Stadt plant Schulsozialarbeit künftig auch an Grundschule
Angebot soll frühzeitig Bildungs- und Entwicklungsbenachteiligungen verhindern
Mit der Verabschiedung des Haushalts 2008 / 2009 wurden hinsichtlich der Schulsozialarbeit an bisher nicht berücksichtigten Hauptschulen und Förderschulen mit den Schwerpunkten „Lernen" und „Emotionale und Soziale Entwicklung" elf zusätzliche Stellen eingeplant. Dadurch soll die Schulsozialarbeit auch an diesen Schulen möglich werden. Die Stadt Köln bietet an Haupt- und Förderschulen sowie an Berufskollegs bereits seit rund 38 Jahren erfolgreich Schulsozialarbeit an. Eine entsprechende Beschlussvorlage legt die Jugendverwaltung dem Rat der Stadt Köln in seiner Sitzung am 30. Juni 2009 vor, am heutigen Dienstag, 23. Juni, berät bereits der Jugendhilfeausschuss darüber.
Zusätzlich möchte die Stadt Köln künftig im Sinne einer möglichst frühen Prävention und zeitnahen Krisenintervention Schulsozialarbeit auch an Grundschulen anbieten. Die Beschlussvorlage an den Jugendhilfeausschuss und den Rat enthält darum auch die Entscheidung darüber, erstmalig in größerem Umfang zusätzliche Stellen für die Schulsozialarbeit an Grundschulen zu bewilligen. Insgesamt handelt es sich um 13,3 Personalstellen.
Mit dem Angebot der Schulsozialarbeit an Grundschulen werden die verstärkten Förderbemühungen der Stadt Köln im frühkindlichen und vorschulischen Bereich fortgesetzt und ergänzt. Damit kann das Präventionssystem der Früherkennung, Frühförderung und der Unterstützungsangebote in den Übergängen von Kindertagesstätte zu Grundschule, Förderschule und Hauptschule bis hin zu Ausbildung und Arbeit geschlossen werden.
„Mit Schulsozialarbeit an Grundschulen sollen vorrangig die Schulen berücksichtigt werden, die von besonders förderungsbedürftigen Kindern besucht werden. Also Kinder, deren bisherige Entwicklung erfahrungsgemäß ein schulisches Scheitern und schwerwiegende Fehlentwicklungen in besonderem Maße erwarten lassen. Das Angebot soll dazu beitragen, Bildungs- und Entwicklungsbenachteiligung auch als Folge von Kinderarmut und damit ein drohendes späteres Scheitern im beruflichen Leben zu verhindern", so Dr. Agnes Klein, Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden auf der Grundlage der „Sozialraumanalyse in der Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung" 18 Schulen ermittelt, die eine hohe Anzahl an benachteiligten und damit besonders förderungsbedürftigen Schülern aufweisen. Insbesondere an solchen Schulen bedürfen Schüler und auch Eltern aufgrund der besonders hohen Belastungen einer individuellen, familiären und schulischen Förderung durch die Jugendhilfe. Durch die Zusetzung von 13,3 Stellen können 18 Schulen berücksichtigt werden, weil sich die Schulen an vier Schulstandorten, jeweils mit einer Katholischen Grundschule und einer Gemeinschaftsgrundschule, jeweils eine Stelle teilen. Die Schulsozialarbeit an Grundschulen soll von Trägern der freien Jugendhilfe in enger Zusammenarbeit mit den Schulen durchgeführt werden.
Mit Beschluss der Vorlage durch den Rat am 30. Juni 2009 würde das Jugendamt dann für das Angebot Schulsozialarbeit an Grund-, Haupt- und Förderschulen sowie an Berufskollegs über insgesamt 42,3 Stellen verfügen.
