Einsatz kann es zu schweren Verletzungen kommen. Besonders betroffen sind Arten, die bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich an den Boden drücken oder zu einer Kugel zusammenrollen wie Amphibien und Igel. Die Folge eines Kontaktes mit dem Mähwerk sind oft verletzte Tiere, viele versterben danach im Verborgenen. Aufgrund der nachtaktiven Lebensweise vieler dieser Tierarten ist die Gefahr in der Dämmerung und nachts am größten. Insbesondere in dieser Zeit sollte daher auf den Einsatz der Roboter verzichtet werden, aber idealerweise sollte der Roboter auch tagsüber nicht ohne Aufsicht benutzt werden.

Guano

Guano ist ein natürlicher Dünger, der aus dem Kot von Seevögeln stammt. Trotz des natürlichen Ursprungs sollte aufgrund der ökologischen Folgen beim Abbau auf eine Verwendung verzichtet werden. Denn Guano dient den an der Feldküste lebenden Seevögeln als Niststätte. Durch den industriellen Abbau gehen ganze Inseln verloren, womit das Überleben dieser Vögel bedroht ist.

Torf

© Betina Küchenhoff, torffreie Erde

Die meisten Blumenerden beinhalten Torf. Dieser wird aus Mooren gewonnen und sein Abbau sorgt dafür, dass diese für den Hochwasser und Klimaschutz besonders wichtigen Biotope immer kleiner werden.

Die Verwendung ist im Garten unnötig und durch einen Verzicht auf Torf kann dazu beigetragen ganze Landschaften zu erhalten. Als Alternativen werden inzwischen fast überall auch torffreie Varianten angeboten.

Wilde Ecken

Wilde Ecken sind Bereiche im Garten, in denen man einfach einmal nichts tut und die Natur sich selbst überlässt. Schon auf ein paar Quadratmetern siedeln sich die unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten an und tragen zur Bereicherung der biologischen Vielfalt bei. So entwickeln sich beispielsweise an Brennnesseln die Raupen verschiedener Tagfalterarten, die Samen der Wildpflanzen werden von verschiedenen Vogelarten genutzt und ihre Blüten locken Schmetterlinge und Wildbienen an.

Krautsäume

© Betina Küchenhoff

Krautsäume sind krautige, extensiv gepflegte Vegetationsstrukturen entlang von Grenzstrukturen, wie Zäunen und Hecken. Bei einmaliger Mahd im Jahr ab frühestens März entwickelt sich hier ein Bereich, der vielen Tieren als Nahrungsquelle und Rückzugsort dient. Denn die überjährigen, verblühten Pflanzen bieten im Winter einen wichtigen Zufluchts- und Überwinterungsort für viele Insekten. Schmetterlingsraupen nutzen sie beispielsweise zur Verpuppung und Wildbienen und Grabwespen überdauern in den Pflanzenstängeln. Entwickelt sich der Saum eher artenarm, kann durch die Einsaat von heimischen, regionalen Wiesenblumenmischungen eine Verbesserung erzielt werden.

Naturteich ohne Fischbesatz

Wasser ist ein wichtiges Element im Garten. Denn fast alle Tiere benötigen das kühle Nass zum Baden und Trinken. Besonders schön ist die Anlage eines Teiches, da dieser auch viele wasserbewohnenden Arten einen Lebensraum bietet. Denn Libellen, Frösche, Kröten und Molche nutzen den Teich als Lebensraum. Will man diese Vielfalt erhalten, sollte auf Fischbesatz verzichtet werden. Vor allem Goldfische fressen viele Wasserbewohner und ihre Entwicklungsstadien. In der freien Natur sind solche Kleingewässer durch regelmäßiges Austrocknen im Sommer meist fischfrei.

Magerbeet

© Betina Küchenhoff

Magerbeete sind trockene, nährstoffarme Bereiche. Eine Anlage erfolgt durch die Anreicherung einer Fläche mit Sand, Kies und Schotter und die anschließende Aussaat von an magerer Standorte angepasste Pflanzenarten wie beispielsweise Natternkopf, Thymian oder Kartäusernelke.

Da aufgrund der fehlenden Nährstoffe Gehölze und Gräser nur sehr schwer Fuß fassen können, sind diese Bereiche sehr pflegeleicht. Es reicht, im ausgehenden Winter abgestorbene Pflanzenteile abzuräumen, damit auf Dauer nicht zu viel Humus entsteht.

Vegetationsfreie/arme Flächen

Da über 75 Prozent aller Wildbienen im Boden nisten, kann man ihnen mit einer vegetationsfreien Fläche wichtige Nistplätze schaffen. Diese Flächen sollten dabei mindestens 40 cm tief 0,5 qm groß sein und mit ungewaschenem Sand/Silt Lehm oder Erde gefüllt sein. Die Fläche sollte dauerhaft von höherer Vegetation freigehalten werden, indem die Pflanzen auf Bodenhöhe abgeschnitten werden. Da manche Wildbienen in größeren Gruppen nisten, kann es sein, dass sich im Frühling oder Sommer kleine Scharen dort tummeln. Aber keine Angst, Wildbienen sind für uns Menschen nicht gefährlich. Auch andere seltene und interessante Tiere wie Ameisenlöwen, Sandlaufkäfer, Eidechsen und andere Reptilien nutzen die kleinen Sonneninseln gerne. In Kombination mit Lesesteinhaufen/Mauern oder einer Kräuterspirale werden diese Stellen oft zu Hotspots für sonst eher seltener zu sehende Arten.

Totholz

© Betina Küchenhoff, Holzstamm mit Asseln

Als Totholz bezeichnet man abgestorbene Bäume und Äste. Sie sind Lebensraum für zahlreiche Tierarten. So nutzen Igel und Ringelnatter Totholz als Unterschlupf und viele Insekten sind bei ihrer Entwicklung auf das in Zersetzung befindliche Substrat angewiesen.

Besonders unter den Käfern sind viele Totholznutzer bekannt. Zu ihnen gehören zum Beispiel der Nashornkäfer oder der Rosenkäfer.

Pflanzkübel mit heimischen Pflanzen

Pflanzkübel sind eine gute Alternative für Bereiche, die nicht entsiegelt werden können. Allerdings haben sie nur dann einen ökologischen Wert, wenn sie entsprechend bestückt sind. Insbesondere Zuchtformen von Blumen, die gefüllte Blüten haben sind für Blütenbesucher nutzlos, da Pollen und Nektar fehlen. Besonders wertvoll werden die Kübel, wenn man sie mit heimischen Arten bestückt. Denn über die Jahrhunderte haben sich Tiere und Pflanzen eng aneinander angepasst und bedingen sich daher in ihrem Vorkommen. So nutzen verschiedene Insekten lediglich eine bis wenige Pflanzenarten als Nahrungsquelle. Bekannt ist hier beispielsweise die Natternkopfmauerbiene, die nur an Natternkopf nach Nahrung sucht. Ohne diese Pflanze hat die Biene daher keine Überlebenschance.

Wasserstelle

© Martin Herbst, trinkender Igel

Oft gibt es in einem Garten keinen Platz für einen Teich. Da viele Tiere aber vor allem in der warmen Jahreszeit auf Wasser angewiesen sind, kann man das Wasserangebot auch mit einer kleinen Tränke sicherstellen. Die Vögel freuen sich über eine Bademöglichkeit und Igel und Co nutzen ein solches Angebot gerne zum Trinken. Dazu reicht schon ein mit Wasser gefüllter Blumenuntersetzer. Allerdings sollte er vor Katzen sicher platziert sein. Damit sich über die Tränke keine Krankheiten ausbreiten, sollte das Wasser täglich gewechselt werden.

Wie kann ich mich bewerben?

Teilnahmebedingungen und Datenschutz

  • Für die Bewerbung zum Wettbewerb senden Sie uns bitte 3 bis 5 aussagefähige Fotos Ihres Gartens. Eines der Fotos sollte ein Übersichtsfoto des Gartens sein. Es können nur Fotos ohne Personenabbildungen berücksichtigt werden!
  •  Bitte füllen Sie das digitale Bewerbungsformular aus und bestätigen Sie die Datenschutzerklärung.
  • Sind Sie Mieter*in oder Pächter*in müssen Sie zuvor schriftlich die Einwilligung Ihres/ Ihrer Vermieter*in, des / der Pächter*in einholen, wenn Sie uns Fotos des Gartens übersenden wollen. 
  • Ihre Fotos müssen beschriftet sein, mit den folgenden vollständigen Angaben zur Person (Name unter dem das Foto veröffentlicht werden soll, möglich sind ganzer Name, Vorname oder Nickname) sowie dem Aufnahmeort. (Beispiel: Name_Vorname_Ehrenfeld.jpg).
  • Bitte senden Sie uns die Bilder digital im Format JPEG (jpg) zu. Andere Auflösungen können nicht berücksichtigt werden.
  • Die Teilnehmer*innen gewährleisten ausdrücklich, dass sie über das Copyright an allen eingereichten Fotos verfügen und die uneingeschränkten Verwendungs- und Verwertungsrechte haben. Sollten dennoch Dritte Ansprüche wegen Verletzung ihrer Rechte geltend machen, stellt der/ die Teilnehmer*in die Stadt Köln von allen Ansprüchen frei.
  • Eine Nutzung der Fotos ist der Stadt Köln im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit für die Erstellung von Informationsmaterial auch auf der Homepage der Stadt Köln, stets unter Nennung der, des Bildautor*in erlaubt. Ihre Zustimmung oder Ihre Ablehnung hierzu teilen Sie uns als Teilnehmer*in über das Bewerbungsformular mit. 
  • Eine Fachperson darf bei Bedarf nach Rücksprache den Garten besichtigen. 
  • Nach Prüfung aller Einsendungen durch die Jury werden die eingereichten Projekte, die die Voraussetzungen erfüllen, prämiert. 
  • Die Teilnehmer*innen werden über das Ergebnis informiert. Die Ergebnisse werden auch im städtischen Internet veröffentlicht.  
  • Mit der Teilnahme am Wettbewerb "Kölner Vielfaltsgärten - unsere Natur sagt Danke" erkennen die Einsender*innen diese Teilnahmebedingungen an. 
  • Einsendeschluss ist der 15. August 2022
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Bitte senden Sie die Fotos unter dem Betreff "Vielfaltsgärten" an die unten stehende E-Mail.
E-Mail an Naturgarten

Online-Bewerbungsformular

Online-Bewerbungsformular: Wettbewerb "Kölner Vielfaltsgärten - unsere Natur sagt Danke“
Link zur Datenschutzerklärung

Die Preise und die Prämierung

Preise

Neben einer Urkunde und einer Plakette werden die drei schönsten Gärten eines Jahres mit einem Pflanzengutschein in Höhe von 100 Euro belohnt.

Prämierung

Nach Prüfung aller Einsendungen werden die eingereichten Projekte, die die Voraussetzungen erfüllen, im Rahmen einer kleinen Auszeichnungsfeier prämiert. Alle ausgezeichneten Einsender*innen werden hierzu rechtzeitig benachrichtigt.

Kooperationspartner*innen

© NABU
© UBZ Gut Leidenhausen
© Kleingartenverein e. V.

Kontakt

Umwelt- und Verbraucherschutzamt
Umweltplanung und -vorsorge  

Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

Gerne beantworten wir Ihre Fragen per E-Mail.

E-Mail an Naturgarten