Bethlehem - Palästinensische Autonomiegebiete
1996 wurde die Partnerschaft mit Bethlehem besiegelt. Köln ist die erste deutsche Stadt, die eine Partnerschaft mit einer palästinensischen Stadt aufgenommen hat. Die Partnerschaftsbegründung ist als Beitrag zur Förderung und Festigung des Friedensprozesses im Nahen Osten auf kommunaler Ebene von großer Bedeutung.Die gemeinsamen Aktionen zwischen Köln und Bethlehem konzentrieren sich hauptsächlich auf die persönliche Begegnung, um sich besser kennen zu lernen und Vorurteile abzubauen. So gab es gegenseitige Besuche von Jugend- und Schulgruppen, Studierenden, Lehrkräften sowie Seniorengruppen. Aber auch in kultureller Hinsicht findet ein Austausch statt, zahlreiche Fotoausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen zeugen davon. Ein etabliertes Ereignis ist die alljährlich zur Weihnachtszeit in Köln stattfindende Bethlehem-Woche.
Zahlen und Fakten
Der Distrikt der Stadt Bethlehem umfasst 575 Quadratkilometer und ist dem Verwaltungsbereich der Palästinensischen Autonomiebehörde zugehörig. Die Stadt liegt an einer alten Karawanenroute im südlichen Teil des Westjordanlandes, der sogenannten Westbank, zehn Kilometer südlich von Jerusalem.Hier leben etwa 22.000 Menschen, von denen die Mehrheit arabische Christinnen und Christen sind. Die offizielle Amtssprache ist arabisch.Mit seinem heißen, trockenem Sommer und dem milden Winter hat Bethlehem ein angenehmes mediterranes Klima.
Geschichte
Im 14. Jahrhundert vor Christus wird Bethlehem, das "Haus der Lahama (kanaanitische Fruchtbarkeitsgöttin)", zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In der Bibel erscheint Bethlehem erstmals im Zusammenhang mit Rahel, Jakobs Lieblingsfrau, die starb und auf dem Weg nach Efrat begraben wurde. Efrat heißt übersetzt Bethlehem.
Im Laufe der Geschichte hat sich die Bevölkerung Bethlehems unter der Herrschaft verschiedener Völker - so zum Beispiel Ägypter, Assyrer, Babylonier und Perser - zu einer internationalen Einheitskultur vermischt. 326 nach Christus wurde in Palästina das Christentum Staatsreligion. Zu dieser Zeit ließ Kaiser Konstantin auf Bitten seiner Mutter Helena über der Geburtsgrotte eine fünfschiffige Basilika errichten, die zum Wahrzeichen Bethlehems wurde. Diese festungsartige Kirche dient als religiöse Stätte für Angehörige des katholischen Glaubens, griechisch-orthodoxe Jüdinnen und Juden sowie für das armenische Volk.
Nach Auseinandersetzungen unter den Glaubensgemeinschaften setzten das türkische Volk 1757 die Griechisch-Orthodoxen als Wächter über die Basilika und einen Teil der Grotte ein. Heute teilen sich die Anhänger dieser drei Religionen die heiligen Stätten. Der Zeitpunkt für die Messen der unterschiedlichen Konfessionen und der Besuch der Geburtsgrotte ist festgelegt in einem Regelwerk, das seit dem britischen Mandat über Palästina besteht und noch heute Gültigkeit hat. Als das persische Volk im 6. Jahrhundert das Land einnahmen, haben sie die Geburtskirche verschont, weil sie auf der westlichen Fassade die Bildnisse der heiligen drei Könige sahen, die damals aus Persien angereist waren.
1897 wurde durch die Beschlüsse des ersten Zionistenkongresses der Grundstein für die noch heute andauernden Konfrontationen zwischen der einheimischen Bevölkerung Palästinas und der nun verstärkt einsetzenden Einwanderung europäischer Jüdinnen und Juden gelegt. 1947 schlugen die Vereinten Nationen zur Lösung des Konflikts eine Teilung Palästinas mit Jerusalem als internationaler Zone vor, was seitens der arabischen Staaten, der Arabischen Liga und des palästinensischen Volkes jedoch abgelehnt wurde. Die Gründung des Staates Israel ein Jahr später trug ebenfalls zu keiner Lösung bei, im Gegenteil, die Situation der Palästinenser verschlechterte sich erneut. Vertreibungen, soziale und wirtschaftliche Benachteiligung waren die Folge. Dies führte zu einem gewaltsam ausgetragenen Konflikt um Land und Wasser zwischen dem palästinensischen und jüdischen Volk.
1967 gingen die Israelis als Sieger des Sechs-Tage-Krieges hervor, besetzten weitere Teile Palästinas und machten Jerusalem zur neuen Hauptstadt Israels. Bereits drei Jahre zuvor wurde auf Anregung der arabischen Liga die palästinensische Befreiungsorganisation gegründet.
1984 beschloss die PLO mit Waffengewalt die endgültige Befreiung Palästinas zu erkämpfen. Die Kämpfe in dieser Region halten bis in die heutige Zeit an.
Kultur und Sehenswertes
Bethlehem ist ein Mosaik vieler Kulturen, was die verschiedenen Sitten und Gebräuche belegen. Die Traditionen und Baustile weisen Einflüsse aus Kanaa, Byzanz, Persien, der Türkei, Großbritannien und zu guter Letzt den Kreuzfahrern auf. Die palästinensische Stadt ist bekannt für ihr Kunsthandwerk. Eine lange Tradition haben die Stickerei auf Seide und das Schmuckhandwerk.
Der Überlieferung nach ist Bethlehem die Stadt Davids und der Geburtsort Jesu, was einen Besuch besonders in religions- und kirchengeschichtlicher Hinsicht interessant macht. Sehenswert ist das Wahrzeichen der Stadt, die Geburtskirche, eine der ältesten Kirchen der Welt.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind:
- im Norden der Stadt das Grab der Rahel
- im Stadtzentrum der Manger Square - der sogenannte Krippenplatz
- die türkische Festung Qalat el-Burak, die früher als Ratmöglichkeit für Karawanen genutzt wurde
- das Herodium, eine bekannte Festung, die von Herodes erbaut wurde. Am Fuße des Berges, auf dem das Herodium erbaut wurde, sind noch Reste einer weiteren Festungsanlage, eine Zisterne und ein Aquädukt zu sehen.
Kontakt Partnerschaftsverein
Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft
Köln - Bethlehem e. V.
Gisela Kurczyk
Hans-Willy-Mertens-Str. 27
53842 Troisdorf
Telefon: 02241 / 40 84 71
