„Innovationen im regionalen Daseinsvorsorgemanagement durch optimierte Unterstützung von Stadt-Land-Kooperationen“ (Förderkennzeichen: 033L122)

Die Stadt Köln ist Verbundpartner bei einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt. Das Projekt verfolgt das Ziel, effektive regionale Kooperationen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Daseinsvorsorge zu initiieren, die ohne innovativen Input nicht zustande kommen würden. Projekt-Schwerpunkte bilden dabei die wohnstandortbezogene Infrastruktur, also Bildung (Schulen und Kindergärten), Einzelhandel, Kultur, Verkehr oder Gesundheit (Ärzte, Apotheken). Die erforderlichen Innovationsprozesse sollen optimiert sowie ihre Umsetzung verbessert werden. Dazu ist es nötig, die bisherigen Grenzen regionaler strategischer Aushandlungsprozesse zu erforschen und deren Hemmnisse in Richtung Umsetzung besser zu verstehen. Auf Basis dieser Erkenntnisse sollen innovative und praxisrelevante Ansätze entwickelt werden, mit deren Hilfe die bisherigen Hemmnisse gezielt adressiert und verhandelt werden können.

Der Projektverbund besteht aus vier Forschungspartnern, dem Institut für Technologie- und Innovationsmanagement sowie dem Institut für Verkehrsplanung und Logistik, beide an der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH), dem Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstitut an der Universität zu Köln (FIFO), der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung Dortmund (ILS) und drei Praxisregionen, dem Landkreis Göttingen, dem Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover und der Region Köln. Sie bilden die Innovationsgruppe „UrbanRural Solutions“, um gemeinsam umsetzungsfähige Lösungen für die Daseinsvorsorge zu entwickeln.

Die Aufgabe der Stadt Köln besteht unter anderem im Aufbau einer regionalen Informationsbasis zu den Finanzdaten und -strömen in der regionalen Daseinsvorsorge. Durch die Sammlung und Verknüpfung relevanter Daten zum Bedarf, der Erreichbarkeit und Finanzierung von regionalen Einrichtungen soll ein regionales Daseinsvorsorge-Monitoring als informatorische Grundlage für fundierte strategische Planungs- und Aushandlungsprozesse aufgebaut werden. Auf dieser Basis sollen im Dialog mit den Projektpartnern Kooperationsmodelle an der Schnittstelle Daseinsvorsorge und öffentliche Finanzen abgeleitet werden. Dies bietet der Stadt Köln künftig u.a. die Chance zur aktiven Ausgabensenkung.

Projektinhalte und Ziele

Das Spannungsfeld aus demografischem Wandel, schwindenden finanziellen Ressourcen der öffentlichen Hand und Aufgaben der regionalen Daseinsvorsorge sind drängende Herausforderungen der Kommunen. Die vielfältigen Anpassungen an die sich wandelnden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen werden nur mit Hilfe nachhaltiger Strategien einer regionalen Aufgabenteilung und der räumlichen Reorganisation zu bewältigen sein, die wiederum nur in enger Abstimmung mit allen Akteuren der regionalen Ebene umgesetzt werden können. Aus dem Nebeneinander wachsender und schrumpfender Räume und der Notwendigkeit, die räumliche Verteilung sowie die Erreichbarkeit von Versorgungsinfrastrukturen zu überdenken, folgen komplexe Abstimmungs- und Kooperationserfordernisse besonders zwischen urbanen und ländlichen Räumen. Die nötigen Kooperationen stellen hierbei ein entscheidendes planerisches Instrument im Kontext eines nachhaltigen Landmanagements dar.

Forschungsansatz

Die drei Untersuchungsregionen unterscheiden sich deutlich in ihren jeweiligen demografischen Herausforderungen, die auch innerhalb der drei Regionen stark divergieren und sowohl Schrumpfungs- als auch Wachstumsprozesse umfassen. Daneben sind alle Regionen von unterschiedlichen Verwaltungsstrukturen gekennzeichnet und variieren in ihren fachlichen Zuständigkeiten. Dies ermöglicht ein breites Untersuchungsfeld hinsichtlich bestehender Hemmnisse und zugleich eine Übertragbarkeit der verschiedenen Lösungsansätze auf andere Regionen.

Durch die enge Kooperation mit mehreren Forschungseinrichtungen sind zudem Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Qualifizierung herstellbar. So ist es ein besonderes Anliegen des Projektes, die identifizierte Lücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schließen, indem Forschungsergebnisse und innovativen Produkte nachhaltig praxistauglich implementiert werden. Dafür werden Vertreter der Innovationswissenschaften in den Verbund integriert, um die beschriebenen vielschichtigen Problemlagen zu durchdringen und offen-zulegen. Dieser zusätzliche wissenschaftliche Blickwinkel auf Innovationsprozesse in der regionalen Planung soll Empfehlungen für die Gestaltung der angestrebten Innovationen liefern und sie den Implementierungsanforderungen der Praxis anpassen. Dieses Innovationskonzept soll so weit ausgearbeitet werden, dass tragfähige Produkte entstehen, die auch auf andere Regionen und neue Fragestellungen angewendet werden können.

Ansprechpartner:

Dezernat Finanzen

Herr Reischl

Heumarkt 14

50667 Köln

Tel.: 0221/221-25936

E-Mail: Richard.Reischl@stadt-koeln.de

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