Mittwoch, 03. 02. 2010, 11:26 Uhr

Rat verabschiedet "Aktionsplan für nachhaltige Energie"

Städtische Verpflichtungen werden bei der EU-Kommission in Brüssel eingereicht

Der Rat der Stadt Köln hat auf seiner gestrigen Sitzung am 2. Februar 2010 den "Aktionsplan für nachhaltige Energie" beschlossen. Der Aktionsplan ist der erste Schritt der Stadt Köln, den Klimaschutz-Verpflichtungen aus dem Bürgermeisterkonvent nachzukommen. Der Plan beinhaltet einen Auszug der in den letzten Jahren in Köln erfolgten Maßnahmen zum Klimaschutz in den Bereichen Energie, Bauen und Mobilität, eine erste Grobbilanz der Energie- und CO2-Emissionen sowie einen Ausblick auf das geplante Klimaschutzkonzept der Stadt Köln.

Der Rat der Stadt Köln hatte am 25. September 2008 den Beitritt zum Bürgermeisterkonvent beschlossen. Dieses Gremium ist eine Initiative der Europäischen Kommission zur Unterstützung der internationalen Abkommen zum Klimaschutz. Die hier fest gelegten Ziele sind eine mindestens zwanzigprozentige Steigerung der Energieeffizienz, eine mindestens zwanzigprozentige Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energieträger am Energiemix und eine mindestens zwanzigprozentige Senkung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, müssen die Unterzeichnerstädte ein Inventar der Ausgangsemissionen erstellen und innerhalb eines Jahres nach Unterzeichnung einen Aktionsplan für nachhaltige Energie aufstellen, dem mindestens jedes zweite Jahr ein Umsetzungsbericht folgt. Der Bericht wird der Europäischen Kommission in Brüssel vorgelegt und von ihr geprüft.

Die Stadt Köln hat für den Aktionsplan einen Auszug der in den letzten Jahren erfolgten Einzelmaßnahmen in den Bereichen Energie, Bauen und Mobilität zusammengestellt und mit dem internetbasierten Bilanzierungswerkzeug "Eco-Region" eine Grobbilanz erstellt, die zunächst auf nationalen statistischen Daten beruht und keine lokalen Besonderheiten berücksichtigt. Die Grobbilanz stellt somit eine erste Annäherung an Energieverbrauch und Emissionen in der Stadt Köln dar, wenn sie dem bundesdeutschen Durchschnitt entsprächen.

Der Vergleich des Jahres 2007 mit dem Basisjahr 1990 ergab eine Abnahme des Primärenergieverbrauchs um zehn Prozent und der CO2-Emissionen um fast 20 Prozent. Diese Einsparungen sind vor allem den Verbrauchsreduzierungen im industriellen Sektor zuzuschreiben. Im Sektor Mobilität wurde dagegen durch die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs ein Anstieg des Verbrauchs verzeichnet. Die positive Entwicklung bei den CO2-Emissionen wurde vor allem durch die Ablösung der "schmutzigen" Energieträger Kohle und Heizöl durch Erdgas, das einen niedrigeren Emissionsfaktor hat, befördert.

Der nächste Schritt ist, in den kommenden zwei Jahren mit der Unterstützung externer Gutachter ein "Integriertes Klimaschutzkonzept" zu erstellen. Es wird eine detaillierte und fortschreibbare Energie- und CO2-Bilanz enthalten unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten. Diese Bilanz soll Basis für ein zukünftiges, kontinuierliches Monitoring sein. Aufbauend auf dieser Detailbilanz werden die wirtschaftlichen CO2-Minderungspotenziale in den Sektoren Private Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistung, GHD, Industrie, städtische Liegenschaften und Mobilität identifiziert und ein Maßnahmenkatalog entwickelt.

Die Entwicklung dieses Maßnahmenbündels wird in einem Abstimmungsprozess mit anderen Beteiligten stattfinden, der von einem verwaltungsinternen Arbeitskreis begleitet wird. Darüber hinaus sollen Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und lokalem Energieversorger durch Einrichtung eines stadtübergreifenden Projektbeirats kontinuierlich eingebunden werden. Außerdem sind Workshops und eine Auftaktkonferenz "Klimaschutzimpulse für Köln" geplant, um weitere relevante Akteure in die Umsetzung des Maßnahmenplans einzubinden.

Download des Aktionsplanes

Aktionsplan für nachhaltige Energie [PDF, 684 KB]
Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Jörg Wehner

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