Praetorium

Das Praetorium wurde früher vom römischen Statthalter Kölns erbaut und die Bauarbeiter des Spanischen Baus haben es auf der Baustelle entdeckt. Wir entschlossen uns die Überreste des Prachthauses im Keller des Baus in einem Museum auszustellen. Es befindet sich unter dem Spanischen Bau beim Historischen Rathaus.

 

Die Entstehung des Praetoriums

Als im Jahr 1953 die Ausschachtungsarbeiten für den Wiederaufbau des Spanischen Baus begannen, fanden die Bauarbeiter ein riesiges Feld römischer Fundamente: Das Praetorium. Es wurde als Sitz für den römischen Statthalter Niedergermaniens erbaut. Das Praetorium war von besonderer Bedeutung, da es an der Grenze zum "freien" Germanien lag. Darum wurde für diese wichtige Position als Statthalter nur die römische Elite eingesetzt und jeder Einzelne von ihnen hatte bereits eine große politische Karriere hinter sich. Das Praetorium des früheren Kölns (damals Colonia Claudia Ara Agrippinensium, abgekürzt CCAA) war das größte und ehrgeizigste Gebäude der Römer entlang des gesamten Rheins. Im damaligen Flusslauf ragte es direkt hinter der Stadtmauer auf.

Es wurde mehrfach umgebaut, erweitert oder neu gebaut. Zum Beispiel ließ Kaiser Constantin am Anfang des vierten Jahrhunderts das Praetorium auf 90 Meter verlängern und durch seine starken Mauern und Arkaden sah der Bau imposant und herrschaftlich aus. Das musste er auch, schließlich begann direkt in Sichtweite, auf dem rechten Rheinufer, das Land der "freien" Germanierinnen und Germanier.

In der Mitte des Praetoriums befand sich ein achteckiger Bau der innen ausgehölt war. Dort empfingen die Römer damals wahrscheinlich Staatsgäste wie zum Beispiel germanische Fürsten.

Der Untergang des römischen Reiches beeinflusste jedoch nicht die besondere Bestimmung des Praetoriums als Sitz der Regenten. Auf den Ruinen gedeihte unter dem Schutz des Erzbischofs die jüdische Gemeinde.

Das Praetorium wird zum Museum

Erst 1953 trat das Praetorium wieder ans Tageslicht. Wir beschlossen das gefundene Fundament im Untergeschoss vom Neubau des Spanischen Baus zu erhalten. Über die antiken Grundmauern wurde eine frei tragende Betondecke gespannt. Die Konstruktion der tragenden Decke ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern, sich mehr in das Gebäude hineinzuversetzen.

Im Ausstellungsfoyer, welches 2004 renoviert wurde, dient eine Luftaufnahme der Kölner Innenstadt den Besucherinnen und Besuchern zur Orientierung. Sie liegt, auf einem Teppich festgehalten, mitten im Ausstellungsraum. Bis heute kann man den Umriss der antiken römischen Stadtmauern und das alte Straßenkreuz klar erkennen.

Zahlreiche Schaukästen, archäologische Fundstücke und ein Modell des antiken Praetoriums vermitteln einen Eindruck aus den Gründungstagen der Stadt.

Durch das Foyer des Praetoriums gelangt man auch in einen der großen römischen Abwasserkanäle. Diese wurden früher zur Ableitung von Regen- und Schmutzwasser verwendet. Bereits zu Zeiten der Römer befand sich ein großflächiges Kanalnetz unter der Stadt. Einzelne Abschnitte der teils begehbaren Kanäle sind erhalten. Der Stammkanal, welcher unter der Budengasse liegt, entwässerte den römischen Rheinhafen. Teile des Kanals wurden herausgehoben und sind an der Straßenecke Kleine Budengasse/Unter Goldschmied zu bestaunen.

Korkmodelle

Drei bedeutende Bauwerke Kölns sind im Praetorium als Korkmodelle ausgestellt: Das Ubiermonument als ältester Teil römischer Stadtbefestigung (heute unterirdisch gelegen), der Kapitolstempel, eines der prächtigsten Bauwerke des römischen Kölns sowie die fränkische Königskirche Sankt Gereon.

Realisiert wurden die Modelle durch Dieter Cöllen, Europas letztem Korkbauer.

Nähere Informationen zu den Korkmodellen 

Weitere Informationen

Adresse

Kleine Budengasse 2
50667 Köln

Öffnungszeiten und Eintrittspreise 

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