Aktionsplan für nachhaltige Energie vom Rat verabschiedet
Der Rat hat in seiner Sitzung am 2. Februar 2010 den Aktionsplan für nachhaltige Energie beschlossen. Der Plan beinhaltet einen Auszug der in den letzten Jahren in Köln erfolgten Maßnahmen zum Klimaschutz in den Bereichen Energie, Bauen und Mobilität, eine erste Grobbilanz der Energie- und CO2-Emissionen sowie einen Ausblick auf das geplante Klimaschutzkonzept. Damit kommen wir in einem ersten Schritt den Klimaschutz-Verpflichtungen aus dem Bürgermeisterkonvent nach.
Der europäische Bürgermeisterkonvent
Der Bürgermeisterkonvent ist eine Initiative der Europäischen Kommission zur Unterstützung der internationalen Abkommen zum Klimaschutz. Inzwischen haben sich mehr als 900 Städte aus ganz Europa verpflichtet, die von der Europäischen Union bis 2020 angestrebte Verringerung der CO2-Emissionen um 20 Prozent noch zu übertreffen.
Bereits am 25. September 2008 hat der Rat der Stadt Köln beschlossen, dem Bürgermeisterkonvent beizutreten. Köln gehört damit zu den 31 deutschen Städten im Bürgermeisterkonvent.
Welche Ziele verfolgt der Bürgermeisterkonvent?
Der europäische Bürgermeisterkonvent verfolgt Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz, die unmittelbar auf lokaler Ebene von den Städten und Regionen zu realisieren sind.
Die festgelegten Ziele sind eine mindestens 20-prozentige Steigerung der Energieeffizienz, eine mindestens 20-prozentige Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energieträger am Energiemix und eine mindestens 20-prozentige Senkung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020.
Zur Erreichung der gesetzten Ziele müssen die Unterzeichnerstädte eine Aufstellung der Ausgangsemissionen erstellen und innerhalb eines Jahres nach Unterzeichnung einen Aktionsplan für nachhaltige Energie aufstellen, dem mindestens jedes zweite Jahr ein Umsetzungsbericht folgt. Der Bericht wird der Europäischen Kommission in Brüssel vorgelegt und von ihr geprüft.
Aktionsplan für nachhaltige Energie der Stadt Köln
Wir haben für den Aktionsplan einen Auszug der in den letzten Jahren erfolgten Einzelmaßnahmen in den Bereichen Energie, Bauen und Mobilität zusammengestellt. Mit dem internetbasierten Bilanzierungswerkzeug Eco-Region wurde eine Grobbilanz erstellt, die zunächst auf nationalen, statistischen Daten beruht und keine lokalen Besonderheiten berücksichtigt. Die Grobbilanz stellt somit eine erste Annäherung an die Verbräuche und Emissionen in Köln dar, wenn sie dem bundesdeutschen Durchschnitt entsprächen.
Der Vergleich des Jahres 2007 mit dem Basisjahr 1990 ergab eine Abnahme des Primärenergieverbrauchs um zehn Prozent und der CO2-Emissionen um fast 20 Prozent. Diese Einsparungen sind vor allem den Verbrauchsreduzierungen im industriellen Sektor zuzuschreiben. Im Sektor Mobilität wurde dagegen durch die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs ein Anstieg des Verbrauchs verzeichnet. Die positive Entwicklung der CO2-Emissionen wurde vor allem durch die Ablösung der sogenannten "schmutzigen" Energieträger Kohle und Heizöl durch Erdgas gefördert. Erdgas hat einen niedrigeren Emissionsfaktor.
Ausblick: Das Integrierte Klimaschutzkonzept
Es ist geplant, in den kommenden zwei Jahren mit der Unterstützung externer Gutachterinnen und Gutachter ein "Integriertes Klimaschutzkonzept" zu erstellen, das unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten eine detaillierte und fortschreibbare Energie- und CO2-Detailbilanz enthalten wird. Diese soll Basis für ein zukünftiges, kontinuierliches Monitoring sein.
Aufbauend auf dieser Detailbilanz werden die wirtschaftlichen CO2-Minderungspotenziale in den Bereichen Private Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistung (GHD), Industrie, städtische Liegenschaften und Mobilität identifiziert und ein Maßnahmenkatalog entwickelt.
Beteiligungen
Die Entwicklung dieses Maßnahmenbündels wird in einem partizipativen Prozess stattfinden, der von einem Arbeitskreis innerhalb der Verwaltung begleitet wird.
Für die kontinuierliche Einbindung der Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und lokalem Energieversorger wird darüber hinaus die Einrichtung eines stadtübergreifenden Projektbeirates vorgeschlagen. Dieser Beirat soll Bauträgerinnen, Bauträger, Investorinnen, Investoren und Verwaltung mit Planerinnen, Planern, Handwerk und Gewerbe zusammen bringen, um engagierte Klimaschutzprojekte in Köln auf den Weg zu bringen.
Außerdem sollen Workshops und eine Auftaktkonferenz "Klimaschutzimpulse für Köln" durchgeführt werden, um weitere relevante Akteurinnen und Akteure sowie die Öffentlichkeit in die Umsetzung des Maßnahmenplans einzubinden.
Download des Aktionsplanes
Weiterführender Link/Kontakt
Wenn Sie an weiteren Informationen interessiert sind, wenden Sie sich bitte an das
Umwelt- und Verbraucherschutzamt, Telefon: 0221 / 221-25583.
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