Dienstag, 03. 03. 2009, 20:57 Uhr

Einsturz von Gebäuden auf der Severinstraße

Informationen aus der zweiten Pressekonferenz

In der Kölner Innenstadt ist am heutigen Dienstag, 3. März, ein Gebäude in der Severinstraße eingestürzt, in dem das Historische Archiv der Stadt Köln untergebracht war. Teilweise eingestürzt sind auch die beiden benachbarten Wohnhäuser. Die Berufsfeuerwehr wurde um 13:58 Uhr benachrichtigt und löste Großalarm aus. Siehe hierzu die Pressemitteilung vom Dienstagnachmittag.

Seit dem frühen Nachmittag sind Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Polizei und der Hilfsdienste im Einsatz. Die Suche nach möglicherweise Verschütteten - nach Hinweisen von Augenzeugen könnten das zwischen zwei und neun Menschen sein - gestaltet sich laut Feuerwehrchef Stephan Neuhoff als schwierig, da die benachbarten Gebäude des Historischen Archivs weiterhin einsturzgefährdet sind und unter der Unglücksstelle ein Hohlraum liegt, wodurch ein Absacken des Erdbodens zu befürchten ist. Bei dem Hohlraum handelt es sich um ein Gleiswechselbauwerk, das für die U-Bahn erstellt wurde. Zurzeit werden große Mengen Beton in den Raum gepumpt. Es wird schätzungsweise 20 Stunden dauern, bis dieser komplett verfüllt ist. Erst dann ist ein gefahrloseres Betreten der Unglücksstelle möglich. Bevor mit der Suche nach möglicherweise Verschütteten begonnen werden kann, müssen zunächst die Dachreste der Gebäude gesichert werden. Das gilt auch für einen Baukran, der umstürzen könnte.

Zur Ursache des Unglücks gibt es noch keine abgesicherten Hinweise. Die Untersuchungen laufen. Nach dem bisherigen Kenntnisstand hat ein Erdrutsch in dem GIeiswechselbauwerk unterhalb des Archivs dazu geführt, dass das Gebäude eingestürzt ist.

Mitte 2007 entstanden im Historischen Archiv im Zuge des Schildvortriebs im Rahmen der Bauarbeiten für die U-Bahn Risse im Bereich einer Gebäudedehnungsfuge. Es erfolgte eine Begutachtung durch ein unabhängiges Sachverständigenbüro, das Schäden feststellte, aber zu dem Ergebnis kam, diese seien statisch nicht relevant. Es wurde vereinbart, das Schadensbild unter Beobachtung zu halten.

Ein zusätzlich eingeschalteter unabhängiger Statiker kam bei einer Begehung im Dezember 2008 ebenfalls zu dem Ergebnis, dass keine Gefahr für das Gebäude bestehe. Das Ergebnis des Gutachtens:

Die entstandenen Risse sind unbedenklich. Das Gebäude ist im jetzigen Zustand in statischer Hinsicht ausreichend standsicher. Sicherungsmaßnahmen müssen nicht getroffen werden.

Ein unabhängiger Sachverständiger des Büros Zorn resümierte in der Pressekonferenz um 19 Uhr, dass nach derzeitigem Kenntnisstand die damals begutachteten Schäden nicht ursächlich für das heutige Unglück gewesen sein können.

Im Umkreis der Unglücksstelle wurden alle Gebäude evakuiert. Aktuell erfolgt die Räumung des Altersheims CBT Wohnhaus, An St. Georg. Betroffene Anwohner, die einen Schlafplatz brauchen, können sich der Feuerwehr der Stadt Köln unter der Notrufnummer 112 melden. Wer Angehörige vermisst, wird gebeten, die Feuerwehr ebenfalls unter der Notrufnummer 112 anzurufen.

Die Stadt Köln hat ein Bürgertelefon eingerichtet. Das Telefon ist ab sofort rund um die Uhr besetzt. Die Nummer lautet 0700 / 0221 1111.

Stadtdirektor Guido Kahlen lobte in einer Pressekonferenz die schnelle und effektive Arbeit aller Kräfte an der Unglücksstelle. Er betonte:

Wir tun hier alles dafür, schnell das Schicksal möglicher Verschütteter zu klären. Kulturdezernent Prof. Georg Quander bereitet parallel Maßnahmen vor, wie die Bestände des Historischen Archivs schnell und sachgerecht gesichert werden können.

Oberbürgermeister Fritz Schramma hat seinen Urlaub abgebrochen, um sich vor Ort in Köln selbst ein Bild der Lage machen zu können.

Der Unterricht am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und am benachbarten Kaiserin-Augusta-Gymnasium fällt am morgigen Mittwoch aus.

Wegen des Gebäudeeinsturzes sind im Bereich Waidmarkt / Severinstraße / Altstadt/Süd umfangreiche Sperrmaßnahmen eingerichtet. Bitte umfahren Sie das Gebiet weiträumig.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Jürgen Müllenberg

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