Beschreibung

Die Grundsteuerreform verpflichtet alle Eigentümer*innen von Grundstücken und Gebäuden sowie von Betrieben der Land- und Forstwirtschaft zur Abgabe einer Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts, einer so genannten Feststellungserklärung, gegenüber dem Finanzamt. Das Finanzamt wird auf der Grundlage der Feststellungserklärung Ihr Grundstück neu bewerten.

Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwertes ab 1. Juli 2022 (Feststellungserklärung)

In den vergangenen Wochen haben Sie vom Finanzamt ein individuelles Informationsschreiben mit Daten und Informationen erhalten, die der Finanzverwaltung vorliegen (wie zum Beispiel Einheitswert, Aktenzeichen, Grundstücksfläche, Bodenrichtwert usw.). Diese Daten können Sie nach Prüfung auf Vollständigkeit und Richtigkeit in die Feststellungserklärung übertragen.

Die Finanzverwaltung hat für die Zusammenstellung der benötigten Daten eine Checkliste herausgegeben.

Checkliste Finanzverwaltung

Daneben können auf dem Grundsteuerportal weitere Daten abgerufen werden.

Grundsteuerportal

Nach Aufruf dieser Seite können Sie über das Suchfenster im oberen linken Kartenbereich Ihr Grundstück über Eingabe der Anschrift auswählen. Mit einem anschließenden Mausklick auf das Grundstück öffnet sich ein Fenster mit den nachfolgenden Informationen:

  • Lage des Grundstücks
  • Gemarkungen und Flurstücke
  • Größe des Flurstücks
  • Bodenrichtwerte

Weiterhin können Sie Informationen über einen Grundbuchausdruck einholen. Einen Grundbuchausdruck können Sie bei dem für das Grundstück zuständigen Amtsgericht (Grundbuchamt) einholen.

Folgende Daten sind im Grundbuchblatt enthalten:

  • Eigentumsverhältnisse
  • Miteigentumsanteile
Für Grundstücke in Köln finden Sie hier weitere Informationen des Amtsgerichts Köln
Antragsformulare für Grundbuchausdrucke für Grundstücke in Nordrhein-Westfalen

Schließlich können Sie bei der zuständigen Kommunalverwaltung weitere Informationen über eine Akteneinsicht in die archivierte Bauakte Ihres Hauses einholen.

Folgende Angaben sind in der Regel in den archivierten Bauakten enthalten:

  • Grundfläche (Wohn- und Nutzungsfläche)
  • Anzahl Garagen- und Tiefgaragenstellplätze
  • Baujahr beziehungsweise Fertigstellung (Jahr erstmalig bezugsfertig ab 1949)

Wurde Ihr Gebäude vor 1949 errichtet, benötigen Sie diese Angaben nicht.

Nähere Informationen für Kölner Grundstücke erhalten Sie beim Zentralen Aktendepot und auf dieser Seite.

Die Übermittlung der Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwertes an das Finanzamt ist ab dem 1. Juli 2022 elektronisch möglich.

Nähere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Finanzverwaltung NRW.

Private Eigentümer*innen von Ein- und Zweifamilienhäusern, Eigentumswohnungen und unbebauten Grundstücken können außerdem das Formular "Grundsteuererklärung für Privateigentum" verwenden. Der Online-Service wurde im Auftrag des Bundesfinanzministeriums für alle Bundesländer entwickelt, die am Bundesmodel teilnehmen. Das Formular ist auf Standardfälle von Privatbesitzer*innen zugeschnitten und dadurch deutlich vereinfacht im Vergleich zu ELSTER. Das Ziel ist die Abgabe der Grundsteuererklärung für Eigentümer*innen so stressfrei wie möglich zu machen.

Nähere Informationen zur Grundsteuererklärung für Privateigentum finden Sie auf dieser Internetseite.

Wir sind zur Beratung und zur Entgegennahme der Formulare zur Feststellungserklärung nicht befugt. Wir können keine Auskunft zur Feststellungserklärung oder zur Bewertung Ihres Grundstücks erteilen.

Bei Fragen sind die Kölner Finanzämter Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr unter den folgenden Grundsteuer-Hotlines erreichbar:

FinanzamtTelefon
Finanzamt Köln-Altstadt0221 / 2026-1959
Finanzamt Köln-Mitte0221 / 92400-1959
Finanzamt Köln-Nord0221 / 97344-1959
Finanzamt Köln-Ost0221 / 9805-1959
Finanzamt Köln-Porz02203 / 598-1959
Finanzamt Köln-Süd0221 / 2026-1959
Finanzamt Köln-West0221 / 5734-1959

 

Hintergrund

Mit Urteil vom 10. April 2018 hat das Bundesverfassungsgericht die bundesgesetzlichen Regelungen zur Grundsteuer für verfassungswidrig erklärt. Ausschlaggebend für das Urteil war die steuerliche Ungleichbehandlung von Grundvermögen aufgrund über einen langen Zeitraum nicht durchgeführter Aktualisierungen der Besteuerungsgrundlagen. Somit hat die gesetzliche Regelung zur Grundsteuer gegen das Gleichheitsprinzip des Grundgesetzes verstoßen (Art. 3 Abs. 1 Grundgesetz).

Das Bundesverfassungsgericht hat dem Bund eine Frist für die Neuregelung bis zum 31. Dezember 2019 gesetzt. Im November 2019 hat der Bundesgesetzgeber die Grundsteuerreform verabschiedet (das sogenannte Bundesmodell). Durch eine Öffnungsklausel wurde den Ländern die Möglichkeit eröffnet, Anpassungen am Bundesmodell vorzunehmen beziehungsweise ein eigenes Grundsteuermodell zu beschließen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat von dieser Öffnungsklausel bislang keinen Gebrauch gemacht. Somit gilt in Nordrhein-Westfalen das Bundesmodell.

Folge der Reform ist, dass alle Grundstücke neu bewertet werden müssen. Die Bewertung der Grundstücke erfolgt durch die Finanzämter des Landes. Erst wenn die Bewertung des Grundstücks feststeht, kann die Stadt einen neuen Grundsteuerbescheid erlassen, aus dem sich die korrekte Höhe der Grundsteuer ergibt.

Grundsteuererhebung durch die Stadt Köln

Bis zum 31. Dezember 2024 berechnen und erheben die Kommunen die Grundsteuer nach der bisherigen Rechtslage. Das Finanzamt sendet Ihnen infolge Ihrer bis zum 31. Oktober 2022 abzugebenden Feststellungserklärung in den nächsten Jahren einen Grundsteuerwertbescheid und einen neuen Grundsteuermessbescheid zu. Ab dem 1. Januar 2025 erheben wir die Grundsteuer auf der Grundlage dieser neuen Bescheide. Der ab dem Jahr 2025 geltende Grundsteuer-Hebesatz wird voraussichtlich im Jahr 2024 vom Rat der Stadt Köln festgelegt.

Weiterführende Links zur Grundsteuerreform

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Bus-Linien 120, 121, 122, 125, 126 und 181 (Haltestelle Chorweiler)
S-Bahn-Linie S 6, S 11 (Haltestelle Chorweiler)

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