Mittwoch, 3. 02. 2010, 12:07 Uhr

Finissage der Wirdeier-Ausstellung im Stadtmuseum

Fotograf schließt Bilderserie vom Areal der Kunsthalle mit letzter Aufnahme ab

Die Ausstellung "Eusebius Wirdeier, Köln wie es ist - Eine fotografische Grubenarbeit 2002 bis 2010" im Kölnischen Stadtmuseum endet am kommenden Sonntag, 7. Februar 2010. Um 11 Uhr hängt Wirdeier das 40. und letzte Bild auf. Der Fotograf hat die Aufnahmen von dem Areal an der Cäcilienstraße seit dem Abriss der Josef-Haubrich-Kunsthalle in einer mehr als sieben Jahre dauernden Langzeitbeobachtung gemacht. Dabei stellt er erneut die Frage nach einem Neubau der Kölner Kunsthalle und welcher Standort dafür in Frage kommt.

Wirdeier befürchtet, dass die Kunsthalle durch die aktuelle Diskussion um Sanierung oder Neubau des Kölner Schauspielhauses in Vergessenheit gerät. Nach ihrem Abriss im November 2002 sahen erste Planungen im neuen Museumskomplex an der Cäcilienstraße angemessenen Raum für die Kunsthalle vor. Dieses Konzept wurde jedoch verworfen, im neuen Kulturzentrum gibt es keine Kunsthalle. Wirdeier möchte untersuchen, ob sich das städtische Grundstück, auf dem das eingestürzte Historische Archiv an der Severinstraße stand, als Standort eignet. Eine Wohnbebauung auf diesem nach der Katastrophe vom 3. März 2009 mit negativen Emotionen belasteten Areal hält er für schwer vorstellbar, ein lichtes Gebäude für kulturelle Zwecke dagegen schon eher.

Dieses könnte der Kunsthalle und einem ebenfalls fehlenden Kölner Kammermusiksaal angemessenen Platz bieten und das innenstadtnahe Viertel am Waidmarkt wieder attraktiv machen. Im dem neuen Bauwerk wäre auch Platz für einen Dokumentationsraum zum Archiveinsturz, in dem man während der Jahrzehnte dauernden Restaurierung der Archivbestände ausgewählte Dokumente in Wechselausstellungen präsentieren könnte. Das Grundstück an der historischen Nord-Süd-Achse der Stadt ist verkehrstechnisch gut angebunden und die Lage mittlerweile überall bekannt. Eine Kunsthalle auf diesem Gelände könnte für den Standort einen positiven Akzent setzen. Aus dem Unort des Archiveinsturzes würde wieder ein Ort mit hoher kultureller Aufenthaltsqualität für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und ihre Gäste.

Eusebius Wirdeier diskutiert am kommenden Sonntag mit den Ausstellungsbesuchern über diesen Vorschlag. Außerdem führt er durch seine Ausstellung "Köln wie es ist" und die ebenfalls am Sonntag endende Schau "August Sander - Köln wie es war".

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Palm

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