Sitzverteilung im neu gewählten Kölner Rat
Für die Wahl des Rates ist die Stadt Köln in 45 Kommunalwahlbezirke eingeteilt. Das Wahlverfahren sieht vor, dass der Kandidat beziehungsweise die Kandidatin mit der höchsten Stimmenzahl im Wahlbezirk direkt in den Stadtrat gewählt ist - auf diese Weise werden 45 der regulären 90 Ratssitze besetzt. Für die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat ist allerdings das Abschneiden aller Parteien ausschlaggebend. Aus den Reservelisten der Parteien werden die übrigen Mandate so vergeben, dass die Verteilung der Ratssitze auf die Parteien den erzielten Stimmenanteilen entspricht. Bei der gestrigen Kommunalwahl fielen keine "Überhangsmandate" an, so dass die Zahl der Sitze im Kölner Rat mit 90 bestehen bleibt.
Nach dem gestrigen Stimmenergebnis erhalten sowohl CDU (-4) als auch SPD (-3) jeweils 25 Sitze. Die GRÜNEN kommen auf 20 Mandate (+5) und die FDP auf neun Mandate (+2). Die Sitzzahl der LINKEN bleibt mit vier Sitzen konstant, pro Köln behält ebenfalls ihre fünf Sitze.
Von den "Sonstigen"-Parteien sind sowohl die Freien Wähler Kölner Bürger Bündnis wie auch die Vereinigung "DEINE FREUNDE" mit je einem Sitz im Rat vertreten. Die BÜRGER sind 2004 mit zwei Sitzen in den Rat gewählt worden. Nachdem ein Ratsmitglied ein Einzelmandat übernommen hat, hat Dr. Martin Müser die BÜRGER als Freie Wähler-Kölner Bürger Bündnis mit einem Sitz weiter geführt.
Damit setzt sich der neue Rat aus nunmehr acht Parteien beziehungsweise Wählergruppen zusammen (2004: neun), sechs davon mit Fraktionsstatus.
Im Hinblick auf mögliche "Koalitionen" ist diese Sitzkonstellation wie folgt zu bewerten:
SPD und GRÜNE haben zusammengerechnet 45 Sitze im neu gewählten Rat. Dies ist - mit der Stimme eines SPD-Bürgermeisters - nunmehr eine Mehrheitskonstellation, die Rot-Grün eine operative Mehrheit im Rat verschafft.
Das bürgerliche Lager von CDU und FDP verfügt zusammengerechnet über 34 Sitze, sie sind somit zur Bildung einer Mehrheitskonstellation auf Stimmen der übrigen im Rat vertretenen Fraktionen/Einzelmitglieder angewiesen.
Die CDU holt bei der gestrigen Kommunalwahl 18 (2004: 23) ihrer 25 Mandate direkt in den Wahlkreisen und weitere sieben Mandate über die sogenannte "Reserveliste". Die CDU verliert fünf Direktmandate, darunter vier an die SPD (Wahlbezirk 7 mit den Stadtteilen Poll, Westhoven, Ensen, Wahlbezirk 27 mit den Stadtteilen Volkhoven/Weiler, Chorweiler, Blumenberg, Wahlbezirk 39 mit dem Stadtteil Dellbrück sowie Wahlbezirk 45 mit den Stadtteilen Ostheim und Neubrück) sowie Altstadt Nord I an die GRÜNEN. Fritz Schramma und Winrich Granitzka gelangen so - als nicht direkt gewählte Kandidaten - über die Liste in den Rat.
