Ossendorf
5.000 Jahre Siedlungsstätte
Tausendjährige Tradition und Fortschritt charakterisieren den Stadtteil Ossendorf, der ehedem die meisten Urkölner beheimatete. Hier entfaltet sich urkölsches Leben, stehen Vereinsleben und Geselligkeit in hoher Blüte. Fragmente uralter Gehöfte - wie die des Gutes Frohnhof und des Pisdorhofes - sind Ausdruck historischer Bezüge.
Archäologische Bodenfunde
Archäologische Bodenfunde bezeugen Ossendorf als eine Siedlungsstätte in vorchristlicher und römischer Zeit:
Hier siedelten bereits vor 5.000 Jahren Bauern, es wurden jungsteinzeitliche Kulturen aufgespürt und Funde aus der Epoche der niederrheinischen Grabhügelkulturen gemacht. Vom 1. Jahrhundert vor Christus datieren späteisenzeitliche Siedlungsspuren. Die Zeit der Römer ist durch eine Reihe von Funden überragender Qualität überliefert. Aber auch aus der Frankenzeit gibt es Plattengräber.
Der Name ist für Sprachforscher ungewisser Herkunft. In dem Bestimmungswort Ossen könnte die kölnisch-mundartliche Form Ooße (Ochsen) vorhanden sein. Doch wird auch ein fränkischer Ursprung vermutet, der Gemeindelandbesitz (= Allmende) beinhaltet.
Bäuerliche Konturen bis in die 1930-er Jahre

Der älteste schriftliche Beleg über Ossendorf stammt vom 25. Oktober 980. Danach schenkte Erzbischof Warinus aus dem Kölner Domvermögen dem Stift Sankt Ursula zu Köln einen Herrenhof zu Ossendorf, 1198 als “Frohnhof” bezeugt. Zu dieser Zeit findet das Rittergeschlecht von Ossendorf zum ersten mal urkundlich Erwähnung. Bäuerliche Konturen zeigten sich noch bis in die 1930er Jahre in eindrucksvoller Weise.
Ossendorf steht in siedlungsmäßigem Zusammenhang mit Ehrenfeld. Aus kleinsten Verhältnissen - 1798: 160 Seelen - wuchs es ab 1930, mit dem Beginn der Besiedlung durch die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Köln-Ehrenfeld, bis zu seiner heutigen Größe empor. 1925 waren es 961 Menschen, 1946 schon 3.358 und 2001 sind es 8.394.

Beiderseits der Gerhard-Bruders-Straße entstanden ab 1930/31 Wohnbauten: südlich ein Genossenschafts-Veedel, nördlich dann durch die respektable Bautätigkeit der Siedlungsgemeinschaft Sankt Rochus Eigenheime.
Akzente im Stadtteil
Coloneum; Justizvollzugsanstalt; Luftfahrtmuseum; Flughafen Butzweilerhof
