Partnerschaftliche Kontakte zu einer französischen Stadt knüpfte Köln mit Lille bereits fünf Jahre vor der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags zwischen Frankreich und Deutschland. In zahlreichen Schulpartnerschaften haben sich so vor allem junge Menschen kennengelernt.

Zudem werden gemeinsame Veranstaltungen in den Bereichen Sport und Kultur - wie etwa Ausstellungen und Konzerte - durchgeführt. Auch auf Verwaltungsebene findet ein reger Austausch unter anderem in den Bereichen Tourismus und Verkehr statt.

Eine Gemeinsamkeit der Partnerstädte Lille und Köln sind ihre Eigenschaften als Universitäts- und Messestädte. Lille und Köln sind Teil einer Ringpartnerschaft, die 1958 zwischen den Städten Lille, Esch-Sur-Alzette, Lüttich, Rotterdam, Turin und Köln geschlossen wurde. Dieser besondere Verbund sollte in erster Linie das Zusammenrücken Europas auf kommunaler Ebene fördern. Die Freundschaft war für diese Städte so bedeutend, dass sie sie 1983 noch einmal bekräftigten.

Zahlen und Fakten zur Partnerstadt

Lille, Hauptstadt des Département Nord-Pas, ist nahe der belgischen Grenze gelegen. Über 172.000 Menschen leben in der nordfranzösischen Stadt.

Geschichte

Archäologische Funde belegen, dass hier schon vor den Römern Menschen an beiden Ufern des Deule lebten. 475 vor Christus besteht Lille aus isolierten Bauernhöfen und kleinen Ansiedlungen.

Bereits im neunten Jahrhundert gibt es eine Ansiedlung mit Hafen, der den Grundstein für die spätere wirtschaftliche Bedeutung von Lille legt. In den Jahren 830 bis 910 gelangen plündernde Wikinger nach Flandern. Die Bevölkerung sucht nun dagegen verstärkt Schutz beim Landadel, den sie durch Arbeitsdienst entlohnen. Auf Grund dieser Entwicklung wird das Feudalsystem gestärkt.

Die erste schriftliche Erwähnung der Kölner Partnerstadt stammt aus dem zehnten Jahrhundert, als der Herzog von Flandern hier seinen Herrschaftssitz hatte. Dank des florierenden Textilhandels gewinnt die Stadt immer mehr an Größe, neue Gemeinden entstehen. Mitte des 13. Jahrhunderts leben etwa 30.000 Menschen in Lille, das sich zum regionalen Marktplatz entwickelt hat. Hier werden insbesondere Agrarprodukte und Kleidung umgesetzt.

Im 14. Jahrhundert wird Lille von Kriegen, Pestwellen und Hungersnöten heimgesucht. Das 17. Jahrhundert ist durch wirtschaftliche Erfolge gekennzeichnet. Bildende Kunst und Architektur blühen auf. 1667 wird Lille ein Teil Frankreichs und neue Stadtteile entstehen.

Lille ist im Jahr 2004 europäische Kulturhauptstadt gewesen.

Kultur und Sehenswertes

Kölns Partnerstadt an der Grenze zu Belgien bietet unter anderem eine breite kulturelle Vielfalt, vor allem Musik und Tanz haben einen festen Platz. Die Oper und das bekannte Orchester - beide preisgekrönt - bieten klassische Musik. Aber auch Rock, Jazz und neue Musik sind in Lille zu finden. Das Nationale Konservatorium für Musik und Tanz sorgt mit seinen zwei Musikschulen zudem für die Ausbildung des Nachwuchses. Das Ballet du Nord de Maryse Delenter et Danse bietet insbesondere modernen Tanz.

Liebhaber des Theaters kommen im Théâtre du Nord de Stuart Seide und im Théâtre de La Métaphore auf ihre Kosten. Zum "Festival de Lille", jedes Jahr im Mai, verwandelt sich das Viertel Lille-Wazememmes mit einem Akkordeon-Festival in eine Bühne und abends finden in den Kneipen des Viertels Live-Konzerte statt.

Lille ist - wie Köln - eine Stadt mit vielen Museen. Besonders hervorzuheben ist das Musée des Beaux Arts, eines der bedeutenden Kunstmuseen Frankreichs. Auch das Musée de l'Hospice Comtesse, das 1237 als Armenhaus gegründet wurde, bietet Werke flämischer, holländischer und nordfranzösischer Meister. Zusätzlich kann man den alten Krankensaal und die Barockkapelle besichtigen. Lille, das eine lange Tradition als Industriezentrum hat, besitzt auch ein eigenes Industriemuseum. Das Geburtshaus des berühmtesten Sohnes der Stadt, Charles de Gaulle, dient heute als Museum. Hier befindet sich neben einer Ausstellung über sein Leben auch eine Sammlung von Möbeln aus dem 19. Jahrhundert.

In der Altstadt, die schätzungsweise 1.000 Jahre alt ist, gibt es viele architektonisch beeindruckende Bauten aus dem 17. Jahrhundert im französischen und flämischen Stil. Dazu zählt sicherlich die Vieille Bourse, die ehemalige Börse, die beide Baustile miteinander verbindet. Die Grand Place, auch Place du Généralgenannt, ist ein Symbol für den Widerstand gegen die Österreicher. Hier befindet sich auch die "Göttin", eine 1845 errichtete Statue zur Erinnerung an die österreichische Belagerung im Jahre 1792. Schon von Weitem ist der 106 Meter hohe Rathausturm zu sehen. Das Rathaus stammt zwar aus dem 20. Jahrhundert, ist jedoch vom flämischen Baustil beeinflusst.
Erholung kann man in den zahlreichen Parkanlagen finden. Im Matisse Park und im botanischen Garten wachsen auch seltene und exotische Pflanzen.

Partnerschaftsverein

Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) Köln e. V. 

Willi Beck 
Geschäftsstelle der DFG 
Gudrun Bießmann
Raumerstraße 6
50935 Köln

Telefon und Fax: 0221 / 9402676

E-Mail an den Verein Deutsch-Französische Gesellschaft Köln
Internetseite des Vereins Deutsch-Französische Gesellschaft Köln
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