Freitag, 4. 09. 2009, 07:31 Uhr

Slacklining schädigt Bäume

Druckbelastung beim Seiltanzen kann zum Absterben der Gehölze führen

Eine neue Trendsportart findet in Köln immer mehr Anhänger: das Slacklining, auch Slacken oder Slacklinen genannt. Bei dieser Art Seiltanz balancieren die Sportler auf einem Schlauch- oder Gurtband, dass sie zwischen zwei Fixpunkten gespannt haben. In Grünanlagen befestigen die Slackliner das Band meist an freistehenden Bäumen.

Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen weist darauf hin, dass dadurch erhebliche Schäden an den Bäumen entstehen, die bis zum Absterben führen können. In diesem Fall hätte die Stadt einen Anspruch auf Schadensersatz.

Die Ursache für die Schäden liegt im Aufbau des Baumstamms. In dessen Innerem befindet sich der eigentliche Holzkörper, der vor allem der Stabilität des Baums dient. Nach außen hin schließen das so genannte Kambium und die Rinde an. Bei Kambium handelt es sich um lebendes Gewebe, das für das Wachstum des Baums sorgt. Darüber hinaus liegen in diesem Bereich die Leitungsbahnen, die Wasser und Nährstoffe von der Wurzel zur Krone transportieren. Diese wichtige Wachstumsschicht ist besonders empfindlich gegen Druck.

Selbst wenn Slackliner Bänder von mehreren Zentimetern Breite benutzen, ist die Baumrinde für solch eine Druckbelastung nicht ausgelegt. Diese kann zur Zerstörung des Kambiums, zur Unterbrechung der Leitungsbahnen und damit zum Absterben von Teilen des Baums führen. Weil die Gurtbänder nahezu den ganzen Stamm umgreifen, ist sogar ein Absterben des gesamten Baums möglich. Die Schäden zeigen sich zum Teil erst wesentlich später.

Die Grünflächenordnung der Stadt Köln gestattet Spiele in den Anlagen, die die Anpflanzungen schädigen oder beeinträchtigen, nicht. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Palm

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