Raderberg
Marterberg und Arbeitersiedlung
Zu Raderberg, das wie Raderthal bis ins frühe 19. Jahrhundert nur eine Flurbezeichnung war, gehören heute der ebenfalls erst im 19. Jahrhundert entstandene Ort Mannsfeld sowie der Judenbüchel, eine Ortsbezeichnung für eine Erhebung an der Stelle der heutigen Markthalle. Ferner gehören zu Raderberg Teile des überwiegend in Marienburg aufgegangenen Ortes Arnoldshöhe.
Hinrichtungen und Vergnügen
Der Name Raderberg verbindet mit aller Wahrscheinlichkeit Erinnerungen an den Marterberg der Kölnerinnen und Kölner, auf dem man die Verurteilten den Tod auf dem Rad sterben ließ. Diese Hinrichtungsstätte lag dicht neben dem Judenbüchel, dem außerhalb der Stadtmauer angelegten mittelalterlichen jüdischen Friedhof, dessen letzte Reste 1936 bei dem Bau der Markthalle beseitigt wurden.
Noch bis ins frühe 20. Jahrhundert war diese Gegend des Todes gleichzeitig aber auch Stätte des Vergnügens mit mehreren Gaststätten und Tanzsälen, eine Tradition, die ab 1500 nachweisbar ist.
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Das Kerngebiet von Raderberg liegt im Bereich der Kirche Sankt Mariä Empfängnis, entlang der Brühler- und Raderberger Straße. Eine Trennung zu dem einst eng verbundenen Raderthal entstand erst durch den Bau der Gürtelstraße. Beide Orte sind Straßensiedlungen, die unter den gleichen Voraussetzungen zur gleichen Zeit entstanden sind.
Industriebetriebe und Arbeitersiedlung

Es finden sich auch hier Kleinstgehöfte ab etwa 1840 sowie Handwerks- und Industriebetriebe ab dem späten 19. Jahrhundert. Dicht war dagegen schon zur gleichen Zeit der Ort Mannsfeld ausgebaut, dessen Zentrum an der Gabelung von Bonner- und Brühler Straße sowie der Schönhauser- und Mannsfelder Straße lag.
Wegen der niedrigen Bodenpreise in der Gegend von Raderberg und der guten Anbindung an die Stadt Köln durch eine Pferdebahn entstanden hier schon früh erste größere Arbeitersiedlungen, die Siedlung "Wilhelmsruhe" ab 1888 und die Siedlung der Firma Stollwerk ab circa 1902, beide an der Bonner Straße.
Die Anlage des Vorgebirgsparkes in den Jahren 1910 bis 1913 zieht eine gehobenere Wohnbebauung in dessen unmittelbarer Umgebung mit sich. Einen weiteren wichtigen Akzent erhält Raderberg in den späten 1930er Jahren durch die große Anlage der Markthalle. Bis heute hat sich in Raderberg kein eigentliches Zentrum herausgebildet, vielmehr verschmilzt der Ort mit den angrenzenden Stadtteilen Bayenthal und Raderthal.
Akzente im Stadtteil
Großmarkthalle, Güterbahnhof Bonn, Fernmeldeamt, Herz-Jesu-Kloster und Kapelle
