Der Internationale Frauentag (IFT) entstand im Kampf um Gleichberechtigung und Wahlrecht für Frauen und fand erstmals 1911 statt. Millionen von Frauen gingen wegen geschlechterbedingten Benachteiligungen auf die Straße. Mit dem Streik der Textilarbeiterinnen in Sankt Petersburg am 8. März 1917 erhielt der IFT einen weltgeschichtlichen Aspekt. Er wird daher international am 8. März gefeiert.

Der IFT ist noch immer notwendig, um Diskriminierungen sichtbar zu machen und frauenpolitische Rechte einzufordern. Zugleich ist er ein Tag, an dem Frauen mit Stolz auf das bisher Erreichte zurückblicken können: ein Grund zum Feiern.

IFT 2022 – "Starke Frauen. Starkes Köln."

Die Oberbürgermeisterin, die Gleichstellungsbeauftragte sowie das "Aktionsbündnis IFT" hatten Kölner*innen traditionell zu Feierlichkeiten eingeladen.

Dieses Jahr fand die Veranstaltung erstmals im Bürgerhaus Stollwerck statt. Am Samstag, 11. Juni 2022, war es endlich so weit! 

Es gab ein buntes Workshop-Angebot und Kölner Frauenorganisationen präsentierten sich auf dem "Markt der Möglichkeiten".

Markt der Möglichkeiten & Netzwerk-Café

Seit nunmehr zehn Jahren koordiniert der AKF den "Markt der Möglichkeiten". Besucher*innen und Aussteller*innen schätzen die gute Atmosphäre, die Bandbreite der Informationen sowie die Kooperationsmöglichkeiten, die sich durch den direkten Austausch ergeben.

Für den knurrenden Magen und den notwendigen Koffein-Kick stand den Besucher*innen ein Netzwerk-Café auf der Empore des Großen Saals mit kostenlosem Kaffee und Kuchen zur Verfügung. 

Für musikalische Untermalung sorgten zwei Stipendiatinnen der Hochschule für Musik und Tanz in Köln: Celina Hentschke (Flöte) und Fátima Alcázar Rodríguez (Saxophon). 

Workshops und Fachvorträge

"Tradition Mord" - Lesung zum Thema Femizid

Jeden Tag versucht ein Mann seine (Ex-)Frau zu töten. Jeden dritten Tag gelingt der Femizid. Von "Beziehungstaten" ist dann die Rede. Wenn überhaupt davon die Rede ist. Denn in der Regel erfahren diese Fälle eine geringe mediale Aufmerksamkeit – im Gegensatz zu den sogenannten Ehrenmorden. Der Roman "Tradition Mord" von Sarah Kessler widmete sich genau diesem Konflikt und hinterfragte dabei die Wechselwirkung gesellschaftlicher Konventionen und Beziehungsgefügen.  

Referentin: Sarah Kessler

Mehr zur Referentin

Frauen und Finanzen

Geldanlage ist Männersache? Von wegen. Selbst ist die Frau! Doch wie werden Sie eine erfolgreiche Investorin? Dies erfuhren die Teilnehmenden in diesem interaktiven Workshop. Die Beraterinnen der Sparkasse KölnBonn gaben wichtige Informationen mit auf den Weg und standen für Fragen zur Verfügung.

Referentinnen: Jutta Arentz, Annett Jäger, Marita Kronenberg, Stefanie Schulze, Sophia Schwind

Unterstützung sozialer Projekte – am Beispiel der Ukraine-Hilfe

Viele Frauenorganisationen unterstützen soziale Projekte und benötigen Sachmittel. Doch oft fehlt es an geeigneten Sachspenden. Eine Quelle, um diesen Bedarf günstig und mit fabrikneuen Produkten zu decken, ist die gemeinnützige innatura aus Köln. Seit 2013 wurden über 2.500 gemeinnützige Organisationen in ganz Deutschland mit Sachspenden versorgt.

Am Bedarf der Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, aber auch für die Hilfe in der Ukraine und in umliegenden Ländern wurde gezeigt, wie innatura auch die Arbeit anderer Organisationen unterstützen kann.

Referentin: Dr. Juliane Kronen

Mehr zu innatura

Kölner Frauen*Stadtplan

Im Rahmen des diesjährigen Internationalen Frauentags ging der Kölner Frauen*Stadtplan online, eine neue Website, die den Nutzer*innen Informationen zu historischen und zeitgenössischen Frauen, Frauenorganisationen sowie frauenrelevanten Orten in Köln bereitstellt.

Kölner Frauen*Stadtplan

Das Aktionsbündnis IFT

Vergangene Veranstaltungen

IFT 2021

Unter dem Motto "Lokal Verbunden – Digital Vernetzt – Im Handeln Vereint" fand erstmals eine digitale Veranstaltung statt, die den Teilnehmer*innen ein vielseitiges Programm aus Gesprächen, Workshops und Fachvorträgen zu aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen bot.

Der erste Veranstaltungsteil wurde aus den Räumlichkeiten des Senftöpfchen-Theaters live gestreamt. Neben einer Podiumsdiskussion zum Kölner Gleichstellungsausschuss fanden Interviews mit Frauke Mahr, Vorstandsmitglied der LOBBY FÜR MÄDCHEN e. V. und erste Kölner Frauenpreisträgerin, sowie Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK zu Köln, statt. Die Gespräche wurden von der Stellvertretenden Chefredakteurin des Kölner Stadtanzeigers, Sarah Brasack, geführt. Musikalisch wurde die Veranstaltung von dem Gesangs- und Harfen-Duo "Heaven's Gate" begleitet. Durch das Programm führte die Gleichstellungsbeauftragte Bettina Mötting.

Das  Programm wechselte von der linearen Streaming-Veranstaltung hin zu verschiedenen Workshops und Fachvorträgen: Von der Istanbul-Konvention über Equal Care und 1700 Jahre jüdisches Frauenleben in Köln hin zu Stimmtraining, Online-Konferenz-Tipps und entspannenden Yogaübungen hielt der zweite Veranstaltungsteil ein breit gefächertes Angebot bereit.

IFT 2020

© Susanne Wilwerscheid

Unter dem Motto "Heute für Morgen gestalten – wir gehen es an!" gewährten 60 Frauenorganisationen Einblicke in ihre Arbeit. Mit dabei war auch die LOBBY FÜR MÄDCHEN e. V., deren Geschäftsführerin Frauke Mahr einen Tag zuvor als Trägerin des ersten Kölner Frauenpreises gekürt wurde.

Mit der inhaltlichen Ausgestaltung der Workshops und der Podiumsdiskussion zum Internationalen Frauentag wurde ein breiteres und jüngeres Publikum fokussiert. Fünf Politikerinnen aus Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalebene diskutierten lebhaft mit der Moderatorin Cornelia Benninghoven "Wie macht Frau Politik?".

Ratschläge zum Umgang mit Hashtags gegen das Patriarchat gab die feministische Aktivistin Anne Wizorek. Die erfahrene Journalistin Marlies Hesse kam mit jungen Vertreterinnen von "Fridays for Future" sowie "Frauenstreik" über deren ehrenamtliches Engagement in ein generationsübergreifendes Gespräch, das auf eine sehr interessierte Zuhörerschaft traf. Die Besucher*innen nutzen das Café im Atrium zum Austauschen und Netzwerken.

Erstmalig gab es dort auch eine Fotobox. Die Gäste konnten per Sofortbild Statements zur Frage "Was bedeutet für Sie der Internationale Frauentag?" abgeben, die später einen "feministischen" Baum zierten.