Eine Initiative von Kunstbeirat und Kulturdezernat

Zusammen mit dem Kunstbeirat sehen wir seit Langem den Bedarf, ein Handlungskonzept für Kunst im öffentlichen Raum zu entwickeln und auszugestalten, denn der Mangel ist offensichtlich. Es fehlen vor allem ein kuratorisches Konzept einschließlich Bestandspflege und Strategien für eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Zudem werden dringend ein Vermittlungskonzept, ein Budget für temporäre (Kunst-)Aktionen, klare Organisationsstrukturen sowie eine Finanz- und Personalausstattung für Kunst im öffentlichen Raum benötigt.

Neue Wege gehen

Tatkräftiges Engagement und die Beschlussfassung des Ausschusses Kunst und Kultur ermöglichen neue Wege: Anstelle einer klassischen Konzepterstellung für Kunst im öffentlichen Raum richten wir ein StadtLabor ein. Das StadtLabor soll Lösungen für die sich ergebenden Fragestellungen erarbeiten, interdisziplinär und durchaus experimentell.

Innerhalb des StadtLabors befassen sich wechselnde Teams zeitlich befristet in wechselnden Planquadraten zunächst in der Kölner Innenstadt modellhaft mit den Aspekten von Kunst im öffentlichen Raum und deren räumlichen und funktionalen Zusammenhängen.

Das StadtLabor für Kunst im öffentlichen Raum soll kontinuierlich fortgeführt werden mit weiteren Projekten und weiteren Teams in anderen Planquadraten. Hierzu werden wir mit Unterstützung des Kunstbeirates (europaweite) Ausschreibungen und Wettbewerbe anbieten. Für die Fortführung des StadtLabors sollen Fördermittel bei privaten und staatlichen Einrichtungen und Stiftungen akquiriert werden.

StadtLabor 2016/2017

Die stimmberechtigten Mitglieder des Kunstbeirats sowie Vertreterinnen und Vertreter des Museums Ludwig, des Kulturamts und des Dezernates für Kunst und Kultur verständigten sich in einer Sondersitzung am 18. November 2016 auf ein modifiziertes Wettbewerbsverfahren: Ein verkürztes Auswahlverfahren verspricht effektiver sowie zeit- und budgetfreundlicher zu sein. Aus 20 Einzelvorschlägen und einem Teamvorschlag des Kunstbeirats wählten sie am 2. Dezember 2016 drei Teams aus, die parallel an den Kölner Ringen bis Ende 2017 arbeiten sollen.

Auftaktprojekt (alle Teams)

Soundwolken

Am 17. Juli 2017 fand das Auftaktprojekt des diesjährigen StadtLabors entlang der gesamten Kölner Ringe statt. Von 14 bis 17 Uhr zirkulierten fünf Soundwolken zwischen dem südlichesten und dem nördlichsten Punkt der Ringe auf Fahrrädern, die ihren musikalischen Klang in die Umgebung verströmen. Während dieser drei Stunden konnte man an jeder beliebigen Stelle der Ringe dem besonderen Moment begegnen, an dem sich eine Soundwolke von Weitem nähert, die alltägliche Situation auf der Straße verwandelt, um sich schon kurz darauf wieder zu verflüchtigen. 

Soundwolken

Projekte Team 1 (Sieverts/Huber)

Kabine Rudolfplatz

© Uschi Huber

Der Hohenzollernsaal - ein Teil des Steigenberger Hotels gegenüber dem Rudolfplatz - wurde am 8. September 2017 zur Kabine Rudolfplatz.

Der Raum, ein quadratischer Glaskasten, erlaubte in drei Richtungen einen grandiosen Panoramablick auf das dichte städtische Treiben sowie auf den Abriss eines großen Gebäudekomplexes auf der südlichen Seite des Rudolfplatzes. Hier spielen sich unendlich viel Miniatur-Szenen ab, die Verkehrswege am Ring kreuzen sich.  

Wir richten in diesem Saal ein "Kino" für einen Tag ein, indem wir die gesamte Bestuhlung an die Fenster rücken und den konzentrierten Blick der Besucher nach außen richten. 

Gleichzeitig wurde das Gesehene, das durch die Größe der Glaswände filmischen Charakter bekam, wie in einem Real-Stummfilm mit Live-Musik verbunden. Dazu luden Uschi Huber und Boris Sieverts einen Stummfilm-Pianisten und einen Filmkomponisten ein.

Über 12 Stunden hinweg entwickelte sich ein ineinander fließendes Programm mit Live-Musik, Sprechern und Beiträgen der Besucherinnen und Besucher selbst.

Kabine Rudolfplatz

StadtLabor trifft StadtOASEN

© Rita Kersting

Für ihre Intervention haben sie sich unter anderem die Grünfläche am Sachsenring ausgesucht. Gemeinsam mit der Initiative Stadtoasen möchten sie die Aufmerksamkeit auf diesen ungehobenen grünen Schatz zwischen Kartäuserwall, Straßenbahntrasse, Ulrepforte und Waisenhausgasse lenken. Auf 28 Metern Länge wurde ein roher Tisch mit Bänken gebaut.  

Die Einweihungsfeier fand am 21. Juli 2017 statt.

Langer Tisch am Sachsenring

Projekte Team 2 (Reich/Rothstein/Hoffmann)

AUF DEN RINGEN

An den Kölner Ringen befinden sich zahlreiche Skulpturen im öffentlichen Raum. Jede Skulptur besitzt ihre eigene Formensprache und Präsenz, die in Kommunikation mit dem Raum, der sie umgibt, tritt.

Mit der wechselseitigen Beziehung zwischen städtischem Raum und bestehenden Skulpturen an den Kölner Ringen setzt sich das Team um Johanna Reich, Jan Rothstein und Matthias Hoffmann auseinander.

Johanna Reich fragt nach der Wahrnehmung der bestehenden Skulpturen am Ring und bezieht den digitalen Raum mit ein:

Per QR–Codes, die auf Messingplatten eingraviert sind, können Videos zu den Freiskulpturen an den Ringen abgerufen werden. Diese zeigen einen neuen Blick auf die vertrauten Skulpturen und deren Umgebung auf und tauchen im Oktober im Filmscreening an den Ringen auf. Der Theaterwissenschaftler und Dokumentarfilmer Jan Rothstein initiiert die filmisch-dokumentarische Spurensuche nach drei verschwundenen Kunstwerken, die sich ehemals an den Ringen befanden.

Als die Werke 2010 im Rahmen eines Seminars der Fachhochschule Köln in einer Datenbank zusammengefasst werden sollten, wurde ihr Fehlen bemerkt.

Wo sind die Kunstwerke abgeblieben? Gleichzeitig werden Fragen nach der Sichtbarkeit und Bedeutung der Kunst im öffentlichen Raum gestellt. Wem gehört diese Kunst eigentlich? Wer interessiert sich? Und wer fühlt sich für sie verantwortlich?

Der Architekt Matthias Hoffmann plant und gestaltet die Rückbindung des dokumentarischen Resultats dieser Spurensuche im Außenraum: Der Film selbst wandert dabei an den Ort in den Stadtraum der Ringe zurück und wird im Rahmen einer Projektion auf dem Hansaplatz vom 13. bis 27. Oktober 2017 gezeigt.

AUF DEN RINGEN

Cut Outs

© Johanna Reich

Menschen und ihr gesellschaftliches Leben formen die Stadt durch zeitliche und räumliche Schichtungen. Kunst im öffentlichen Raum ist eine solche Schichtung, die über Jahre hinweg eine Stadt durch ihre Form und Präsenz beeinflusst, ihrerseits aber auch geformt wird.  

Kultur ist das, was zur Humanisierung der Städte beiträgt, in denen wir unsere Zukunft einrichten.

Hilmar Hoffmann, ehemaliger Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main, 1970

Malen mit der Schere

Jede Skulptur besitzt ihre eigene Formensprache. Die Künstlerin Johanna Reich nutzt deren formalen Grundelemente als Schablone, durch die die Skulptur und ihr Umraum gesehen werden. Vor weißem Grund sieht man durch die ausgeschnittene(n) Grundformen der Skulptur hindurch. Fragmente des Umraums werden sichtbar bis Form und Skulptur exakt aufeinandertreffen.

Die Skulptur wird durch die Schablone von ihrem Umraum getrennt, ist für einen kurzen Augenblick nur noch von Weiß umgeben. Dann geben die Lücken in der Schablone einen völlig neuen Blick auf Skulptur wie auch die Umgebung frei. Der Titel ist in Anlehnung an die berühmten "Cut Outs" - das Malen mit der Schere - von Henry Matisse gewählt worden, die in seiner letzten Lebens- und Schaffensphase entstanden sind.  

Einst lebten wir auf dem Land, dann in Städten und von jetzt an im Netz.

Mark Zuckerberg

Das Verhältnis von politischem, sozialem, städtischem oder elektronischem Raum kann im Postdigitalen Zeitalter nicht mehr getrennt werden. Der virtuelle Raum als eine weitere Schichtung, der wir im öffentlich Raum begegnen, soll Anlass geben, neu über räumliche Wahrnehmung, Haptik und den Einfluss von Kunst nachzudenken: In der Nähe der Skulpturen befindet sich auf dem Boden ein QR-Code, auf dem man per Smartphone die Videos zu den einzelnen Skulpturen anschauen kann. Man bekommt außerdem eine kurze Informationen zur Skulptur sowie zur Künstlerin beziehungsweise zum Künstler.

Start: 30. August 2017

Cut Outs zur wasserkinetischen Plastik von Wolfgang Göddertz auf dem Ebertplatz Cut Outs im Rahmen von "AUF DEN RINGEN" Johanna Reich: Sculptures@theRing

Projekte Team 3 (Bölter)

UMTaufen

Das Herz der Stadt Köln ist fest umklammert von Deutschen Herrscher- und Adelsdynastien (Hohenstaufen- Habsburger- und Hohenzollernring) und lenkt unseren Blick auf Historisches (Ubier-, Karolinger-, Salier-, Sachsenring et cetera). Warum? Wie können wir den Menschen Aufmerksamkeit schenken, die sich gegenwärtig auf Augenhöhe und jenseits von Kommerz, Verkehr und Amüsierbetrieb auf den Kölner Ringen für Lebensqualität, Flair, Atmosphäre und Wärme einsetzen?

Diese Fragen stellen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen der Erforschung alternativer Möglichkeiten zur Beschilderung der Stadt.

Das Projekt startete am 14. August 2017 mit dem UMTaufen des Hohenstaufenrings.

UMTaufen des Hohenstaufenrings

Es folgte am 11. September 2017 der Sachsenring. Nach dessen symbolischer Umbenennung in Doro-Hoffmann-Ring wurde eine Führung durch das KUNSTHAUS KAT18 angeboten.

UMTaufen des Sachsenrings

BettelCOLOGNE

© Frank Bölter

BettelCOLOGNE waren elf gleich aussehende, gleich gekleidete Bettler in gleicher Pose mit gleichen Gesten in der Öffentlichkeit auf den ökonomisch geprägten Ringabschnitten zwischen den 1,1 Kilometern von Ytzak-Rabin-Platz und Friesenplatz. Die bettelnden 11-linge erzeugten ein seltsames aber dennoch vertrautes Deja-Vu-Erlebnis, das man heute beim Betreten eines Geschäftes erlebt: Das habe ich doch schon mal gesehen.

BettelCOLOGNE übertrug das ökonomische Phänomen des Franchising und der vertrauten Marketingkonzepte auf das Bettelgewerbe.

Die allseits versprochenen und doch nicht eintretenden Bedürfnisbefriedigungen durch Konsum der "Einkaufs- und Shoppingerlebnisse" führen zu immer gleich aussehenden Filialen der Konzernketten und Multistores – auch auf den Kölner Ringen.

Datum: 2. September 2017

BettelCOLOGNE

Informationsveranstaltung

© Stadt Köln

Am 3. Februar 2017 fand eine Informationsveranstaltung mit den StadtLabor-Teams, Vertreterinnen und Vertretern des Kunst- und Gestaltungsbeirats, der Dezernate Stadtentwicklung, Planen und Bauen sowie  Kunst und Kultur und zwei Restauratorinnen statt.

In einem dreistündigem Rundgang über die Kölner Ringe mit Start am Ubierring wurden gemeinsam punktuell neuralgische Orte und Plätze aufgesucht und besprochen. Die jeweiligen Fachleute erörterten die städtebaulichen Hintergründe und Planungsvorhaben sowie die Bedeutung der Kunst und Architektur. Ein gemeinsames Mittagessen vertiefte das Kennenlernen der verschiedenen Disziplinen.

Das anschließende Gespräch im Dezernat für Kunst und Kultur, in dem Fragen der Teams zu Aufgaben, Zielen, Budget, Vertrag, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner et cetera beantwortet wurden, rundete den Auftakt ab.

Aufgabenstellung und Ziele

Aufbauend auf den Aktivitäten der vorigen StadtLabor-Teams und den Ergebnissen, die dabei seit 2012 in zwei Planquadraten erarbeitet wurden, werden die drei vom Kunstbeirat ausgewählten Teams für 2016/2017 parallel beauftragt, die Arbeit an konzeptionellen, strukturellen und konkreten Zielen beim Umgang mit öffentlicher Kunst fortzuführen. Das grundsätzliche Ziel ist dabei weiterhin, die Bedingungen für öffentliche Kunst in vielfältiger Hinsicht positiv zu verändern. Grundsätzlich werden keine Vorgaben zu Konzeptionen, Arbeitsweisen und Realisierungen gemacht. Die betont experimentelle Ausrichtung des Gesamtprojekts findet bereits im Titel "StadtLabor" Ausdruck.

Die beteiligten Teams sind daher aufgerufen, eigenständige, innovative Strategien und Projekte zu entwickeln sowie konkrete Maßnahmen und Aktionen zu realisieren. Der Arbeitszeitraum erstreckt sich bis Ende 2017.

Aufgaben im Einzelnen:

  • Betrachtung der vorhandenen Arbeiten hinsichtlich des künstlerischen Werts, des Bezugs zur gebauten Umwelt, ihrer Funktion und ihres Zeitbezugs
  • Betrachtung der Möglichkeiten von Neugestaltung und Neubeauftragung von Arbeiten, Entwicklung entsprechender Konzepte und konkreter Handlungsvorschläge
  • Betrachtungen und Maßnahmen zur Bestandspflege und zur Informationsvermittlung
  • Betrachtung der städtebaulichen Situation unter Berücksichtigung des existierenden "Masterplans"
  • Betrachtung und Nutzung der Akquisitions- und Kooperationsmöglichkeiten mit den vorhandenen Akteurinnen und Akteuren (zum Beispiel künstlerische Initiativen und Projekte vor Ort, Anwohnerinnen und Anwohner, Bildungs- und Kultureinrichtungen, religiöse Einrichtungen, Politik, Verwaltung, Privatwirtschaft)
  • Bürgerschaftliches Engagement und Öffentlichkeitswirksamkeit sind ausdrücklich erwünscht

Budget

Der Ausschuss Kunst und Kultur stellt mit Beschluss vom 8. November 2016 ein Budget in Höhe von 60.000 Euro zur Verfügung, so dass jedes Team 20.000 Euro für die Laborarbeit erhält. Hinzu kommen 20.000 Euro aus Fördermitteln. Im Besonderen kann deshalb eine optimierte gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der drei Teams erfolgen, für die ein Teilbetrag zur Verfügung gestellt wird. Weitere Mittel können von den Teams eingeworben werden. Für die kommunikative Begleitung im weiteren Prozess des StadtLabors finanziert der Kunstbeirat aus seinem eigenen Budget (7.000 Euro) mit Dr. Jutta Voorhoeve eine externe Fachkraft.

Bearbeitungsgebiet Kölner Ringe

© Stadt Köln

Der neue Bearbeitungsbereich ist in diesem Fall kein Planquadrat, sondern die linksrheinischen Kölner Ringe vom Ubierring im Süden bis zum Theodor-Heuss-Ring im Norden mit ihren jeweiligen Quartierskontexten. Als Abfolge von zusammenhängenden Stadträumen beinhalten Sie eine ganze Reihe von urbanen Momenten und Fragestellungen. Hier sind im Grunde alle Aspekte des städtischen Lebens präsent: Neben dem strukturell verbindenden und räumlich prägenden "Aufhänger" Verkehr und Mobilität finden sich dichte innerstädtische Mischungen aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit, Handel und Dienstleistung, Gastronomie und Unterhaltung, Bildung und Konsum, Plätzen und Grünanlagen, Information und Werbung, Transit und Verweilen. Aber auch die Begegnungen von sozialen und kulturellen Milieus sowie natürlich die Präsenz von bildenden und anderen Künsten sind prägend.

Die Kölner Ringe besaßen bei ihrer Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts ein homogenes Erscheinungsbild und prägten die kulturelle Identität der Stadt. Nach mehr als 100 Jahren und zwei Weltkriegen hat sich dies in eine typisch deutsche Heterogenität verwandelt.

Gerade diese Gemengelage lässt aber urbane und damit kulturelle Entwicklungspotenziale vermuten, die es zu entdecken und sichtbar zu machen gilt. Zudem existiert entlang der Kölner Ringe eine Vielzahl an Kunstwerken.

In diesem neuen StadtLabor-Gebiet spielen sowohl der Umgang mit dem vorhandenen Erbe wie mit den aktuellen Bezügen und deren Dynamik gleichermaßen eine bedeutende Rolle. Aus diesem Grund sollen auch die städtischen Planungen und Maßnahmen für die Kölner Ringe, die aus dem bestehenden Masterplan resultieren, in den Konzepten und Arbeitsprozessen des StadtLabors 2016/2017 berücksichtigt und thematisiert werden. Aspekte dieses Stadtraums sind die städtebauliche Heterogenität und der Planungsbedarf in architektonischer, städtebaulicher, verkehrlicher und sozialer Hinsicht. Dabei können planerische Missstände und Fehlbedarfe genauso wie gestalterische Besonderheiten und Werke von kunsthistorischer Bedeutung oder vernachlässigte, aus dem Blick geratene und "verschwundene" Arbeiten zu Schwerpunkten werden.

Das Gebiet versammelt in seiner urbanen Mischung ganz unterschiedliche stadträumliche Situationen, aber auch vielfältige Interessenslagen und stadtgesellschaftliche wie stadtkulturelle Aktivitäten, die mit existierender oder zukünftiger Kunst im öffentlichen Raum in Verbindung stehen oder stehen könnten.

Die Teams

Der Kunstbeirat hat in einer Auswahlrunde drei Kuratoren-Teams für die Fortsetzung des StadtLabors 2016/2017 ausgewählt, die parallel arbeiten sollen:

  1. Boris Sieverts und Uschi Huber
  2. Johanna Reich, Jan Rothstein und Matthias Hoffmann
  3. Frank Bölter

Die ausgewählten Positionen überzeugten die stimmberechtigten Mitglieder des Kunstbeirats insbesondere dadurch, dass sie

  • einschlägig ausgewiesen sind durch bereits erfolgreich durchgeführte künstlerische Projekte mit deutlichem sozialen und urbanistischen Bezug
  • vertraut sind mit den strukturellen Gegebenheiten der Ringstraße vor Ort
  • das Potenzial haben, auch unerwartete Aspekte aufzuzeigen
  • innovative und originelle gestalterische Lösungen erarbeiten können und
  • bewiesen haben, dass sie zu gemeinsamer Arbeit auf verschiedenen Ebenen fähig sind
Informationen zu den StadtLabor-Teams 2017
PDF, 108 kb

StadtLabor 2015/2016: COMMONS & COLOGNE

Am 25. Februar 2016 wurde das StadtLabor mit der Veranstaltungs- und Performancereihe "COMMONS & COLOGNE" von Doris Frohnapfel und Ina Wudtke fortgesetzt. Die Abschlussveranstaltung mit Resümee und Ausblick fand am 28. Juni 2016 im Haus der Architektur Köln statt.

Begründung der Jury
PDF, 210 kb
© Frank Domahs

Doris Frohnapfel und Ina Wudtke über "COMMONS & COLOGNE":

Als "Commons" oder Gemeingüter bezeichnet man natürliche, soziale und kulturelle Ressourcen und Prozesse. Momentan findet eine starke einseitige Verwertung und Vernichtung der Commons durch Firmen und Konzerne statt, wir möchten, dass die Commons allen zugänglich bleiben beziehungsweise werden. Die Produktion von Kunst betrachten wir als eine am Gemeinwesen orientierte Tätigkeit. In der künstlerischen Arbeit werden nämlich gesellschaftliche Prozesse immer wieder neu und anders beschrieben, erforscht, kritisch reflektiert, auch experimentell weitergedacht.

Die zeitgenössische Kunst produziert und kommuniziert Wissen. Sie schafft Räume, in denen gesellschaftliches Handeln als Wert erfahrbar wird. Anders gesagt: Durch das, was in der Kunst Gestalt annimmt, gelangt die Gesellschaft zu einem Begriff und Bewusstsein von sich selbst.

COMMONS & COLOGNE

Abschlussbericht

Informationen zu allen im Rahmen von "COMMONS & COLOGNE" realisierten Projekten haben wir Ihnen nachfolgend bereitgestellt:

Abschlussbericht
PDF, 14644 kb

Projekt 2013/2014: Wochenklausur und Deutz-Dialog

Ziel der Kunstaktion war, auch im Rechtsrheinischen das Bewusstsein für Kunst im öffentlichen Raum und die Wahrnehmung für deren Vernachlässigung zu schärfen. Kunstbeirat und Kulturdezernat erhofften sich von WochenKlausur handfeste Vorschläge für Verbesserungen. Die Wiener Künstlergruppe, bestehend aus Wolfgang Zinggl, Hannah Öllinger, Manfred Rainer, Lisz Hirn und Roland Schmidt, hatte in einem speziell ausgestatteten Container ein Labor für Kunst im öffentlichen Raum eröffnet. Dieses befand sich unter dem Kunstwerk des Düxer Bocks.

Das ausgewählte Planquadrat umfasste folgende Straßen:

  • Arnold-/Benjaminstraße
  • Siegburger Straße
  • Deutzer Freiheit
  • Gotenring

Das Team der WochenKlausur hat in einer offenen Bürgerbefragung eine große Anzahl an Vorschlägen zur Verbesserung der Lebensqualität im eigenen Wohnumfeld gesammelt.

Dabei wurden vom 21. Oktober bis 14. November 2013 über 200 Gespräche mit Anwohnerinnen und Anwohnern, Gewerbebetreibenden sowie örtlichen Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern geführt. Fachleute aus Wissenschaft, Kunst und Verwaltung diskutierten daraufhin über diese Vorschläge und über die Möglichkeiten einer Umsetzung.

Die Beschreibung der Vorgehensweise und das Ergebnis ihrer Arbeit, das als Impuls für Eigeninitiative, Kommunikation und Vernetzung zu verstehen ist, steht zum Download bereit:

WochenKlausur - Projektwerkstatt Deutz
PDF, 1304 kb

Sollten Sie sich für eine der vorgesehenen Patenschaften interessieren, stehen Ihnen folgende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung:

Patenschaft Urbanes Gärtnern

Monika Faatz
Telefon: 0221 / 98511191

E-Mail an Monika Faatz

Miriam Pflüger
Telefon: 0151 / 15229283

E-Mail an Miriam Pflüger

Patenschaft Kulturraum Deutz

Christoph Illigens
Telefon: 0221 / 29965286

E-Mail an Christoph Illigens

Deutz-Dialog

Auf Grundlage der vom Team der Wochenklausur gesammelten Ergebnisse ist der "Deutz-Dialog" entstanden.

Das Forum und Netzwerk für Bürgerinnen, Bürger und Initiativen hat alle Interessierten zum offenen Dialog über Deutz am 21. und 22. Juni 2014 eingeladen. Hier konnten sich Gruppen zusammenfinden, gemeinsam Themen bearbeiten und zukünftige Aktivitäten planen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite von "Deutz-Dialog":

"Deutz-Dialog"

Feldversuch und Einstiegsprojekt 2012 bis 2014: Der urbane Kongress

Feldversuch: Statement Professor Andreas Kaiser, Vorsitzender des Kunstbeirates
PDF, 23 kb
Feldversuch: weitere Informationen
PDF, 419 kb

Der urbane Kongress

© MAP Markus Ambach Projekte

Für die Durchführung eines Feldversuchs als Start des StadtLabors am 1. Januar 2012 hatte sich ein Team bestehend aus Markus Ambach, Düsseldorf, und Kay von Keitz, Köln, in einem Wettbewerb qualifiziert. Der Feldversuch mit dem Projekttitel "Der urbane Kongress" zielte darauf ab, die Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum in Köln neu zu eröffnen.

Das für den urbanen Kongress ausgewählte Planquadrat umfasste folgende Straßen:

© Stadt Köln
  • DuMont-Straße
  • Krebsgasse
  • Brüderstraße
  • Perlenpfuhl
  • Hohe Straße
  • Unter Fettenhennen
  • Komödienstraße
© MAP Markus Ambach Projekte

Hier konnten ideale Bedingungen vorgefunden werden:

  • Arbeiten von kunsthistorischer Bedeutung, aber auch Fehlbedarfe
  • Arbeiten, deren Sinnhaftigkeit sich verändert hat
  • städtebauliche Heterogenität und städtebaulicher Planungsbedarf
  • restaurierungsbedürftige Kunstwerke sowie "verschwundene" Arbeiten

Der Feldversuch hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Das Kölner Modellprojekt war außerordentlich erfolgreich.

Phase 1 - Feldversuch

Diskussionen und Rundgänge
PDF, 3430 kb
Abschlussbericht zum Feldversuch

Phase 2 - Umsetzung

Der Ausschuss Kunst und Kultur ermöglichte am 4. September 2012 die Fortführung des Projektes durch die Bereitstellung weiterer Mittel mit dem Ziel, die Ergebnisse des Feldversuchs in die Praxis umzusetzen.

Projektskizze zur Umsetzungsphase
PDF, 767 kb

Phase 3 - letzte Runde

Kurzinformation zum Abschlussbericht
PDF, 32 kb

Der urbane Kongress als Buch

© Wienand Verlag GmbH

Zum urbanen Kongress ist ein Buch im Wienand Verlag erschienen, das beispielhaft und übertragbar die Wechselwirkung zwischen Kunst und Stadtraum dokumentiert. Es enthält Beiträge von:

  • Markus Ambach
  • Sarah Czirr
  • Andreas Denk
  • Barbara Hess
  • Andreas Kaiser
  • Kay von Keitz
  • Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach
  • Vanessa Joan Müller
  • Johannes Stahl
  • Irina Weischedel
  • Christel Wester
Markus Ambach und Kay von Keitz: Der urbane Kongress

Weitere Informationen zum urbanen Kongress finden Sie auf folgender Internetseite:

Der urbane Kongress

Datenbank zu Kunst im öffentlichen Raum

Die wissenschaftliche Bilddatenbank der Kölner Museen und Sammlungen sowie des Rheinischen Bildarchivs Köln dokumentiert zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum. Sie wird laufend aktualisiert und erweitert.

Kulturelles Erbe Köln: Kunst im öffentlichen Raum

Kontakt

Geschäftsstelle des Kunstbeirates der Stadt Köln
im Dezernat Kunst und Kultur
Richartzstraße 2-4
50667 Köln

Telefon: 0221 / 221-23146
Telefax: 0221 / 221-24141

E-Mail an den Kunstbeirat Kunstbeirat