Der Villenvorort

Der am Rhein gelegene Stadtteil Marienburg verdankt seinen Ausbau zum geschlossenen Villenvorort der Initiative des Kölner Industriellen Ernst Leybold, der mit dem Bau erster Straßen und vornehmer Landhäuser begann. Der Namensgeber war das römische Flottenkastell Alteburg und der Vorname Maria der Tochter des Grundstücksspekulanten P. J. Hagen, der 1844/1845 den Landsitz Marienburg baute.

Erste Villen in der Nähe der Mühle

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war auf dem Areal des Flottenkastells die heute noch bestehende Mühle sowie ein 8 Hektar umfassender englischer Garten und ein Geschäftsgebäude errichtet worden. 1870 bis 1872 folgten südlich der Mühle die Industriebauten der "Rheinischen Aktienbrauerei Alteburg" und des Wasserwerkes "Alteburg". Wenig später entstand im Bereich des Gutshofes "Marienburg" ein erstes Villengebiet. Am Rheinufer und in der Rathausstraße begann dann sehr zögernd die Bebauung von Marienburg.

Positiver entwickelte sich die Bebauung erst nach der Eingemeindung 1888 durch die Gründung der Aktiengesellschaft "Kölnische Immobiliengesellschaft" im Jahre 1891. 1896 erließ die Stadt Köln eine Zonenbauordnung in vier Klassen, die für Marienburg eine offene Bauweise festsetzte.

Marienburg nach dem Ersten Weltkrieg bis heute

© Stadtkonservator/in, Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege/Dorothea Heiermann

Die Hauptausbauzeit Marienburgs endete mit dem Ersten Weltkrieg. Bis dahin waren überwiegend in einen Park eingebettete Großvillen mit separatem Kutscher- oder Garagenhaus sowie Gartenpavillons entstanden. Vorherrschend war eine am englischen Landhausstil orientierte Architektur, wie sie vor allem Paul Pott und Otto March vertraten. Nach 1920 entstanden nur noch wenige Großvillen, die in den meisten Fällen von Theodor M. Merrill entworfen worden waren.

Allen Bauten Marienburgs bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gemeinsam ist das hohe Niveau in Bezug auf die architektonisch-künstlerische Qualität. Die führenden Kölner Architekten, aber auch Persönlichkeiten von außerhalb wie Josef Maria Olbrich, Bruno Paul oder Otto March, schufen hier viel beachtete und oft auch international anerkannte Bauten.

Trotz erheblicher Kriegszerstörungen konnte der Charakter als "Villen-Kolonie" bewahrt werden. Marienburg zählt somit zu den wenigen noch geschlossenen, von Architektur und Grünplanung bestimmten Villengebieten in Deutschland.

Akzente im Stadtteil

Deutschlandfunk, Generalkonsulat der Republik Polen, Golfplatz, Reformationskirche, Sankt Maria Königin, Südpark, Villenviertel und Zwischenwerk VIIIb mit Festungsmuseum