Rondorf
Einst der Mittelpunkt
922 schenkt Erzbischof Hermann I. (889-925) dem von ihm gegründeten Stift Sankt Ursula in Köln einen Hof in Rondorf, den Fronhof beziehungsweise heutigen Johanneshof. Als "Rumenthorp" erwähnt eine Urkunde Erzbischof Wichfrieds (925-953) im Jahre 941 den Ort.
Rondorf war Bürgermeisterei
In napoleonischer Zeit wurde der Ort Rondorf Mittelpunkt und namengebend für ein Gebiet, das sämtliche Orte der selbständigen Gemeinde Rodenkirchen sowie alle südlichen Vororte Kölns bis hin zum Bischofsweg vor dem Severinstor umfasste. 1888 erfolgte durch die Eingemeindung des Bereiches bis in die Gegend des Militärrings nach Köln eine erhebliche Reduzierung des Gebietes der Bürgermeisterei Rondorf. Mit der Eingemeindung Rodenkirchens im Jahre 1975 wurde Rondorf Kölner Stadtteil. Zu Rondorf gehören heute noch die Orte Hochkirchen, Höningen und Konraderhöhe sowie ein Teil von Giesdorf.
Stadtteile im Bezirk Rodenkirchen
Stadtteile
- Bayenthal |
- Godorf |
- Hahnwald |
- Immendorf |
- Marienburg |
- Meschenich |
- Raderberg |
- Raderthal |
- Rodenkirchen |
- Rondorf |
- Sürth |
- Weiß |
- Zollstock
Geistlichen Besitz hatten in Rondorf das Stift Sankt Severin mit dem heute nicht mehr vorhandenen Zehnthof und später das Kloster Sankt Anna zum Lämmchen mit dem Büchelhof, der bis in die Neuzeit noch ein Rittersitz war. Vor dem Büchelhof stand bis 1898 eine mittelalterliche Kapelle, bei deren Niederlegung auch der alte Dorffriedhof zu Tage kam.
Städtebauliche Entwicklung

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Kapellenstraße mit ihren großen Hofanlagen und der kurze Bogen der Rondorfer Hauptstraße das Kerngebiet Rondorfs. 1899/1900 wurde am Rande dieses alten Ortskernes, der sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts erheblich in nördlicher und südlicher Richtung entlang der Rondorfer Hauptstraße erweitert hatte, die Pfarrkirche HeiIige Drei Könige errichtet. Diese erhielt 1957 einen überproportional großen Frontturm als Dominante im Dorfpanorama.
Seit den 1930er Jahren und vor allem seit dem Kriegsende erfolgte eine verdichtete Bebauung in Hochkirchen und dem heute amtlich nicht mehr genannten Großrott. Großrott mit dem dortigen Rodderhof war ursprünglich Stiftsbesitz von Sankt Severin, während Hochkirchen eine Gründung eines gleichnamigen Mannes aus Liblar im 18. Jahrhundert sein soll. Beide Orte bilden, durch ein weit verzweigtes neueres Straßennetz verbunden, heute eine Einheit mit Rondorf. Das Dorf Höningen an der Brühler Straße konnte jedoch noch seine strukturelle Eigenheit bewahren.

Höningen wird erstmalig um das Jahr 950 im Zusammenhang mit einer Schenkung an das Stift Sankt Cäcilien erwähnt. Wie Funde beweisen ist es aber schon in römischer Zeit eine Siedlungsstelle gewesen. Konraderhöhe dagegen, das sich von dem unterhalb liegenden, schon im Mittelalter nachweisbaren Konrader Hof ableitet, ist eine neuzeitliche Industrieansiedlung.
Akzente im Stadtteil
Wasserwerk Hochkirchen; Degussa; Güterverkehrszentrum Eifeltor; Höfe an der Kapellenstraße
