Erste Preisverleihung des Else-Falk-Preises im Rathaus

© Gerda Laufenberg/Gestaltung: Petra Piskar

Am 6. März 2020 wurde erstmalig der Else-Falk-Preis im Historischen Rathaus verliehen. Er würdigt das herausragende Engagement von Frauen, die sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern beziehungsweise Mädchen und Jungen in Köln einsetzen. Die Preisverleihung fand mit einem Empfang im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des Internationalen Frauentages statt. Bettina Böttinger hat eine Laudatio gehalten.

Der Preis ist mit 5.000 Euro und einer Urkunde dotiert. Zusätzlich hatte die Künstlerin Gerda Laufenberg für den ersten Festakt ein Porträt der Preisträgerin im Stil der 48 Frauenköpfe angefertigt. Die Preise wurden durch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Gleichstellungsbeauftragte Bettina Mötting überreicht. Anschließend konnte sich die Preisträgerin ins Gästebuch der Stadt Köln eingetragen. Musikalisch wurde die Preisverleihung von "Nette Duette", einem Berliner Musiktheater-Ensemble begleitet

 

Preisträgerin 2020: Frauke Mahr

Als erste Preisträgerin wurde Frauke Mahr von einer 13-köpfigen Jury ausgewählt. Die Preisträgerin engagiert sich seit über 30 Jahren, sowohl beruflich als auch ehrenamtlich, für die Anliegen und Rechte von Mädchen und Frauen. Sie ist geschäftsführende Vorstandsfrau im Verein "Lobby für Mädchen" und macht in Medien und Netzwerken auf Themen wie den alltäglichen Sexismus, die Pornografisierung der Gesellschaft oder die Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen aufmerksam. Sie ist Mitglied der Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum, die die Kampagne "Edelgard" ins Leben gerufen hat. 

 

Else Falk (1872 bis 1956)

Der Name des Preises ist an die in Barmen geborene Frauenrechtsaktivistin und Sozialpolitikerin angelehnt.

Else Falk leitete von 1919 bis 1933 den Stadtverband Kölner Frauenvereine (heute AKF Köln). Sie war Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Stadtverbände von Rheinland und Westfalen, Vorsitzende des Kölner Vereins Fünfter Wohlfahrtsverband und Vorstandsmitglied des Landesverbandes (heute Der Paritätische Köln / NRW).

Sie gründete und leitete den Verein Müttererholung und Mütterschulung. Sie initiierte vier Rentnerinnenheime für durch Krieg und Inflation verarmte Frauen und begründete die städtische Blindenbibliothek.

Wegen ihrer jüdischen Religionszugehörigkeit wurde sie 1933 von den Nationalsozialisten gezwungen, den Vorsitz niederzulegen. Sie starb in der brasilianischen Stadt São Paulo, wohin sie von ihrem Brüsseler Exil ausgewandert war.

Ziele des Preises

  • Die Öffentlichkeit soll für das Thema "Geschlechtergerechtigkeit" sensibilisiert werden. Zudem soll die Bereitschaft gestärkt werden, selbst für die Gleichstellung von Frauen und Männern beziehungsweise Mädchen und Jungen aktiv zu werden.   
  • Vorbilder sollen in der Öffentlichkeit gezeigt werden und zur Nachahmung animieren.   
  • Es sollen Leistungen honoriert werden, die eine tatsächliche Gleichstellung bewirken, ungleiche Lebenslagen von Frauen und Männern verändern beziehungsweise gleiche Chancen für Frauen und Männern in allen Lebensbereichen herstellen.   
  • Mit dem Frauenpreis soll das herausragende Engagement in Frauenprojekten ausgezeichnet und verdeutlicht werden, wie gesellschaftlich wichtig Gleichstellung und der respektvolle Umgang miteinander sind.   
  • Verdienste von Frauen sollen nicht in Vergessenheit geraten und werden durch den Else-Falk-Preis nachhaltig weitergetragen.  

Teilnahmebedingungen

Bewerben können sich Frauen, die in Köln zum Thema Gleichstellung von Frauen und Männern beziehungsweise Mädchen und Jungen aktiv sind. Die Teilnehmerinnen können von Dritten vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben.

Die nächste Ausschreibung wird voraussichtlich 2021 erfolgen. 

Informationen

Zu Fragen rund um den Frauenpreis wenden Sie sich an:

Telefon: 0221 / 221-24486