Bevor die Partnerschaft mit der rumänischen Stadt Klausenburg, deren rumänische Bezeichnung Cluj-Napoca lautet, 1976 offiziell besiegelt wurde, bestanden bereits seit einigen Jahren Kontakte. Köln leistet in erster Linie Entwicklungshilfe und unterstützt seine Partnerstadt mit materieller, aber auch finanzieller Hilfe. Insbesondere medizinische Einrichtungen wie eine Kinder- sowie eine Strahlenklinik werden unterstützt. Die Solidarität der Kölner Bürgerinnen und Bürger sowie Firmen mit dem rumänischen Partner hat sich immer wieder in verschiedenen Spendenaktionen geäußert. In den Jahren 1981 bis 1989 gab es bedauerlicherweise einen Stillstand der partnerschaftlichen Beziehungen, da bis zum Volksaufstand Weihnachten 1989 jegliche Kontakte unmöglich geworden waren. Erst nach diesem Ereignis konnten weitere Hilfsmaßnahmen durchgeführt werden. Ein Jahr später begannen die Kölner Bemühungen, die Partnerschaft wieder zu beleben. 1993 konnte man erste Früchte ernten, als mit dem kulturellen Austausch in Form von gemeinsamen Ausstellungen und Lesungen begonnen wurde. Zwei Jahre später wurde der Fachaustausch beziehungsweise eine Zusammenarbeit in den Bereichen Universität, Schule, Umweltschutz, Stadtreinigung, Energieversorgung, Flughafen, Industrie- und Handelskammer beschlossen.Neben einer 2.000-jährigen Geschichte und der Flussnähe ist die Bedeutung beider Städte für Wirtschaft, Kultur und Bildung ein verbindendes Element.

Zahlen und Fakten zur Partnerstadt

Klausenburg, im Nord-Westen Rumäniens gelegen, befindet sich inmitten Siebenbürgens. Mit einer Fläche von 179,5 Quadratkilomitern zählt sie zu den größten Städten des Landes. In der Hauptstadt des Kreises Cluj leben über 400.000 Menschen. Mit über zehn praktizierten Religionen verfügt Klausenburg über eine große religöse Vielfalt, wobei die Mehrzahl der Einwohnerinnen und Einwohner dem orthodoxen Glauben angehören. 23 Prozent der Klausenburger Bürgerinnen und Bürger sind ungarischer Abstammung, was die Stadt zum Mittelpunkt der in Rumänien lebenden Ungarinnen und Ungarn macht, die ansonsten eine Minderheit darstellen. Auch Menschen deutscher Abstammung leben hier; sie machen etwa 2 Prozent der Bevölkerung aus. Neben der offiziellen Landessprache rumänisch, die zu den romanischen Sprachen zählt, sind in Klausenburg auch die Sprachen der Minderheiten zu hören. Die Stadt am Ufer des Somesul Mic Flusses liegt in einer reizvollen Landschaft, die durch Berge, Wälder und großen Wasserreichtum geprägt ist. Neben großen Seen und Stromschnellen gibt es auch einige unterirdische Gewässer. Das kontinental-gemäßigte Klima beschert Cluj Napoca - so die rumänische Bezeichnung - heiße Sommer und kalte Winter.

Geschichte

Klausenburg kann als ehemaliges Zentrum romanischer Kultur auf eine 2.000-jährige Geschichte zurückblicken. Seinen Ursprung nimmt die Stadt jedoch als dakische Siedlung. Im Jahre 106 nach Christus wird sie zur römischen Kolonie, die bald darauf zur Hauptstadt Dacia Porolisensis ernannt wird. In dieser Zeit beginnt die Romanisierung von Sprache und Kultur. In den folgenden 500 Jahren übernehmen Goten, Hunnen, Bulgaren, Awaren, Petschenegen, Komanen und Tataren die Herrschaft.

Nach der Invasion der Tataren im Jahre 1241 siedeln sich Sachsen im Dorf der römischen Festungsanlage Clausenburg an. Die deutsche und auch die ungarische Bezeichnung dieser Festungsanlage gehen auf das lateinische Wort "clausa" - was geschlossener Platz bedeutet - zurück. 1317 erhielt Clausenburg als eine der sieben sächsischen Städtegründungen die Stadtrechte. Im Mittelalter entwickelte es sich zu einer bedeutenden Stadt mit 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Auch in den darauffolgenden Jahrhunderten siedelten sich mehr und mehr Ausländerinnen und Ausländer in Rumänien an, so im 16. Jahrhundert die Ungarn. Im 17. Jahrhundert weiteten die Österreicher ihre Gebietsansprüche auf Ungarn und Siebenbürgen aus. Während der österreichischen Herrschaft wird Klausenburg Regierungssitz; eine Festungsanlage am linken Flussufer wird errichtet. Die hohen Steuerabgaben an die Österreicher führen letztlich zu Emanzipationsbestrebungen, die in der Revolution von 1864 zum Ausdruck kommen. Drei Jahre später wird Klausenburg unter dem Namen Koloszvar Teil des Königreichs Ungarn.

Die Teilnahme am Ersten Weltkrieg bringt viel Leid über die Stadt. Seit 1918 ist Klausenburg rumänisch. Lediglich in den Jahren 1940-1946 geht der Kölner Partner erneut in ungarisches Machtgebiet über. 1974 erhält sie eine weitere Umbenennung: seitdem heißt die Stadt Cluj-Napoca. Der Zusatz Napoca erinnert an den dakischen Ursprung der Stadt.

Kultur und Sehenswertes

Die Kölner Partnerstadt, die auch als "Herz von Transsilvanien"  bekannt ist, bietet eine breite kulturelle Vielfalt. Das Teatrul National und das Teatrul Maghiar stehen in der langen Theatertradition der Stadt. Besonders beliebt bei Kindern ist das Puppentheater Puck. Ein breites Repertoire bieten die Opera Romana und die Opera Maghiara.

Klausenburg ist nicht nur der Sitz von musisch Talentierten, sondern auch von literarischen und künstlerisch Kreativen, was die große Anzahl von Festivals und Wettbewerben dokumentiert. Zu einer festen Institution sind etwa das Mozartfestival sowie das zur Erinnerung an den Dichter und Philosophen Lucian Blaga stattfindende Festival geworden, auf dem Gedichte vorgetragen werden.

Die rumänische Stadt ist, ähnlich wie Köln, ein Mekka für Museumsinteressierte. Neben dem Kunst- und Literaturmuseum ist das Muzeul National de Istori a Transilvaniei, das die Geschichte Transsilvaniens präsentiert, hervorzuheben. Köln und Klausenburg haben außer der Kunst und den Museen noch eine dritte Gemeinsamkeit. In beiden Städten spürt man das typische Ambiente einer Universitätsstadt.

Die künstlerische Orientierung der Stadt ist ebenso allgegenwärtig. Dies schlägt sich besonders in der Architektur nieder. Alle in Europa dominierenden Baustile des Mittelalters und der Neuzeit sind hier vertreten. Sehenswert sind sicher die Paläste Banffy aus dem 18. Jahrhundert und Teleki, im Stil der Neoklassik erbaut.

Eine vierte Gemeinsamkeit beider Städte sind die Kirchen. Kennzeichnend in Klausenburg  ist der Reichtum an Kirchenbauten, die vor allem wegen ihrer Kunstschätze, wie in Silber und Gold gefasste Ikonen, sehenswert sind. Besonders hervorzuheben ist die römisch-katholische Michaelskirche aus dem 14. Jahrhundert, das größte Gotteshaus dieser Art in Transsilvanien. Der gotische Bau - der Kölner Dom ist auch gotischen Baustils - konnte in der nahezu 200-jährigen Bauzeit nicht vollendet werden. Die Kirche besitzt nur einen statt der geplanten zwei Türme.

Wer auf den Spuren von Graf Dracula wandeln möchte, dem sei ein Besuch auf Schloss Bran in der Nähe von Kronstadt empfohlen. Das Anwesen ist der angebliche Wohnort des Prinzen Vlad Tepes, der als Inspirationsquelle für die Romanfigur diente.

Partnerschaftsverein

Freundeskreis Städtepartnerschaft
Köln - Klausenburg e. V.

Alice Gneipelt
Chemnitzer Straße 4
51056 Köln

Telefon: 0221 / 313689

E-Mail an den Verein Freundeskreis Städtepartnerschaft Köln-Klausenburg

Kontaktadresse der Partnerstadt:

Internetseite Klausenburg