Mittwoch, 27. 01. 2010 11:36 Uhr

Daten und Fakten zur Landeskatastrophenschutzübung am Flughafen Köln/Bonn

Auch 13 Krankenhäuser sind beteiligt

Das vom Bund für LÜKEX 09/10 festgelegte Übungsthema und -ziel ist die Auseinandersetzung mit terroristischer Bedrohung. Dabei wird auch die Gefahrenabwehr bei Anschlägen mit chemischen und radioaktiven Substanzen geprobt werden. Dieses Thema spiegelt sich auch in der Lage für die Landeskatastrophenschutzübung am Köln Bonn Airport wider.

Teilszenario 1

Angenommen wird ein Anschlag durch eine Rakete auf eine Passagiermaschine. Auf dem Flughafen Köln/Bonn befindet sich auf dem Vorfeld W in Parkposition ein Airbus 318-100. Neben dem Flugzeug stehen noch zwei Busse auf dem Rollfeld, mit dem die Passagiere zum Terminal gefahren werden sollen. Um 10:32 Uhr wird das Verkehrsflugzeug von Terroristen mit einer Rakete beschossen, getroffen und geht in Flammen auf. Der Abschuss des Flugkörpers erfolgt vom Dach eines Kleintransporters, der außerhalb des Flughafengeländes auf der L 84 steht. Von 15 Passagieren, die sich zu diesem Zeitpunkt noch im Flugzeug befinden, werden zehn verletzt und fünf getötet. Weiterhin befinden sich zum Zeitpunkt des Anschlags 66 Passagiere vor dem Flugzeug, um in einen bereitgestellten Bus einzusteigen. Dort werden 57 Personen verletzt. Neun Menschen kommen ums Leben. In einem weiteren Bus, der bereits mit Passagieren in Richtung Terminal unterwegs ist und sich bei dem Einschlag in etwa 250 Metern Entfernung befindet, werden von den 25 Insassen zehn durch zerborstene Scheiben leicht verletzt.

Teilszenario 2

Um 11:47 Uhr, 75 Minuten nach dem ersten Anschlag, sprengt sich im Wartebereich des ausgelagerten "Terminals 300" (Bundeswehrgelände Linder Mauspfad) ein Selbstmordattentäter in die Luft. Die Sprengladung ist eine mit Cäsium-137 angereicherte "Schmutzige Bombe". Bereits um 11 Uhr, also 47 Minuten vor dem Selbstmordattentat, ist per Handy ein Notruf bei der Polizei eingegangen. In diesem Notruf schildert eine Person, dass sie sich mit weiteren Wartenden in Gewalt eines Attentäters befindet, der damit droht, sich und die Anwesenden durch eine am Körper versteckte Bombe zu töten. Diese Meldung führt zur Entsendung von Polizeibeamten (acht Einsatzkräfte) in diesen Wartebereich. Ohne Vorankündigung zündet der Attentäter um 11:47 Uhr die Bombe. 30 Personen (einschließlich der acht Einsatzkräfte) werden verletzt und/oder mit radioaktivem Material kontaminiert. Der Attentäter kommt ums Leben. Die Polizeikräfte werden nicht verletzt, konnten aber bereits soweit ins Gebäude vordringen, dass sich diese im Wirkungskreis der "Schmutzigen Bombe" befinden. Somit besteht auch bei den Einsatzkräften der Verdacht einer Kontamination.

Die Verletztendarsteller sind Polizeibeamte der Einsatzhundertschaft und Rekruten der Bundeswehr.

Ziele der Übung

  • Zusammenarbeit bei außergewöhnlichem Einsatz
  • Zusammenarbeit mit Nachbarkräften im Rahmen der überörtlichen Unterstützung
  • Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizeibehörden und Flughafen
  • Koordinierung operativer Maßnahmen
    Sicherheit, Ressourcen...
  • Koordinierung städtischer Maßnahmen/Krisenstab
    Sicherheit, öffentliche Ordnung...
  • Freiwillige Teilnahme von 13 Kölner Krankenhäusern
    Ziel: Erprobung des Krankenhaus-Notfallplans
    Realtransport der Verletztendarsteller in die Kliniken

Personaleinsatz

  • Feuerwehr und Hilfsorganisationen
    800 Einsatzkräfte, davon 394 überörtliche Kräfte aus den Kreisen Aachen, Düren, Heinsberg, Euskirchen, Rhein Erft-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, sowie den Städten Leverkusen, Bonn und Aachen
  • Polizei
    rund 1.000 Beschäftigte
  • Flughafen
    rund 100 Beschäftigte
  • Übungsleitung/Übungsorganisation
    680 Kräfte, davon 77 Übungsleiterinnen und Übungsleiter (einschließlich Team Psychosoziale Unterstützung, Logistik)

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