Der Großmarkt soll im Jahr 2020 von Raderberg nach Marsdorf verlagert werden. Dies hat der Rat am 13. Dezember 2007 beschlossen. In Vorbereitung auf diesen Beschluss wurden mehrere Standorte geprüft und bewertet, die Flächen in Marsdorf wurden als besonders geeignet angesehen.

Warum eine Verlagerung?

Der Großmarkt liegt heute auf innenstadtnahen Flächen in Raderberg, unmittelbar angrenzend an die dicht besiedelte Südstadt. Die heute genutzten Gebäude sind in ihrer Konzeption nicht mehr zeitgemäß und bedürften dringend einer Sanierung. Da das Areal des heutigen Großmarktes aber wegen seiner zentralen Lage für eine höherwertige städtebauliche Entwicklung vorgesehen ist, sind diese Flächen seit Juni 2013 Bestandteil des Sanierungsgebietes "Entwicklungsbereich südliche Innenstadt-Erweiterung (ESIE)". In Marsdorf soll ein neues Frischezentrum entstehen.

Bei der Konzeption des neuen Standortes sollen die Interessen der ansässigen Händlerinnen und Händler und der Einkaufskomfort der Großmarktkundschaft berücksichtigt werden, um für alle ein geeignetes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Der Kölner Großmarkt ist einer der flächenmäßig größten in Deutschland und von wirtschaftlicher Bedeutung für Köln und die Region. Er dient den Wochenmarkthändlerinnen und -händlern, der Gastronomie, Krankenhausküchen, Kantinen und dem Gemüseladen an der Ecke in Köln und Umgebung als Geschäftsbasis. Köln braucht daher weiterhin einen Großmarkt beziehungsweise ein adäquates Frischezentrum.

Den ansässigen Unternehmen wird aufgrund des Ratsbeschlusses eine Planungs- und Investitionsperspektive bis zum Auslaufen der meisten Miet- und Erbbaurechtsverträge im Jahr 2020 geboten. Danach soll das neue Frischezentrum an der A1 in Köln-Marsdorf bezogen werden.

Verkehrssituation in Marsdorf

Für die Ansiedlung des Frischezentrums ist eine umfangreiche Verkehrsuntersuchung durchgeführt worden, die die verkehrlichen Auswirkungen darstellt. Diese Untersuchung berücksichtigt nicht nur die Ansiedlung des Frischezentrums in Marsdorf sondern darüber hinaus alle geplanten Siedlungsentwicklungen im Kölner Westen und in den angrenzenden Städten.

Nach dieser Untersuchung ist festzuhalten, dass die Siedlungsentwicklung eine Zunahme des Verkehrs bewirkt, die eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur erfordert. Die Verkehrsuntersuchung enthält hierzu verschiedene Vorschläge für Maßnahmen, wie beispielsweise den Umbau des Autobahnkreuzes Köln-West, den Ausbau der Dürener Straße und den Umbau des Knotens Dürener Straße/Militärring. Diese Vorhaben werden unabhängig von der Ansiedlung eines Frischezentrums in Marsdorf zeitnah realisiert.

Der größte Teil des Verkehrs vom und zum geplanten Frischezentrum wird über die BAB-Anschlussstelle Frechen abgewickelt. Diese stellt die Verbindung zum Kölner Autobahnring her, der von wesentlicher Bedeutung als städtischer und regionaler Verteiler ist.

Das Verkehrsgutachten belegt, dass die zukünftige Verkehrsentwicklung im Kölner Westen nicht auf die Ansiedlung des Frischezentrums in Marsdorf zurückzuführen ist. Die hierfür vorgesehenen Flächen würden nach bisheriger Planung ohnehin einer gewerblichen Nutzung zugeführt, die entsprechende Verkehrsentwicklungen verursachen. Andererseits werden aber umfangreich Verbesserungen in der Infrastruktur vorgenommen, so dass der Verkehr besser abgewickelt werden kann.

Die umfangreiche Verkehrsuntersuchung wurde durch das Amt für Straßen und Verkehrstechnik der Stadt Köln in Abstimmung mit den Nachbarstädten, dem Rhein-Erft-Kreis und dem Landesbetrieb Straßen NRW durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung finden Sie beim Thema Verkehr:

Verkehrsuntersuchung Köln-Marsdorf

Planung eines neuen Frischezentrums in Köln-Marsdorf

Der klassische Begriff des "Großmarktes" auf dem nur Obst und Gemüse gehandelt wird ist schon lange überholt. Ein zeitgemäßes Frischezentrum zeichnet sich dadurch aus, dass möglichst viele Güter des täglichen Bedarfs (beispielsweise Fleisch, Fisch, Convenience) an einem Ort erworben werden können ("Ein-Stopp-Strategie").

Auch in Köln werden auf der Grundlage der geltenden Marktsatzung schon seit Jahren neben Obst und Gemüse Wild, Geflügel, Fisch, Lebens- und Genussmittel sowie Verpackungswaren angeboten. Vorteil für die Kundschaft als Wiederverkäuferinnen und Wiederverkäufer im Lebensmittelbereich ist hierbei die Einkaufsmöglichkeit aller Artikel an einem Ort. Zentraler Mittelpunkt des Marktes soll dabei nach wie vor eine große Markthalle sein.

Für das neue Frischezentrum steht ein städtisches Grundstück an der Bundesautobahn A1, Anschlussstelle Frechen, zur Verfügung. Das Grundstück ist circa 17,6 Hektar groß. Davon können circa 16,7 Hektar für das Frischezentrum genutzt werden.

Seit Juni 2013 liegt ein Gutachten zur "baulichen Konzeption" vor. Die Gutachter beschreiben die technischen Rahmenbedingungen und stellen zwei Varianten für ein Frischezentrum vor. Für den Bau werden Kosten von gut 90 Millionen Euro angesetzt.

Gutachten "bauliche Konzeption" im Ratsinformationssystem

Nächste Schritte

Für den Bau des Frischezentrums müssen der Flächennutzungsplan (FNP) und der Bebauungsplan (B-Plan) geändert werden. In diesen sogenannten Bauleitplanverfahren werden die Auswirkungen der Planung ausführlich untersucht. Die Änderungsverfahren richten sich nach den Vorgaben des Baugesetzbuches. Im Regionalplan der Bezirksregierung ist das gesamte Planänderungsgebiet als Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzungen (GIB) dargestellt.

In den letzten Monaten wurden zur Einleitung des FNP-Änderungsverfahrens in den politischen Gremien mehrere Vorlagen beraten:

Einleitung der Änderung des Flächennutzungsplans (noch nicht beschlossen)
Beantwortung von Fragen aus der Bezirksvertretung Lindenthal
Stellungnahme zum weiteren Verfahren (Zurückstellung der Vorlage zur FNP-Änderung) sowie Beantwortung von Fragen aus dem Stadtentwicklungsausschuss

Wirtschaftlichkeit

Parallel zu den planerischen Aufgaben soll die betriebswirtschaftliche Machbarkeit durch einen externen Gutachter untersucht werden. Dabei werden sowohl eine Marktanalyse als auch eine Wirtschaftlichkeitsberechnung verschiedener Finanzierungsmodelle durchgeführt.

Beschlussvorlage zur Verlagerung des Großmarktes

Beschlussvorlage Standortempfehlung zur Verlagerung des Kölner Großmarktes im Jahr 2020, beschlossen am 13. Dezember 2007
PDF, 132 kb
Anlage 1: Andere Großmärkte in Deutschland
PDF, 339 kb
Anlage 2: Schema eines neuen Großmarktes für Köln
PDF, 19 kb
Anlage 3: Untersuchte Großmarkt-Standorte in Köln (und Altstandort)
PDF, 452 kb
Anlage 4: Detaillierte Untersuchungsergebnisse
PDF, 722 kb
Anlage 5: Anwohner Radius
PDF, 591 kb
Anlage 6: Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsuntersuchung
PDF, 681 kb
Anlage 7: Bebauungsplan Marsdorf
PDF, 146 kb
Anlage 8: Flächennutzungsplan Marsdorf
PDF, 95 kb