Alt Sankt Alban

Alt Sankt Alban ist eine frühere Kirche und Gedenkstätte mitten in der Altstadt. Am Quatermarkt gelegen, bildet sie mit dem Gürzenich und dem Wallraff-Richartz-Museum eine kulturelle Einheit.

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde das später romanische Gotteshaus 1172. Im 17. Jahrhundert erfolgte der Umbau in eine Hallenkirche. Während des Zweiten Weltkrieges erlitt Alt Sankt Alban starke Schäden. Doch an einen Wiederaufbau war nicht zu denken. Die Ruine wurde lediglich gesichert und 1959 zur Gedenkstätte für die Toten der beiden Weltkriege erklärt. Ende der Fünfziger Jahre wurde Neu Sankt Alban auf einem Grundstück in der Neustadt Nord errichtet.

Nach siebenjähriger Sanierung, erstrahlt Alt Sankt Alban nun in einem neuen Licht. Neben der Aufarbeitung der Fassade, der Sicherung der fränkischen Grüfte unter dem Boden und einigen anderen Arbeiten, ist die Kriegsruine nun von außen einsehbar. Die Gedenkstätte ist bewusst offen gestaltet und hat kein Dach. Die Gestaltung soll den Charakter einer Trauerstätte für die Gefallenen und ehemalige Kirche als Verbindung zu Gott unterstützen und kombinieren. Die Sanierung kostete insgesamt 1,5 Millionen Euro und wurde tatkräftig von der Imhoff-Stiftung unterstützt.

Zur feierlichen Wiedereröffnung sagte Oberbürgermeister Fritz Schramma über Alt Sankt Alban:

In einer bewegenden Stadt ist Alt Sankt Alban ein bewegter und bewegender Ort, ein Ort der Erinnerung, eine Stätte der Mahnung, ein Raum der Trauer, ein Platz des Gedenkens, eine Zugangsmöglichkeit zur Seele.

Zentrales Kunstwerk der Gedenkstätte sind die "trauernden Eltern", eine Kopie der von Käthe Kollwitz angefertigten Skulpturen. Das Original steht auf dem Soldatenfriedhof in Vladslo-Praetbos in Belgien, auf dem Kollwitz Sohn im Ersten Weltkrieg beerdigt wurde. 1953 fertigten Ewald Matarés Schüler Joseph Beuys und Erwin Heerich die Kopien an.

Als Zeichen der Mahnung befindet sich im vorderen Teil der Ruine zudem ein Kriegsgefangenen-Mahnmal. Im Turm der ehemaligen Kirche ist heute die Sankt Bruder-Konrad-Kapelle. Sie wurde von den Künstlern Peter Hecker und Will Thonett gestaltet.


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