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Die Vielfalt der Pflanzen, ihre Schönheit und ihre Bedeutung für den Menschen in Ernährung, Technik und Medizin sind die Themen dieser 11,5 Hektar großen Gartenanlage im Kölner Norden, gemeinhin bekannt als "Die Flora".

Ursprünglich zwei getrennte Gartenanlagen, sind diese seit 1920 vereinigt und stellen nun eine einmalige Verbindung eines Gartendenkmals und eines Botanischen Gartens mit Pflanzenschauhäusern dar.

Erholung für eine Million Besucher jährlich, in Verbindung mit der Bildung in Gartenkunst und -kultur, Pflanzenkunde, der Erhalt der biologischen Ressourcen sowie die Förderung der Wissenschaft sind die angestrebten Ziele. Mit 10.000 kultivierten Pflanzenarten aus aller Welt in Freiland und Gewächshäusern ermöglichen Flora und Botanischer Garten eine Weltreise mit allen Sinnen, kostenlos und direkt vor Ihrer Haustür.

Flora

Als Ersatz für den Botanischen Garten am Dom, der 1857 dem Bau des Hauptbahnhofes weichen musste, plante die Stadt einst eine neue Gartenanlage im Kölner-Norden. Bei der Umsetzung war eine zum Zwecke der Realisierung gegründete Aktiengesellschaft einflussreicher und wohlhabender Bürger federführend. Nach Entwürfen des Bonner Architekten Peter Josef Lenné eröffnete die Flora 1864 im Stil des Historismus

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Heute verbindet sich die Gartenkunst verschiedener Länder auf circa 5,5 Hektar mit mehr als 10.000 Pflanzenarten. Zwei historische Torhäuser flankieren den Eingang der Flora, hinter dem das Parterre des Französischen Barock mit Fontäne und wechselnder Bepflanzung liegt. Angrenzende Hainbuchen-Laubengänge erinnern an die italienische Renaissance, daneben folgt ein Englischer Landschaftsgarten. Außerdem gibt es einen Heide-, einen Farn-, einen Duft- und einen Mittelmeergarten sowie einen Themenbereich für Blinde und Sehende. Neben dem großen Flora-Weiher zählt der neue Flora-Tempel zu den Highlights.

Das denkmalgeschützte Gebäude der Flora erstrahlt seit Juni 2014 pünktlich zum 150. Jubiläum nach einer Generalsanierung nach historischem Vorbild im neuen alten Glanz.

Einmal jährlich können Interessierte am Tag der Offenen Tür die Räumlichkeiten besichtigen.

Nach der vorübergehenden Schließung wegen Baumängeln im Mai 2009 gehört die Flora jetzt wieder zu den einzigartigen Örtlichkeiten Kölns und ist durch ihr edles Ambiente erste Adresse für Tagungen, Konzerte, Bälle, Hochzeiten und andere gehobene Veranstaltungen. Hierfür stehen fünf Räume zur Verfügung, die für 50 bis insgesamt knapp 2.000 Personen ausgelegt sind.

Bei dem auffälligen gekreuzten Tonnendach orientierten sich die Architekten an der ersten Konstruktion des Bauwerks von 1864. Darunter befindet sich ein Dachsalon mit Dachterrasse.

Herzstück des Bauwerks aus der Gründerzeit ist der 800 Quadratmeter große Festsaal, der durch Freilegung von vorhandenen gusseisernen Säulen um 25 Prozent vergrößert wurde und unter Kronleuchtern Platz für 550 bis 900 Personen bietet.

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Der von Tageslicht durchflutete Raum ermöglicht einen freien Blick durch die Bogenfenster auf die neue Südterrasse und die Parkanlage. Auf der Gebäuderückseite beherbergt ein gläserner Anbau ein Bistro, eine Orangerie und einen Parksalon.

Das Gartenlokal "Dank Augusta" rundet das Angebot ab. Weitere Veränderungen sind unter anderem die barrierefreie Bauweise, der großzügige Haupteingang mit Foyer sowie eine verbesserte Akustik und Veranstaltungstechnik.

2014 feiert die Anlage zwei Jubiläen: Vor 150 Jahren öffnete die Flora erstmals ihre Tore, der Botanische Garten vor 100 Jahren.

Botanischer Garten

Nördlich an die Flora anschließend, wurde 1914 der Botanische Garten der Stadt Köln eröffnet. Er stellt ein aufgeschlagenes Lehrbuch der Botanik dar, mit Pflanzen aus allen Klimazonen der Erde, präsentiert in ansprechenden Schaupflanzungen.

Neben der umfangreichen Kollektion besonderer und exotischer Gehölze werden botanische Besonderheiten in Sondergärten vorgestellt.

So können Sie heimischen Nutzpflanzen im Bauerngarten und in einem Nutzpflanzengarten entdecken und die Vielfalt der Vegetation der Gebirge der Welt mit circa 2.000 Arten im Alpinum, dem Gebirgsgarten finden. Irisgarten, Liliengarten, Sommerblumen und Schmuckstauden kultivieren botanische und gärtnerische Spezialitäten. Im Heilpflanzengarten werden klassische und moderne Heilpflanzen in Geschichte und Nutzung dargestellt.

Besondere Attraktionen bei den Gehölzen sind die Magnolienwiese, die Rhododendronpflanzung, die Nadelgehölze, die Ahorne und die Zaubernussgewächse.

Schaugewächshäuser

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Etwa 6.000 Pflanzenarten werden in den vier Schaugewächshäusern präsentiert - Pflanzen aus den Regionen der Erde, deren Klima eine Kultur ihrer Pflanzen in unserem Freiland nicht erlaubt. Da gerade die tropischen und subtropischen Gebiete der Erde eine besonders hohe Vielfalt aufweisen, sind hier und damit auch in den Schauhäusern besondere Schätze zu finden - "Grünes Gold", wie die biologischen Ressourcen heute auch genannt werden.

Nun laufen die Vorbereitungen für den Neubau an und die kostbaren Pflanzenschätze werden zur jeweils passenden Vegetationszeit ausgegraben und in Kübeln gesichert. Die tropischen Gewächshäuser und das Wüstenhaus sind daher bereits geschlossen.

Das Subtropenhaus mit Kameliensammlung und Kamelienausstellung sowie Baumfarnen und Fuchsien bleibt weiterhin geöffnet.

Tropen- und Wüstenhaus im Botanischen Garten schließen

Das kleine Tropenhaus

Im kleinen Tropenhaus werden eine Vielzahl tropischer Nutzpflanzen, von Ananas über Kaffee, Kakao und Kokospalme, Mörderfeige und Riesenbambus, bis zu Vanille, Zimt und Zuckerrohr gezeigt. An diesen, ihrer Geschichte, dem Anbau und ihrer Botanik wird die Bedeutung der Pflanzen als Grundlage des Lebens deutlich. Besondere Wasser- und Sumpfpflanzen, wie Reis, Taro, Lotusblume und Riesen-Seerosen sind im beheizten Teich des vorgelagerten Tropenhofs zu sehen.

Das große Tropenhaus

Das große Tropenhaus vermittelt die besonders reichhaltige und faszinierende Welt des tropischen Regenwaldes. Sie lässt sich dort mit ihren vielfältigen Anpassungen erleben.

Das Wüstenhaus

Im Wüstenhaus wird das trickreiche Überleben der Kakteen und anderer wasserspeichernder Pflanzen aus den Wüsten und Halbwüsten der Welt dargestellt. Spezialitäten wie die "Lebenden Steine" oder die Fensterpflanzen aus Südafrika haben hier ihre zweite Heimat gefunden.

Das Subtropenhaus

Im Subtropenhaus (oder Kalthaus) verzaubern die fernöstlichen Kamelien mit ihrer Winterblüte in 150 Sorten die dunkle Jahreszeit. Baumfarne lassen die Ära der Dinosaurier wiedererstehen.
Im subtropischen Garten, der die Schaugewächsanlage umgibt, präsentieren wir blühfreudige Besonderheiten aus Amerika, Afrika, Asien und Australien, wie beispielsweise die Feuerbusch-Vegetation oder die selten zu sehenden Proteen; sie dienen als Anregung für den eigenen Kübelpflanzengarten.

Neubau des Schaugewächshauses mit Orangerie

Die Bausubstanz der Heimat der exotischen Pflanzen war so marode, dass etwas geschehen musste. Bereits in den letzten Jahren waren aufwändige, provisorische Abstützungen erfolgt, damit das große Tropenhaus noch geöffnet bleiben konnte.

Nun ist es gewiss: Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Jürgen Roters hat der Rat am 23. Juni 2015 entschieden, das Schaugewächshaus durch einen Neubau zu ersetzen. Eine Sanierung kam nicht mehr infrage. Dies hatte ein Gutachten im Jahr 2014 ergeben.

Das neue verglaste Schaugewächshaus soll nach den Plänen des Kölner Architekturbüros Königs an derselben Stelle um den denkmalgeschützten Tropischen Hof entstehen. Die Anordnung der drei Flügel und die Grundflächen bleiben nahezu unverändert. Das neue Haus wird aber wesentlich höher werden und ungefähr das doppelte Raumvolumen haben. Der Eingangsbereich wird im nördlichen Flügel sein und bildet dann die zentrale Anlaufstelle auf den beiden sich dort treffenden historischen Achsen des Gartens.

Eine Orangerie wird die verglaste Verbindung zum Subtropenhaus herstellen. Dieses kann wegen seiner noch guten Bausubstanz bestehen bleiben. Die Pläne wurden der Öffentlichkeit Ende Mai 2015 vorgestellt. In 2020 soll das Haus fertiggestellt sein und wiedereröffnet werden.

Die Kosten liegen nach derzeitigem Planungsstand bei etwa 11,4 Millionen Euro. Die darin enthaltenen Ausgaben für die Planung in Höhe von rund 380.000 Euro schenkt der Freundeskreis Botanischer Garten Köln der Stadt. Dank an die Unterstützerinnen und Unterstützer!

Rat beschließt Neubau des Schaugewächshauses

Adresse und Öffnungszeiten