Freitag, 9. 07. 2010, 11:09 Uhr

Slacklining wird wissenschaftlich untersucht

Sporthochschule und Stadt testen Vorrichtungen zum Schutz der Bäume

Die Trendsportart Slacklining findet auch in Köln zunehmend mehr Freundinnen und Freunde. Die neue Form des Seiltanzes, bei der die Sportlerinnen und Sportler einen Gurt zum Balancieren meist zwischen zwei Bäumen spannen, wird sich nach Auffassung der Sporthochschule Köln weiter etablieren. Wegen der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten (Therapie, Freizeit, Wettkampf) sei die Sportart nicht nur für Kinder und Jugendliche interessant. In ganz Deutschland haben sich schon erste Slackline-Vereinigungen gebildet.

Slacklining kann die Bäume allerdings stark schädigen, weil auch gesunde und starke Exemplare der punktuellen Belastung durch den gespannten Gurt nicht gewachsen sind. Die Sporthochschule Köln hat deshalb in einem Pilotprojekt mit der Stadt Köln einen effektiven Stammschutz entwickelt, der zumindest in den Sommermonaten an häufig genutzten Bäumen angebracht werden kann.

Das Institut für Natursport und Ökologie der Sporthochschule untersucht zurzeit, wo die Slackliner im Kölner Stadtgebiet ihrer Sportart nachgehen. Die Wissenschaftler wollen wissen, welche Orte besonders beliebt sind, warum das so ist und welche Konsequenzen sich daraus auch für den Baumschutz ergeben.

Ein hochschulinternes Forschungsvorhaben soll die auf den Baum treffenden Kräfte ermitteln. Dabei misst eine zwischen der Befestigung handelsüblicher Slackline-Systeme und der Borke installierte Druckplatte die auftretenden Belastungen. Von diesen Werten ausgehend können Baumsachverständige Empfehlungen geben, unter welchen Voraussetzungen die Sportlerinnen und Sportler Slacklines an Bäumen anbringen können. Das Forschungsvorhaben soll dabei helfen, das Slacklining ökologisch verträglich zu machen. In diesem Rahmen testen die Forscher der Sporthochschule auch verschiedene in Slackline-Sets integrierte Baumschutzsysteme auf Ihren Nutzen.

Seinen Anfang nahm das Slacklining zu Beginn der 1980er Jahre im legendären Klettertreffpunkt Camp 4 des Yosemite Nationalpark in Kalifornien. Die internationale Szene balancierte hier zum Zeitvertreib auf Bandmaterial aus dem Bergsportbereich. Nach und nach verbreiteten die reisenden Kletterer die Sportart in der ganzen Welt, 2006 schaffte sie schließlich auch im deutschsprachigen Raum den Durchbruch. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Herstellern, die sehr unterschiedliche Produkte und Systeme anbieten. Unter anderem deshalb befasst sich auch das Deutsche Institut für Normung mit dem Thema. Es beabsichtigt, hier allgemein gültige Standards zu formulieren. Inwieweit diese den ökologischen Bereich, das heißt den Baumschutz, betreffen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Palm

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