Trotz der Erfolge der Frauenbewegung ist die tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau, so wie es Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes vorsieht, noch nicht realisiert.

Der Internationale Frauentag ist immer noch notwendig, um Diskriminierungen sichtbar zu machen und frauenpolitische Rechte einzufordern. Zugleich ist er jedoch auch ein Tag, an dem Frauen mit Stolz auf das bisher Erreichte zurückblicken können: ein Grund zum Feiern.

In jedem Jahr laden die Oberbürgermeisterin, die Gleichstellungsbeauftragte, der Arbeitskreis Kölner Frauenvereinigungen (AKF), der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und weitere Frauenorganisationen und frauenpolitische Sprecherinnen, die Kölnerinnen und Kölner ins Rathaus zu aktuellen frauenpolitischen Themen ein.

Die Geschichte des Internationalen Frauentages

Der Internationale Frauentag (IFT) entstand im Kampf um Gleichberechtigung und Wahlrecht für Frauen. Initiiert durch Clara Zetkin (1857-1933) fand der erste IFT 1911 statt. Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA gingen wegen geschlechterbedingten Benachteiligungen auf die Straße. Ihre zentralen Forderungen waren das Recht auf Mitbestimmung und auf gleichen Lohn. Mit dem Streik der Textilarbeiterinnen in Sankt Petersburg am 8. März 1917 erhielt der IFT einen weltgeschichtlichen Aspekt. Er wird daher international am 8. März gefeiert.

Internationaler Frauentag 2018 - 100 Jahre Frauenwahlrecht

Unter dem Motto "100 Jahre Frauenwahlrecht – Machen wir mehr daraus!" hatte Oberbürgermeisterin Henriette Reker am 9. März 2018 von 14 bis 18 Uhr zu einer "Open House"–Veranstaltung im Kölner Rathaus eingeladen. Geboten wurden Workshops, ein Markt der Möglichkeiten, zwei Ausstellungen und ein Café zum Austauschen, Netzwerken und Twittern.

Workshops

Jeweils um 14 und um 16 Uhr starteten parallel vier 90-minütige Workshops mit folgenden Referentinnen und Themen:  

  • Susan Bagdach von Holla e. V.: Sexualisierte Gewalt geht alle an!
  • Pia Bräuning vom Vorstand der IG Metall: Let's talk about money!
  • Dr. Gundula Ludwig von der Universität Wien: Geschlecht – Macht – Staat?
  • Stefanie Lohaus, Missy Magazine: Papa kann auch stillen!

 

Markt der Möglichkeiten - Café - Twitter

Besucherinnen und Besucher konnten sich in einem Café im Atrium des Historischen Rathauses informieren und austauschen, netzwerken und twittern. Der "Markt der Möglichkeiten" in der Piazzetta bot Einblicke und Informationen zu über fünfzig Kölner Frauenorganisationen.

 

Ausstellungen

Begleitet wurde die Veranstaltung durch zwei Ausstellungen im Lichthof des Spanischen Baus:

  • Mit Macht zur Wahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht in Europa, eine Ausstellung des Frauenmuseums Bonn und des Kölner Frauengeschichtsvereines
  • 48 Portraits von Frauen aus Köln und Umgebung der Kölner Künstlerin Gerda Laufenberg

Beide Ausstellungen sind noch vom 9. bis 28. März 2018 zu sehen.

 

Dialog: Ist Gleichstellung heute noch wichtig?

Erstmalig hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker auch junge Menschen zum Austausch ins Rathaus eingeladen: Mit Schülerinnen und Schülern geladener Schulklassen diskutierte sie schon vor der Veranstaltung darüber, warum Gleichstellung auch heute noch wichtig ist.

Wir organisierten die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag 2018 gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kölner Frauenvereinigungen (AKF).