Eine Initiative von Kunstbeirat und Kulturdezernat

Zusammen mit dem Kunstbeirat sehen wir seit Langem den Bedarf, ein Handlungskonzept für Kunst im öffentlichen Raum zu entwickeln und auszugestalten, denn der Mangel ist offensichtlich. Es fehlen vor allem ein kuratorisches Konzept einschließlich Bestandspflege und Strategien für eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Zudem werden dringend benötigt ein Vermittlungskonzept, ein Budget für temporäre (Kunst-)Aktionen, klare Organisationsstrukturen sowie eine Finanz- und Personalausstattung für Kunst im öffentlichen Raum.

Tatkräftiges Engagement und die Beschlussfassung des Ausschusses Kunst und Kultur ermöglichen neue Wege: Anstelle einer klassischen Konzepterstellung für Kunst im öffentlichen Raum richten wir ein StadtLabor ein. Das StadtLabor soll Lösungen für die sich ergebenden Fragestellungen erarbeiten, interdisziplinär und durchaus experimentell.

Innerhalb des StadtLabors befassen sich wechselnde Teams zeitlich befristet in wechselnden Planquadraten der Kölner Innenstadt modellhaft mit den Aspekten von Kunst im öffentlichen Raum und deren räumlichen und funktionalen Zusammenhängen.

Das StadtLabor für Kunst im öffentlichen Raum soll kontinuierlich fortgeführt werden mit weiteren Projekten und weiteren Teams in anderen Planquadraten. Hierzu werden wir mit Unterstützung des Kunstbeirates (europaweite) Ausschreibungen und Wettbewerbe anbieten. Für die Fortführung des StadtLabors sollen Fördermittel bei privaten und staatlichen Einrichtungen und Stiftungen akquiriert werden.

Projekt 2016/2017

In seiner Sitzung vom 8. November 2016 hat der Ausschuss Kunst und Kultur unter TOP 7.8 die Fortsetzung des StadtLabors für Kunst im öffentlichen Raum 2016/2017 beschlossen. Das neue Gebiet umfasst die Kölner Ringe. Es stehen insgesamt 92.000 Euro, inklusive Fördermittel, zur Verfügung. Nächster Schritt ist die Findung eines geeigneten Teams. Hierzu wird ein beschränkter Einladungswettbewerb durchgeführt.

Darüber hinaus hat der Ausschuss Kunst und Kultur weitere wesentliche Maßnahmen für die öffentliche Kunst von herausragender Bedeutung und Stadtbildpflege Kölns für das Jahr 2017 mit einem Budget von 20.000 Euro beschlossen.

Beraten wurde zudem der Bericht über vorbereitende Maßnahmen zum Monitoring von 14 Außenskulpturen in der Kölner Innenstadt. Dieses Monitoring wird ebenfalls aus Fördermitteln finanziert.

Beschluss des Ausschusses Kunst und Kultur vom 8. November 2016
Bericht über vorbereitende Maßnahmen zum Monitoring von 14 Außenskulpturen in der Kölner Innenstadt
PDF, 2094 kb

Projekt 2015/2016: COMMONS & COLOGNE

Am 25. Februar 2016 wurde das StadtLabor mit der Veranstaltungs- und Performancereihe "COMMONS & COLOGNE" von Doris Frohnapfel und Ina Wudtke fortgesetzt. Die Abschlussveranstaltung mit Resümee und Ausblick fand am 28. Juni 2016 im Haus der Architektur Köln statt.

Begründung der Jury
PDF, 210 kb
© Frank Domahs

Doris Frohnapfel und Ina Wudtke über "COMMONS & COLOGNE":

Als "Commons" oder Gemeingüter bezeichnet man natürliche, soziale und kulturelle Ressourcen und Prozesse. Momentan findet eine starke einseitige Verwertung und Vernichtung der Commons durch Firmen und Konzerne statt, wir möchten, dass die Commons allen zugänglich bleiben beziehungsweise werden. Die Produktion von Kunst betrachten wir als eine am Gemeinwesen orientierte Tätigkeit. In der künstlerischen Arbeit werden nämlich gesellschaftliche Prozesse immer wieder neu und anders beschrieben, erforscht, kritisch reflektiert, auch experimentell weitergedacht.

Die zeitgenössische Kunst produziert und kommuniziert Wissen. Sie schafft Räume, in denen gesellschaftliches Handeln als Wert erfahrbar wird. Anders gesagt: Durch das, was in der Kunst Gestalt annimmt, gelangt die Gesellschaft zu einem Begriff und Bewusstsein von sich selbst.

COMMONS & COLOGNE

Abschlussbericht

Informationen zu allen im Rahmen von "COMMONS & COLOGNE" realisierten Projekten haben wir Ihnen nachfolgend bereitgestellt:

Abschlussbericht
PDF, 14644 kb

Projekt 2013/2014: Wochenklausur und Deutz-Dialog

Ziel der Kunstaktion war, auch im Rechtsrheinischen das Bewusstsein für Kunst im öffentlichen Raum und die Wahrnehmung für deren Vernachlässigung zu schärfen. Kunstbeirat und Kulturdezernat erhofften sich von WochenKlausur handfeste Vorschläge für Verbesserungen. Die Wiener Künstlergruppe, bestehend aus Wolfgang Zinggl, Hannah Öllinger, Manfred Rainer, Lisz Hirn und Roland Schmidt, hatte in einem speziell ausgestatteten Container ein Labor für Kunst im öffentlichen Raum eröffnet. Dieses befand sich unter dem Kunstwerk des Düxer Bocks.

Das ausgewählte Planquadrat umfasste folgende Straßen:

  • Arnold-/Benjaminstraße
  • Siegburger Straße
  • Deutzer Freiheit
  • Gotenring

Das Team der WochenKlausur hat in einer offenen Bürgerbefragung eine große Anzahl an Vorschlägen zur Verbesserung der Lebensqualität im eigenen Wohnumfeld gesammelt.

Dabei wurden vom 21. Oktober bis 14. November 2013 über 200 Gespräche mit Anwohnerinnen und Anwohnern, Gewerbebetreibenden sowie örtlichen Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern geführt. Fachleute aus Wissenschaft, Kunst und Verwaltung diskutierten daraufhin über diese Vorschläge und über die Möglichkeiten einer Umsetzung.

Die Beschreibung der Vorgehensweise und das Ergebnis ihrer Arbeit, das als Impuls für Eigeninitiative, Kommunikation und Vernetzung zu verstehen ist, steht zum Download bereit:

WochenKlausur - Projektwerkstatt Deutz
PDF, 1304 kb

Sollten Sie sich für eine der vorgesehenen Patenschaften interessieren, stehen Ihnen folgende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung:

Patenschaft Urbanes Gärtnern

Monika Faatz
Telefon: 0221 / 98511191

E-Mail an Frau Faatz

Miriam Pflüger
Telefon: 0151 / 15229283

E-Mail an Frau Pflüger

Patenschaft Kulturraum Deutz

Christoph Illigens
Telefon: 0221 / 29965286

E-Mail an Herrn Illigens

Deutz-Dialog

Auf Grundlage der vom Team der Wochenklausur gesammelten Ergebnisse ist der "Deutz-Dialog" entstanden.

Das Forum und Netzwerk für Bürgerinnen, Bürger und Initiativen hat alle Interessierten zum offenen Dialog über Deutz am 21. und 22. Juni 2014 eingeladen. Hier konnten sich Gruppen zusammenfinden, gemeinsam Themen bearbeiten und zukünftige Aktivitäten planen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite von "Deutz-Dialog":

"Deutz-Dialog"

Feldversuch und Einstiegsprojekt 2012 bis 2014: Der urbane Kongress

Feldversuch: Statement Professor Andreas Kaiser, Vorsitzender des Kunstbeirates
PDF, 23 kb
Feldversuch: weitere Informationen
PDF, 419 kb

Der urbane Kongress

© MAP Markus Ambach Projekte

Für die Durchführung eines Feldversuchs als Start des StadtLabors am 1. Januar 2012 hatte sich ein Team bestehend aus Markus Ambach, Düsseldorf, und Kay von Keitz, Köln, in einem Wettbewerb qualifiziert. Der Feldversuch mit dem Projekttitel "Der urbane Kongress" zielte darauf ab, die Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum in Köln neu zu eröffnen.

Das für den urbanen Kongress ausgewählte Planquadrat umfasste folgende Straßen:

© Stadt Köln
  • DuMont-Straße
  • Krebsgasse
  • Brüderstraße
  • Perlenpfuhl
  • Hohe Straße
  • Unter Fettenhennen
  • Komödienstraße
© MAP Markus Ambach Projekte

Hier konnten ideale Bedingungen vorgefunden werden:

  • Arbeiten von kunsthistorischer Bedeutung, aber auch Fehlbedarfe
  • Arbeiten, deren Sinnhaftigkeit sich verändert hat
  • städtebauliche Heterogenität und städtebaulicher Planungsbedarf
  • restaurierungsbedürftige Kunstwerke sowie "verschwundene" Arbeiten

Der Feldversuch hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Das Kölner Modellprojekt war außerordentlich erfolgreich.

Phase 1 - Feldversuch

Diskussionen und Rundgänge
PDF, 3430 kb
Abschlussbericht zum Feldversuch

Phase 2 - Umsetzung

Der Ausschuss Kunst und Kultur ermöglichte am 4. September 2012 die Fortführung des Projektes durch die Bereitstellung weiterer Mittel mit dem Ziel, die Ergebnisse des Feldversuchs in die Praxis umzusetzen.

Projektskizze zur Umsetzungsphase
PDF, 767 kb

Phase 3 - letzte Runde

Kurzinformation zum Abschlussbericht
PDF, 32 kb

Der urbane Kongress als Buch

© Wienand Verlag GmbH

Zum urbanen Kongress ist ein Buch im Wienand Verlag erschienen, das beispielhaft und übertragbar die Wechselwirkung zwischen Kunst und Stadtraum dokumentiert. Es enthält Beiträge von:

  • Markus Ambach
  • Sarah Czirr
  • Andreas Denk
  • Barbara Hess
  • Andreas Kaiser
  • Kay von Keitz
  • Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach
  • Vanessa Joan Müller
  • Johannes Stahl
  • Irina Weischedel
  • Christel Wester
Markus Ambach und Kay von Keitz: Der urbane Kongress

Weitere Informationen zum urbanen Kongress finden Sie auf folgender Internetseite:

Der urbane Kongress

Datenbank zu Kunst im öffentlichen Raum

Die wissenschaftliche Bilddatenbank der Kölner Museen und Sammlungen sowie des Rheinischen Bildarchivs Köln dokumentiert zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum. Sie wird laufend aktualisiert und erweitert.

Kulturelles Erbe Köln: Kunst im öffentlichen Raum

Kontakt

Geschäftsstelle des Kunstbeirates der Stadt Köln
im Dezernat Kunst und Kultur
Richartzstraße 2-4
50667 Köln

Telefon: 0221 / 221-23146
Telefax: 0221 / 221-24141

E-Mail an den Kunstbeirat Kunstbeirat