Donnerstag, 18. 12. 2008, 15:45 Uhr

Höhepunkte im Ausstellungsjahr 2009

Museen der Stadt Köln präsentieren zahlreiche Attraktionen

Für das kommende Jahr haben die Museen der Stadt Köln wieder eine Vielzahl von hochkarätigen Ausstellungen vorbereitet. Hier eine Auswahl der Höhepunkte aus dem Gesamtprogramm:

400 Jahre, nachdem Galileo zum ersten Mal sein Teleskop auf den Mond richtete, und 40 Jahre nach Armstrongs Landung auf dem Erdtrabanten zeigt das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud vom 26. März bis 16. August 2009 seine erste Ausstellung, bei der sich alles um den Himmelskörper dreht. „Der Mond" ist ein kunst- und kulturhistorischer Überblick, der anhand von rund 130 Exponaten darstellt, wie sich die Menschheit in den letzten fünf Jahrhunderten optisch und künstlerisch dem Erdtrabanten genähert hat. Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören Originalausgaben von Galileos „Botschaft von neuen Sternen", Manets „Mondschein über dem Hafen von Boulogne", das erste impressionistische Nachtbild überhaupt, und allerjüngste Aufnahmen der NASA.

In der Ausstellung „Mit Napoleon in Ägypten. Die Zeichnungen des Jean-Baptiste Lépère" vom 2. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010 geht es im Herbst, ebenfalls im Wallraf, um Strategie und Politik, aber auch um Erforschung, Dokumentation und Auswertung eines faszinierenden Landes. Als General Bonaparte 1798 zum Feldzug nach Ägypten aufbricht, begleitet ihn auch Jean-Baptiste Lépère (1761-1844), Architekt und Altertumsforscher, und wird zum wichtigsten Architekturzeichner der Expedition. Die Blätter Lépères befinden sich heute in der Graphischen Sammlung des Wallraf und bilden den Kern der Ausstellung. Ein Schatz, der fast 200 Jahre im Verborgenen ruhte und jetzt erstmals öffentlich ausgebreitet wird. Ergänzt wird die Präsentation durch eine moderne historische Dokumentation, Fundstücke aus dem alten Ägypten und Exponate aus der Zeit Napoleons.

Christopher Wool ist nicht nur ein abstrakter Maler, sondern auch ein Erforscher des Abstrakten. In seinen Gemälden führt er Figur und Defiguriertes gegeneinander, Zeichnung und Malerei, Durchdachtes und Spontanes. Mit der Sprühpistole zeichnet er Linien auf die Leinwand, die er kurz darauf mit einem in Lösungsmittel getränkten Tuch wieder auswischt. Wools Gemälde breiten die ganze Vielfalt seiner Techniken aus. Auch in den Siebdrucken auf Papier begegnen wir dem Interesse des Künstlers an Abstraktion, am Verhältnis von Linie und Fläche wieder. Die Ausstellung „Christopher Wool - Porto-Köln" vom 21. April bis 12. Juli 2009 im Museum Ludwig ist in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entstanden. Sie vollzieht seine Entwicklung in den letzten Jahren nach mit Schwerpunkt auf den abstrakten Gemälden und Siebdrucken seit 2006. Anlässlich der Verleihung des Wolfgang-Hahn-Preises 2009 hat die Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig zwei Siebdrucke Wools auf Papier für das Museum erworben. Die Fundacio de Serralves, Museu de Arte Contemporânea, in Porto hat die Ausstellung in Koproduktion mit dem Kölner Museum Ludwig organisiert.

Vom 15. August bis 15. November 2009 präsentiert das Museum Ludwig die erste Retrospektive der Bildhauerin Isa Genzken (*1948), die zu den bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Zeit zählt. Die Ausstellung entsteht in enger Kooperation mit der Londoner Whitechapel Gallery. In den vergangenen Jahren realisierte Isa Genzken wiederholt große Einzelausstellungen in internationalen Museen und Ausstellungshallen. Diese blieben jedoch stets auf einzelne Werkgruppen beschränkt oder ermöglichten neue Arbeiten. Mit der Präsentation ihrer Ende der 70er Jahre entstandenen aerodynamischen Ellipsoide bis hin zu den jüngst realisierten Installationen aus Konsum- und Alltagsgegenständen und Fotografien und Filmen zeigt das Museum Ludwig Isa Genzkens Werk erstmals in seiner medialen Vielfalt und thematischen Stringenz.

Gottfried Böhm (*1920), Sohn des berühmten Baumeisters Dominikus Böhm, Träger des Pritzkerpreises (1986) und Hochschullehrer, ist einer der renommiertesten Architekten Kölns und bundesweit. Die Wallfahrtskirche in Neviges machte ihn 1963 überregional bekannt. Bauten aus plastisch durchgestaltetem Beton - wie das Rathaus in Bergisch-Gladbach, St. Gertrud oder Christi Auferstehung in Köln - werden für Böhm charakteristisch, später treten auch Farbe, Glas und Backstein als Gestaltungselemente hinzu. Die Ausstellung „Felsen aus Beton und Glas. Die Architektur von Gottfried Böhm" vom 19. Januar bis 26. April 2009 im Museum für Angewandte Kunst basiert auf der 2006 vom Deutschen Architektur Museum Frankfurt konzipierten Präsentation, erweitert um den ausführlicheren Blick auf die in Köln realisierten oder für Köln projektierten Arbeiten. Erstmals sind auch frühe bildhauerische Werke des Baukünstlers zu sehen sein.

Das Museum für Ostasiatische Kunst feiert im August 2009 sein 100-jähriges Gründungsjubiläum. Es wurde 1913, in der Spätphase des europäischen Kolonialismus, als erstes Spezialmuseum seiner Art in Deutschland eröffnet. Heute stellt es mit seinen herausragenden Sammlungsbeständen ein Tor zu den Ländern Ostasiens dar und öffnet den Blick auf die Jahrtausende alte Kultur Chinas, Koreas und Japans. Vom 28. bis zum 30. August 2009 ist das Museum Schauplatz einer Reihe von Jubiläumsveranstaltungen. Am 28. August eröffnen der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und die Botschafter Chinas, Koreas und Japans feierlich mehrere Ausstellungen. Am 29. August lockt der „Tag der offenen Tür" mit vielfältigen künstlerischen Darbietungen und kulinarischen Angeboten. Am 30. August tagt in den Räumlichkeiten des benachbarten Japanischen Kulturinstituts ein internationales, hochkarätig besetztes Symposium zum Thema „Circa 1909". Es informiert über die Museen in Europa und den USA, die um das Jahr 1909 bereits ostasiatische Kunst sammelten.

Johannes Freiherr von Diergardt (1859-1934) war weltweit der größte private Sammler völkerwanderungszeitlicher Kunst. Aus rheinischem Adelsgeschlecht stammend residierte er auf seinem Familiensitz Schloss Bornheim. Angeregt durch fränkische Grabfunde in der Nachbarschaft des Schlosses baute Johannes von Diergardt unter wissenschaftlicher Beratung der Preußischen Museen in Berlin eine atemberaubende Sammlung antiker und frühmittelalterlicher Kleinkunstwerke auf. Der geographische Horizont reicht von den Skythen bis zu den Wikingern, vom Westen Europas bis in die Steppen Russlands. Der berühmte Kern der Sammlungen bewahrt ein Erbe der Völkerwanderungszeit - heute kostbarer Schatz des Römisch-Germanischen Museums. Den 150. Geburtstag des Barons nimmt das Museum zum Anlass, von Mitte Mai bis Anfang November 2009 unter dem Titel „Europa brennt" Meisterwerke der Sammlungen aus der Zeit größter Umwälzungen in Europa zu zeigen: Die Ausstellung lenkt den Blick auf eine bewegte Epoche zwischen Spätantike und Frühmittelalter.

Nach zwölfjähriger Planungs- und Realisierungszeit ist für Herbst 2009 die große Neueröffnung des Rautenstrauch-Joest-Museums - Kulturen der Welt und des Museum Schnütgen - Kunst des Mittelalters im neuen Domizil an der Cäcilienstraße 29-33, nähe Neumarkt, geplant.

Weitere Informationen zu den genannten Ausstellungen finden Sie im Internet, in der Rubrik Ausstellungsvorschau oder auf den Seiten der einzelnen Museen.

Zusätzliche Auskünfte beim Museumsreferat, Öffentlichkeitsarbeit, Marie-Luise Höfling, Telefon: 0221 / 221-22334

marie-luise.hoefling@stadt-koeln.de

Für das Museum Ludwig bei Annegret Buchholtz, Telefon: 0221 / 221-23491

buchholtz@museum-ludwig.de

Für das Wallraf-Richartz-Museum bei Stefan Swertz, Telefon: 0221 / 221-24415

wallrafpresse@museenkoeln.de
Museen der Stadt Köln 
Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Palm

Funktionen

Weitere Meldungen


Call-Center

115 oder
0221 / 221-0
Call-Center der Stadt Köln
Mo bis Fr, 7 bis 18 Uhr

Kölner Themenjahr

Für mobile Geräte

Kölner Service-App