Donnerstag, 15. 01. 2009, 16:02 Uhr

Handwerklich begabte Menschen mit Behinderung arbeiten an Kölner Schulen als Hausmeisterhelfer und Schulassistenten

Landschaftsverband, Stadt und Gemeinnützige Werkstätten starten Modellprojekt

Der Landschaftsverband Rheinland, die Stadt Köln und die Gemeinnützigen Werkstätten Köln GmbH starten mit Unterstützung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen ein neues Modellprojekt: Ab dem 1. Februar 2009 werden 14 behinderte Beschäftigte der Gemeinnützigen Werkstätten Köln GmbH als Hausmeisterhelfer und Schulassistenzen an Kölner Schulen tätig. 

Dr. Agnes Klein, Dezernentin für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln, Harry K. Voigtsberger, Direktor des LVR, und Dieter Suckel, Geschäftsführer der GWK, haben am heutigen Donnerstag, 15. Januar 2009, im Joseph-Dumont-Berufskolleg die notwendigen Verträge für das auf drei Jahre befristete Modellprojekt unterzeichnet. 

Die Vertragsunterzeichnung erfolgte in Anwesenheit von Günter Winands, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Er lobte:

Ich begrüße die Idee, Beschäftigten der GWK die Möglichkeit zu bieten, als Hausmeisterhelfer und Schulassistenten an Schulen tätig zu sein. Gerade jungen Menschen kann so eine Brücke in das Arbeitsleben gebaut werden. Wir machen damit deutlich, dass Schule auch als Arbeitsplatz einen Beitrag zur Integration leisten und jungen Menschen mit Behinderungen eine berufliche Perspektive geben kann.

Auch LVR-Direktor Harry K. Voigtsberger hob die Bedeutung des Projektes hervor:

Wir freuen uns, neben den beruflichen Fähigkeiten gleichzeitig die Begegnung von jungen Menschen mit und ohne Handicap fördern zu können. Dieses Miteinander ist für beide Seiten eine wichtige Lern- und Lebenserfahrung. Damit leistet dieses Modellprojekt einen wichtigen Beitrag zu gelebter Inklusion.

Der LVR stellt den beteiligten Kölner Schulen in den nächsten drei Jahren jährlich 50.000 Euro zur Finanzierung der Arbeitsleistungen zur Verfügung. Voigtsberger betonte:

Wir wenden diese Mittel gerne auf, weil wir vom Nutzen des Projektes überzeugt sind. Wir sind deshalb schon jetzt sehr hoffnungsvoll, dass auf der Basis unserer Startförderung die Schulen eine dauerhafte Anschlussfinanzierung finden können und dass dieses Modell somit im wahrsten Sinne des Wortes "Schule macht".

Dr. Agnes Klein unterstrich, es gebe genug zu tun an den Schulen:

Für uns als Stadt Köln bietet das Modell neue Möglichkeiten, Engpässe an unseren Schulen zu verhindern. Was für die Menschen mit Behinderung ganz neue Optionen mit sich bringt, bietet auch uns neue Chancen. Hausmeisterhelfer können einfache Instandhaltungsarbeiten gut übernehmen. Schulassistenten unterstützen Lehrkräfte und Sekretariate bei allen administrativen Aufgaben.

Dieter Suckel, Geschäftsführer der GWK betonte:

Durch die Kooperation mit den Schulen wird unseren Mitarbeiterinnen und Mitabeitern ein idealer Lernraum eröffnet, in dem sie sich erproben und beweisen können. Durch diese Qualifizierung in einem normalen Arbeitsumfeld erhöhen sich die Möglichkeiten für einen behinderten Menschen, auch später auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.

Bevor die Menschen mit Handicap ihre Stelle an der Schule beginnen, absolvieren sie ein Praktikum, um einen Einblick in das jeweilige Berufsfeld zu erhalten. Ab Februar treten die ersten beiden Hausmeisterhelfer an den LVR-Förderschulen Belvederestraße und Heinrich-Welsch ihre Stelle an. Auch am Joseph-Dumont-Berufskolleg werden insgesamt drei Schulassistenten tätig sein, die vorher ein Praktikum absolvieren. Darüber hinaus werden rund zehn Beschäftigte ein Praktikum an städtischen Kölner Schulen absolvieren. Für eine Evaluation des Projektes konnte Staatssekretär Günter Winands die Montag-Stiftung gewinnen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Simone Winkelhog

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