Dünnwald
Rittergut und 'Berliner Blau'
Die genaue Herkunft des Ortsnamens Dünnwald ist nicht geklärt. Es gibt hier zwei unterschiedliche Deutungen. Der Ort im Wald an der Dhünn oder der Ort im Wald auf der (Rhein-)Düne sind die beiden möglichen Interpretationen. Um 1230 wird erstmals das Rittergut Haus Haan urkundlich erwähnt. Heute handelt es sich bei dem Rittergut um eine luxuriöse Eigentumswohnanlage.
Sankt Nikolaus ältestes Gebäude
Im 12. Jahrhundert wurde das älteste erhaltene Gebäude Dünnwalds, die Sankt Nikolaus Kirche, mit dem heutigen Gut Klosterhof erbaut. Das Kloster wurde von Prämonstratenserinnen vom Kloster Steinfeld in der Eifel betrieben. Im Jahr 1643 übernehmen die Prämontratenser Chorherren der "Abtei Steinfeld" in der Eifel das Kloster. 1803 wird es unter Napoleon aufgelöst.
1583 wurde Dünnwald im Rahmen des "Truchsessischen Krieges", den der Erzbischof Gerhard Truchsess von Waldburg um das Erzbistum Köln führte, geplündert und niedergebrannt. 1628, während des 30-jährigen Krieges, wird "Haus Haan" durch kaiserliche Truppen ebenfalls durch Feuer zerstört.
Das Zeitalter der Industriealisierung
Auch die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts geht nicht spurlos an Dünnwald vorbei. So wird im Jahr 1817 im Kunstfeld in der Fabrik "Berliner Blau" die Produktion von Soda und Salmiak aufgenommen. Kurz darauf entsteht im Kunstfeld die erste Arbeitersiedlung des Rheinlandes. 1869 wird ebenfalls im Kunstfeld eine Sprengstoff-Fabrik errichtet. Dort werden ein Jahr später bei einer Explosion 15 Arbeiter getötet.
Bereits 1880 wird die damals "Nordschule" genannte heutige Schule Berliner Straße eröffnet. Um die Jahrhundertwende werden viele örtliche Vereine gegründet, so zum Beispiel der heutige Dünnwalder Bürgerverein, der Pfarr-Cäcilienverein, die freiwillige Feuerwehr, der Dünnwalder Turnverein und die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft. Seit 1907 besteht die damals "Südschule" genannte heutige Gemeinschaftsgrundschule Leuchterstraße.
Akzente im Stadtteil

Klosterhof / Kirche Sankt Nikolaus; Wildpark; Offermanns Hüüsje; Kirche Sankt Hermann-Josef; Waldbad; Rittergut Haus Haan; Alte Schule Berliner Straße; Denkmal “der Weiße Mönch”; Naturdenkmal alte Eiche; Naturschutzgebiet Hornpottweg; Hochkreuz auf dem alten Teil des Friedhofes
