B: Bezirksteilzentrum

Bezirksteilzentrum (BTZ)
Ein Bezirkszentrum ist ein zentraler Versorgungsbereich. In einigen Stadtbezirken gibt es nicht ein einziges großes Bezirkszentrum, sondern es gibt mehrere - zwei oder drei - gleichberechtigt nebeneinander. Um dies im Namen kenntlich zu machen, heißen sie Bezirksteilzentren.

C: City

City
Die City ist ein zentraler Versorgungsbereich, das Hauptgeschäftszentrum für die Gesamtstadt.

D: Discounter

Discounter
Einzelhandelsbetrieb mit schmalem, auf raschen Umschlag ausgerichtetem Sortiment zu niedrigen Preisen, einfacher Warenpräsentation und Ladenausstattung, so gut wie keine Beratung oder Kundendienstleistungen. Bei Nahrungs- und Genussmitteln zum Beispiel ALDI, LIDL, Netto, PENNY, bei SB-Backshops zum Beispiel Billy Back, im Non-Food-Bereich zum Beispiel KODI, ZEEMAN.

E: Einwohnerzahl, Einzelhandel

Einwohnerzahlen
Alle Einwohnerzahlen Stand 31. Dezember 2000 und 31. Dezember 2007 - zur Darstellung der Einwohnerentwicklung - sowie die Einwohnerprognose Stand 31. Dezember 2025 berücksichtigen Hauptwohnsitze und Nebenwohnsitze. Aus methodischen Gründen wurde für alle folgenden Berechnungen der Stichtag 31. Dezember 2007 gewählt, da er am engsten mit dem Erhebungszeitraum des Einzelhandelsbestandes (März bis Juni 2008) korrespondiert. Auch die Angaben zur Dichte der Einwohnerschaft (Einwohnerinnen und Einwohner pro Quadratkilometer) basieren auf Daten Stand 31. Dezember 2007. Um Einwohnerinnen und Einwohner mit mehreren Wohnsitzen nicht mehrfach zu erfassen, dürfen zur Berechnung des Kaufkraftpotenzials, das heißt zur Berechnung der Kaufkraft, der Pro-Kopf-Kaufkraft und des Kaufkraftindexes, nur Hauptwohnsitze herangezogen werden.

Einzelhandel
Einzelhandel im funktionellen Sinne liegt vor, wenn Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer Güter, die sie in der Regel nicht selbst bearbeiten oder verarbeiten (Handelswaren) von anderen Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmern beschaffen und an private Haushalte absetzen.
Einzelhandel im institutionellen Sinne, auch als Einzelhandelsunternehmung, Einzelhandelsbetrieb oder Einzelhandlung bezeichnet, umfasst jene Institutionen, deren wirtschaftliche Tätigkeit ausschließlich oder überwiegend dem Einzelhandel im funktionellen Sinne zuzurechnen ist.

F: Fachgeschäft, Fachmarkt

Fachgeschäft
Einzelhandelsbetrieb, der ein branchenspezifisches Sortiment (zum Beispiel Metzgerei oder Spielwarengeschäft) oder ein bedarfsgruppenorientiertes Sortiment (zum Beispiel Babymarkt) in großer Auswahl und in unterschiedlichen Qualitäten anbietet, mit einer mittleren bis hohen Beratungsintensität und guter bis hoher Beratungskompetenz. Dies bei einer mittleren bis gehobenen Preisklasse mit ergänzenden Dienstleistungen, zum Beispiel Kundendienst.

Fachmarkt
Einzelhandelsbetrieb, der ein breites Sortiment und oft auch eine große Auswahl von einzelnen Artikeln (tiefes Sortiment) anbietet bei niedrigem bis mittlerem Preisniveau. In der Regel ist der Fachmarkt autokundenorientiert, zum Beispiel OBI, Media Markt, Dingers.

Hierzu gehören Einzelhandelsbetriebe, die ein breites und oft auch tiefes Sortiment:

  • aus einem Warenbereich anbieten, zum Beispiel Bekleidungsfachmarkt oder Schuhfachmarkt
  • aus einem Bedarfsbereich anbieten, zum Beispiel Sportfachmarkt oder Baufachmarkt
  • aus einem Zielgruppenbereich anbieten, zum Beispiel Möbel- oder Haushaltswaren für designorientierte Kunden

G: Großflächiger Einzelhandelbetrieb

Großflächiger Einzelhandelbetrieb
Ein Einzelhandelsbetrieb ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche gilt als großflächig. 

K: Kaufhaus, Kaufkraft, Kaufkraftindex, Komplementärnutzung

Kaufhaus
Ein größerer Einzelhandelsbetrieb, der überwiegend im Wege der Bedienung Waren aus zwei oder mehr Branchen anbietet, davon wenigstens aus einer Branche ein sehr großes Angebot (in tiefer Gliederung) - häufig Textilien, Bekleidung, aber keine Lebensmittel. Hierzu zählen zum Beispiel C&A und Peek & Cloppenburg.

Kaufkraft
Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft stellt den Teil des verfügbaren Einkommens der Bevölkerung dar, der pro Jahr im Einzelhandel ausgegeben wird.

Kaufkraftindex
Der Kaufkraftindex gibt das Kaufkraftniveau im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (= 100) an. Werte über 100 deuten auf ein im Vergleich zum Durchschnitt höheres Kaufkraftniveau, Werte unter 100 auf ein unter dem Durchschnitt liegendes Niveau hin. Die Gesellschaft für Konsumforschung GfK-Nürnberg errechnet die regionalen Kaufkraftindizes auf der Grundlage der Steuerstatistik. Für die vorliegende Untersuchung wurde der GfK-Kaufkraftindex für die Gesamtstadt Köln herangezogen. Die Ermittlung der Kaufkraftindizes auf Stadtbezirksebene beziehungsweise Stadtteilebene erfolgte auf Basis des gesamtstädtischen Index und der GfK-Pro-Kopf-Ausgaben für die Bezirke beziehungsweise Stadtteile.

Komplementärnutzung
Als Komplementärnutzungen werden alle gewerblichen Nutzungen bezeichnet, die nicht dem Einzelhandel zuzuordnen sind sowie kulturelle Einrichtungen und Einrichtungen der sozialen Infrastruktur.

N: Nahbereich, Nahversorgungslage, Nahversorgungszentrum

Nahbereich (700 Meter-Radius)
Der 700 Meter-Radius wurde in Anlehnung an die Ausführungen des Einzelhandelserlasses Nordrhein-Westfalen angesetzt. Er entspricht etwa dem fußläufigen Einzugsbereich von Betrieben der Nahversorgung. Dabei wird unterschieden zwischen einem 700 Meter-Radius um einen zentralen Versorgungsbereich und einem 700 Meter-Radius um einen Lebensmittelbetrieb (ab 400 Quadratmetern Verkaufsfläche). Es handelt sich bei dem 700 Meter-Radius um eine theoretische Darstellung: mögliche Umfeldfaktoren, die sich eventuell auf die Ausdehnung des Nahbereichs auswirken können (zum Beispiel Barrierewirkung einer Bahnlinie, Wettbewerbssituation) wurden nicht berücksichtigt.

Nahversorgungslage (NVL)
Nahversorgungslagen befinden sich außerhalb der zentralen Versorgungsbereiche. Sie dienen ähnlich wie Nahversorgungszentren der Nahversorgung, das heißt sie bieten vor allem Lebensmittel, Drogeriewaren, Blumen, Schreibwaren und Zeitschriften an. Ergänzt wird das Angebot durch Dienstleistungen und Gastronomie. Sie haben jedoch eine geringere Ausstattung als Nahversorgungszentren. 

Nahversorgungszentrum (NVZ)
Ein Nahversorgungszentrum ist ein zentraler Versorgungsbereich. Er versorgt in der Regel mehrere Stadtviertel.

P: Preisbrecher

Preisbrecher
Preisbrecher sind "Ein-Euro-Shops" und ähnliche Billiganbieter wie zum Beispiel Inferno, T€Di. Discounter gehören nicht hierzu.

S: SB-Warenhaus, Sonderstandort, Sonstige Lage, Sortimentsliste, Stadtteilzentrum, Standort außerhalb der zentralen Versorgungsbereiche, Standortkonzept, Supermarkt

SB-Warenhaus
Großflächiger Einzelhandelsbetrieb (Verkaufsfläche ab 3.000 Quadratmetern), der ein breites und tiefes Sortiment an Nahrungsmitteln und Genussmitteln und an Gebrauchsgütern und Verbrauchsgütern des kurzfristigen und mittelfristigen Bedarfs überwiegend in Selbstbedienung anbietet (häufig Dauerniedrigpreispolitik oder Sonderangebotspolitik). Standort in der Regel autokundenorientiert, in Alleinlage oder in Einzelhandelszentren, zum Beispiel Kaufland, real.

Sonderstandort
Sonderstandorte liegen außerhalb der zentralen Versorgungsbereiche. Sie sind Gebiete, in denen Einzelhandelsbetriebe mit nicht zentrenrelevanten Sortimenten - das sind vor allem Möbelhäuser, Baumärkte und Gartencenter - gebündelt werden sollen.

Sonstige Lage
Sonstige Lagen sind Einzelstandorte oder Standortagglomerationen, das sind Standorte mit mehreren Einzelhandelsbetrieben an einem Standort, außerhalb der zentralen Versorgungsbereiche und außerhalb der Nahversorgungslagen sowie der Sonderstandorte, also alle Lagen im übrigen Stadtgebiet.

Sortimentsliste
Nahversorgungsrelevante Sortimente
Zentrenrelevante Sortimente 
Nicht zentrenrelevante Sortimente
Kurzfristiger Bedarf
Mittelfristiger Bedarf
Langfristiger Bedarf

Die Kölner Sortimentsliste definiert stadtspezifisch die nahversorgungsrelevanten Sortimente, die zentrenrelevanten und nicht zentrenrelevanten Sortimente.

  • Nahversorgungsrelevante Sortimente dienen dem kurzfristigen Bedarf. Hierzu gehören zum Beispiel Eier und Milch, Brot und Brötchen, Getränke und Zeitungen, Shampoo und Hustensaft, Blumen und Briefpapier. Nahversorgungsrelevante Sortimente können auch zentrenrelevant sein.
  • Zentrenrelevante Sortimente können neben dem kurzfristigen Bedarf auch dem mittel- und langfristigen Bedarf dienen. Hierzu gehören zum Beispiel Bekleidung und Bücher, Elektrowaren und Haushaltswaren.
  • Nicht zentrenrelevante Sortimente dienen dem langfristigen Bedarf. Hierzu gehören zum Beispiel Möbel oder Bau- und Heimwerkerbedarf.

Stadtteilzentrum (STZ)
Ein Stadtteilzentrum ist ein zentraler Versorgungsbereich. Er versorgt in der Regel einen Stadtteil.

Standort außerhalb der zentralen Versorgungsbereiche
Hierzu zählen die Nahversorgungslagen, die Sonderstandorte und die sonstigen Lagen.

Standortkonzept
Das Standortkonzept soll als Orientierungsrahmen und Entscheidungsgrundlage für die kommunale Zentren- und Standortentwicklung dienen.

Supermarkt
Einzelhandelsbetrieb (Verkaufsfläche ab 400 bis unter 1.500 Quadratmetern), der Nahrungsmittel und Genussmittel einschließlich Frischwaren (Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch) und ergänzend Waren des täglichen Bedarfs anderer Branchen vorwiegend in Selbstbedienung anbietet, zum Beispiel EDEKA, REWE, Kaiser's, Vierlinden Bio-Supermarkt, basic Bio-Supermarkt.

V: Verbrauchermarkt, Verkaufsfläche, Versorgungsgebiet

Verbrauchermarkt
Großflächiger Einzelhandelsbetrieb mit einer Verkaufsfläche ab 1.500 bis unter 3.000 Quadratmetern, der ein breites und tiefes Sortiment an Nahrungs- und Genussmitteln und an Gebrauchsgütern und Verbrauchsgütern des kurzfristigen und mittelfristigen Bedarfs überwiegend in Selbstbedienung anbietet (häufig Dauerniedrigpreispolitik oder Sonderangebotspolitik). Standort in der Regel autokundenorientiert, in Alleinlage oder in Einzelhandelszentren, zum Beispiel Hit.

Verkaufsfläche (VKF)
Verkaufsfläche ist die Fläche, auf der die Verkäufe abgewickelt werden und die von der Kundschaft zu diesem Zwecke betreten werden darf, einschließlich der Flächen für Warenpräsentation (auch Käse-, Fleisch- und Wursttheken), Kassenvorraum mit "Pack- und Entsorgungszone" und Windfang. Ebenso zählen zur Verkaufsfläche Pfandräume (ohne Fläche hinter den Abgabegeräten), Treppen, Rolltreppen und Aufzüge im Verkaufsraum und Freiverkaufsflächen. Nicht dazu gehören reine Lagerflächen und Flächen, die der Vorbereitung oder Portionierung der Waren dienen sowie Sozialräume, Toilettenanlagen, Büroräume und so weiter. Bei Mehrbranchenunternehmen (SB-Warenhaus, Warenhaus, Baumarkt und Gartenmarkt, Möbelhaus) wurde in den Stadtbezirken 2 bis 9 die Verkaufsfläche nach Teilsortimenten aufgeteilt, für alle anderen Betriebe erfolgte eine Verkaufsflächenzuordnung zum Hauptsortiment. Im Stadtbezirk Innenstadt fand eine nach Teilsortimenten differenzierte Erhebung aller Betriebe statt.

Versorgungsgebiet
Das Versorgungsgebiet umfasst den Raum, für den ein zentraler Versorgungsbereich im Wesentlichen Versorgungsfunktion besitzt, das heißt aus dem die Kundschaft und Bewohnerschaft überwiegend auf das Zentrum orientiert ist. Die Abgrenzung des Versorgungsgebietes erfolgte vor dem Hintergrund der aktuellen Ausstattung des Zentrums, der Einstufung in der Zentrenhierarchie sowie im Hinblick auf die Angebots- beziehungsweise Wettbewerbssituation im Umfeld. Das Versorgungsgebiet stellt damit den zugewiesenen Einzugsbereich eines Zentrums dar und unterscheidet sich somit vom 700 Meter-Radius. Die Versorgungsgebiete von Zentren gleicher Hierarchiestufe überschneiden sich nicht, wohingegen Zentren höherer Hierarchiestufe (zum Beispiel Bezirkszentrum) die Versorgungsgebiete von Zentren niedrigerer Hierarchie (zum Beispiel Stadtteilzentren) überlagern können.

Im Stadtbezirk Mülheim gibt es bei den Versorgungsgebieten eine Besonderheit. Dort sind im Stadtteil Mülheim drei Stadtteilzentren und im Stadtteil Holweide zwei Stadtteilzentren ausgewiesen. Normalerweise versorgt ein Stadtteilzentrum den gesamten Stadtteil. Hier ist es so, dass mehrere Stadtteilzentren in Funktionsteilung das Versorgungsgebiet des Stadtteils bedienen. Dabei hat jedes Stadtteilzentrum sein fest zugeordnetes eigenes Versorgungsgebiet.

W: Warenhaus

Warenhaus
Großflächiger Einzelhandelsbetrieb, der in der Regel auf mehreren Etagen breite und überwiegend tiefe Sortimente mehrer Branchen anbietet. Das Warensortiment umfasst überwiegend Güter der Bereiche Bekleidung, Heimtextilien, Sport, Hausrat, Einrichtung, Kosmetik, Drogeriewaren, Schmuck, Unterhaltung sowie auch Lebensmittel. Die Verkaufsmethode reicht von Bedienung bis zur Selbstbedienung. Eine Verkaufsfläche von in der Regel ab 3.000 Quadratmetern ist erforderlich, zum Beispiel KARSTADT, KAUFHOF, Strauss.

Z: Zentraler Versorgungsbereich, Zentrenpass, Zentrenstruktur und Standortstruktur

Zentraler Versorgungsbereich
Diese Bereiche sind räumlich abgegrenzte Geschäftszentren und gliedern sich in ein hierarchisches System - vom größten, der City, über das Bezirkszentrum, das Bezirksteilzentrum, das Stadtteilzentrum bis zum kleinsten, dem Nahversorgungszentrum. Sie unterscheiden sich in Größe, Angebot und den Bereichen, die sie versorgen sollen. Sie dienen der Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleitungen. Darüber hinaus finden sich dort Betriebe oder Einrichtungen aus den Bereichen Kultur, Bildung, Freizeit, Soziale Infrastruktur und Gastgewerbe. Sie sind somit auch Treffpunkte und Orte der Kommunikation. Zentrale Versorgungsbereiche genießen einen besonderen Schutz nach Baugesetzbuch.

Zentrenpass
gibt es für alle zentralen Versorgungsbereiche, Nahversorgungslagen und ehemalige Zentren. Der Zentrenpass enthält jeweils eine Kurzfassung, eine Karte und eine ausführliche Beschreibung.

  • Die Kurzfassung (erste Seite) enthält die wesentlichen Daten (Anzahl der Einzelhandelsbetriebe, Quadratmeter Verkaufsfläche, weitere Nutzungen und so weiter), eine kurze Darstellung und Bewertung des Zentrums sowie erste Handlungsempfehlungen.
  • Die zweite Seite ist eine Karte zur Nutzungsstruktur. Sie enthält die Abgrenzung des zentralen Versorgungsbereichs beziehungsweise die Darstellung der Nahversorgungslage oder des ehemaligen Zentrums und die erhobenen Nutzungen (Einzelhandel, Komplementärnutzungen und Leerstände).
  • Eine detaillierte Beschreibung und Bewertung des Zentrums sowie ausführliche Handlungsempfehlungen schließen sich an.

Zentrenstruktur und Standortstruktur
Es wird unterschieden zwischen zentralen Versorgungsbereichen und Standorten außerhalb der zentralen Versorgungsbereiche.