Marienburg
Der Villenvorort
Der am Rhein gelegene Stadtteil Marienburg verdankt seinen Ausbau zum geschlossenen Villenvorort der Initiative des Kölner Industriellen Ernst Leybold, der mit dem Bau erster Straßen und vornehmer Landhäuser begann. Namengebend war der seit etwa 1840 nachweisbare Gutshof "Marienburg" mit ausgedehnten Ländereien.
Erste Villen in der Nähe der Mühle
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts werden auf dem Areal des Flottenkastells die heute noch bestehende Mühle sowie ein 20 Morgen umfassender englischer Garten und ein Geschäftsgebäude errichtet. 1870 bis 1872 folgen südlich der Mühle die Industriebauten der "Rheinischen Aktienbrauerei Alteburg" und des Wasserwerkes "Alteburg". Wenig später entsteht im Bereich des Gutshofes "Marienburg" ein erstes Villengebiet. Am Rheinufer und in der Rathausstraße beginnt dann in den 1870er Jahren, allerdings sehr zögernd und nicht in dem erhofften Maße, die Bebauung von Marienburg.
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Eine Bebauung im größeren Stil erfolgt in Marienburg aber erst nach der Eingemeindung 1888 durch die Gründung einer Aktiengesellschaft im Jahre 1891, der "Kölnischen Immobiliengesellschaft". 1896 erlässt dann die Stadt Köln eine Zonenbauordnung in vier Klassen, die für Marienburg eine offene Bauweise festsetzt. Führend beim Entwurf kleinerer Anwesen und Doppelvillen dieser Zeit war das Architekturbüro Schreiterer & Below. Nach 1920 entstehen nur noch wenige Großvillen, die in den meisten Fällen von Theodor M. Merrill entworfen wurden.
Marienburg nach dem 1. Weltkrieg bis heute

Die Hauptausbauzeit Marienburgs endet mit dem Ersten Weltkrieg. Bis dahin entstanden überwiegend in einen Park eingebettete Großvillen mit separatem Kutscher- oder Garagenhaus sowie Gartenpavillons. Vorherrschend war eine an dem englischen Landhausstil orientierte Architektur, wie sie vor allem Paul Pott und Otto March vertraten.
Allen Bauten Marienburgs bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gemeinsam ist das hohe Niveau in Bezug auf die architektonisch-künstlerische Qualität.
Die führenden Kölner Architekten, aber auch Persönlichkeiten von außerhalb wie Josef Maria Olbrich, Bruno Paul oder Otto March, haben hier viel beachtete und oft auch international anerkannte Bauten geschaffen.
Trotz erheblicher Kriegszerstörungen konnte der Charakter als "Villen-Kolonie" bewahrt werden. Marienburg zählt somit zu den wenigen noch geschlossenen, von Architektur und Grünplanung bestimmten Villengebieten in Deutschland.
Akzente im Stadtteil
Südpark, Die Marienburg, Bismarcksäule, Villenviertel, Golfplatz, Deutschlandfunk
