Weil die Kölner Bevölkerung auch künftig wächst und der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum daher größer wird, spielt Chorweiler bei der Entwicklung Kölns eine zunehmend wichtige Rolle. Deshalb möchten wir die Qualität des Wohnumfeldes in diesem Stadtteil verbessern. 

Ziel ist es, dem öffentlichen Freiraum ein neues Aussehen zu geben und ihn attraktiver zu gestalten, so dass die Menschen sich dort gerne aufhalten und mit ihrem Stadtteil verbunden fühlen. 

Deshalb haben wir in einer Bürgerbeteiligung 2016 zusammen mit der Chorweiler Bevölkerung und den Initiativen aus dem Stadtteil die Wünsche zur Umgestaltung der drei Plätze rund um das Zentrum von Chorweiler formuliert. Auf diese Weise erhielten die Anwohnerinnen und Anwohner die Möglichkeit, den Plätzen eine neue Gestalt zu verleihen.

Eröffnungsfeier am 4. Oktober 2020

© Ulrich Kaifer Fotografie

Die neu gestalteten Plätze wurden mit Grußworten von Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Frau Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat feierlich am 4. Oktober eingeweiht. Der Kabarettist und Filmschauspieler Fatih Cevikkollu moderierte die Veranstaltung.

Die Mitglieder des Chorweiler "Runden Tisch Frieden" verlasen zur Eröffnung die Chorweiler Friedenserklärung. Danach weihten Oberbürgermeisterin Reker und Staatssekretärin Bohle die neue Gedenkplatte für die Chorweiler Friedensglocke ein. Die etwa einstündige Veranstaltung endete mit dem Läuten der Friedensglocke. Unter den Gästen waren neben Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner auch die Arge Chorweiler und Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung und Politik. 

Die Friedensglocke wurde im April 2014 im Rahmen eines Friedensfestes, an dem Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Chorweiler Religionsgemeinschaften und Vereine beteiligt waren, erstmals eingesetzt.

Friedensglocke Chorweiler
© Ulrich Kaifer Fotografie
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Neugestaltung Anfang 2019

Der Pariser und Liverpooler Platz sowie die Lyoner Passage in Chorweiler Mitte, zwischen City-Center und Bezirksrathaus, werden seit Anfang 2019 neu gestaltet und sind jetzt fast fertig gestellt.  

© Stadt Köln

Inzwischen sind die Pflasterflächen sowie Treppenstufen und Sitzmauern zum großen Teil fertiggestellt. Der rot-violette Asphalt auf dem Liverpooler Platz ist mittlerweile eingebaut und das künftige Erscheinungsbild dieser Fläche gut erkennbar. Der Cronenbourgbrunnen am Kirchenvorplatz wurde aufbereitet und an seinen neuen Standort gegenüber dem Bezirksrathaus versetzt.

Die Kletterwand an der Fassade des CityCenters in der Lyoner Passage wird seit dem Frühjahr 2020 errichtet und kann voraussichtlich im Herbst in Betrieb genommen werden.

Die Brunnentechnik und Bodendüsen für den neuen Fontänenbrunnen auf dem Pariser Platz sind ebenfalls hergestellt. Die Inbetriebnahme wird dann im nächsten Jahr sein. Auch die ersten, inzwischen eingepflanzten, Bäume geben schon jetzt einen Eindruck von der neuen Gestaltung. Der Tisch der Nationen ist fertig gestellt. Die Künstlerin Frau Schlüten hat ihn mit Unterstützung von Chorweiler Schülerinnen und Schülern mit einem neuen Mosaik belegt.

In der Oxforder Passage befindet sich nun ein "Outdoor-Gym" mit Fitnessgeräten und einem grünen Fallschutzbelag.

Künstlerische Gestaltung der Skulptur "Tomate"

Die auf dem Pariser Platz stehende Skulptur mit dem Titel "Tomate" wird in den nächsten Wochen vorübergehend ein neues Aussehen erhalten. Der ortsansässige Graffiti-Künstler Puya Bagheri wird die Skulptur in mehreren Schritten neu gestalten.

Ursprünglich war die Kunstaktion für den bundesweiten Tag der Städtebauförderung am 16. Mai 2020 vorgesehen. Da dieser Termin aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, startete der Gestaltungsprozess der "Tomate" mit einem Auftakttermin am 18. Juni. Eine weitere Gestaltung am 30. Juli verlieh der Skulptur nochmals ein anderes Aussehen. Eine letzte künstlerische Umgestaltung fand am 10. September 2020 statt.

Da die Gestaltungsaktion im Umfeld des Pariser Platzes sehr gut aufgenommen wurde, soll die Skulptur eine Zeit lang im aktuellen Design verbleiben und vorerst nicht in ihre ursprüngliche Farbgebung in rot und weiß zurückversetzt werden.

Auf dem Pariser Platz wurde die vom Chorweiler Bildhauer Bernward Prinz als Schülerprojekt geschaffene Skulptur 1993 im Rahmen der Aktionswoche "Kunst im Kölner Norden" aufgestellt.

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Umgestaltung im Juni 2020
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Umgestaltung im Juli 2020
© Ulrich Kaifer Fotografie
Umgestaltung im September 2020

Einen Begleitfilm zur Umgestaltungsaktion der Skulptur "Tomate" finden Sie auf einer Internetseite des Graffiti-Künstlers Puya Bagheri.

Internetseite von Puya Bagheri mit eingebettetem YouTube-Film

Tag der Städtebauförderung am 11. Mai 2019

Am 11. Mai 2019 fand zum fünften Mal der bundesweite "Tag der Städtebauförderung" unter dem Motto "Wir im Quartier" statt. Wir beteiligten uns an diesem Tag mit dem Projekt "Lebenswertes Chorweiler".

Zum Start der Veranstaltung haben wir die Planung des Projektes "Lebenswertes Chorweiler" den Bürgerinnen und Bürgern im Bürgersaal des Bezirksrathauses Chorweiler vorgestellt.

Danach beantworteten Oberbürgermeisterin Henriette Reker sowie Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung und des Planungsbüros Fragen der Anwesenden.

Anschließend gab es ein buntes Programm auf den Chorweiler Plätzen mit Baustellenführungen und einem Workshop mit dem Graffiti-Künstler Puya Bagheri.

Wir bedanken uns beim CityCenter Management, der GAG Immobilien AG, der Sahle Wohnen und der Evangelischen Kirchengemeinde für ihre Mitwirkung an der Veranstaltung.

Offizieller Baubeginn mit dem ersten Spatenstich im Frühjahr 2019

© Studio95
von links: Katrin Brangs (ECE/CityCenter), Martin Diekmann (Arge Chorweiler/ Planungsbüro lad+), Beigeordneter für Stadtentwicklung, Planen und Bauen Markus Greitemann, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Bezirksbürgermeister Chorweiler Reinhard Zöllner

Am 28. März 2019 feierten wir den Baubeginn des Projektes "Lebenswertes Chorweiler" in Chorweiler Mitte mit dem offiziellen Spatenstich.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Baudezernent Markus Greitemann kamen, um die Baustelle feierlich einzuweihen. Anwesend waren außerdem Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner, die ECE, die einen Teil der Baukosten für den Umbau der Lyoner Passage übernehmen, das Planungsbüro Arge Chorweiler und Vertreter der Verwaltung und Politik.

Mit dem offiziellen Spatenstich feiern wir den Startschuss für die erste große Baumaßnahme zur Neugestaltung und städtebaulichen Aufwertung der öffentlichen Plätze im Herzen des Stadtteils,

so Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

© Studio95
© Studio95

Die Chorweiler Plätze

In zwei Ideenwerkstätten konnten die Kölner Bürgerinnen und Bürger 2016 ihre Anregungen und Vorschläge zur Umgestaltung der drei Plätze im Zentrum Chorweilers einbringen. Auf Grundlage dieser Ideen wurde die Planung weiter entwickelt und fertiggestellt.

Die Chorweiler Plätze - Liverpooler Platz, Pariser Platz und Lyoner Platz -  in Zahlen:

  • 150 neue Bäume
  • 1.200 Quadratmeter Spiel und Sportflächen
  • 450 Meter Sitzbänke und Sitzstufen
  • 130 Fahrradstellplätze

Ursprünglich sollte mit den Umbauten im Sommer 2018 begonnen werden. Dieser Zeitplan verschiebt sich um etwa sechs Monate. Außerdem kommt es zu einer Kostensteigerung. Am 27. September 2018 hat der Rat die Freigabe für zusätzliche Mittel zur Finanzierung der Maßnahme erteilt.

An der europaweiten Ausschreibung für die Vergabe der Hauptarbeiten, dazu gehört die Anlage der Straßen, Wege- und Grünflächen, haben sich nur sehr wenige Firmen beteiligt. Die vorgelegten Angebote wiesen erheblich höhere Kostenansätze auf, als die kalkulierten Beträge. Die hohen Angebotspreise sind überwiegend auf die aktuelle wirtschaftliche Situation, also auf die gute Auslastung der Baufirmen, sowie auf zwischenzeitlich gestiegene Energie- und Materialpreise zurückzuführen. Die Prüfung und Auswertung der Angebote hat ergeben, dass die Preise im Einzelnen nachvollziehbar und die Angebote wirtschaftlich sind.

Daraus resultiert eine Kostensteigerung für die drei Plätze von rund 4,5 Millionen Euro auf insgesamt etwa 13 Millionen Euro. Der aus Bundesmitteln bereitgestellte Förderanteil beträgt 5 Millionen Euro, so dass der Eigenanteil der Stadt bei etwa 8 Millionen Euro liegt.

Der Fördergeber, das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, hat unserem Vorschlag zugestimmt, den Zeitraum der Durchführung bis Ende Oktober 2020 zu verlängern. Die Maßnahme wird bis dahin beendet sein. Bereits im Frühjahr 2020 werden die Platzflächen weitestgehend fertiggestellt und für die Öffentlichkeit nutzbar sein. Die Boulderwand an der Fassade des CityCenters in der Lyoner Passage und die Tribüne am S-Bahn-Zugang Pariser Platz werden anschließend errichtet. Voraussichtlich können diese im Spätsommer 2020 in Betrieb genommen werden.

Übersichtsplan der Plätze
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Pariser Platz

Der Pariser Platz als zentraler Stadtplatz in Chorweiler erhält ein attraktives Wasserspiel. Sechzehn Bodendüsen sorgen für bis zu fünf Meter hohe Wasserfontänen. Die Platzfläche wird mit einem changierenden Belag aus Pflasterklinkern neu befestigt.

Der "Tisch der Nationen" zwischen den Baumreihen an der Ostseite des Platzes wird als Kunstaktion mit Keramikfliesen gestaltet. Er kann für Veranstaltungen genutzt werden, mehrere Bänke bieten Sitzmöglichkeiten an.

Die vorhandene Mauer am Kirchenvorplatz wird entfernt und durch eine Sitzstufenanlage ersetzt. Der Cronenbourg-Brunnen wird an seinen neuen Standort gegenüber dem Eingang zum Bezirksrathaus versetzt und durch eine niedrige Mauer gefasst. Südlich des Eingangsgebäudes zur S-Bahn wird eine Holztribüne errichtet.

Lageplan Pariser Platz
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Liverpooler Platz

Der Liverpooler Platz dient als Funktionsfläche für Markt, Kirmes und sonstige Veranstaltungen. Der Parkplatz wird verkleinert und macht Platz für Sport- und Eventflächen im Platzbereich zum CityCenter. Der vorhandene Grünstreifen wird entfernt, so dass der Platz rundum einsehbar und besser zugänglich ist. Ein Rahmen aus Blauglockenbäumen verleiht dem Ort ein neues Gesicht. Der äußere Bereich des Platzes erhält eine Befestigung aus farbigem Asphalt. Der Parkplatz wird ebenfalls asphaltiert und abschnittsweise mit Sitzmauern eingefasst. 

Zwischen den Eventflächen bieten mehrere Sitzbänke Möglichkeiten zum Aufenthalt. Der Wochenmarkt bleibt an diesem Standort erhalten und wird nur für einen Teil der Bauphase auf die benachbarte Grünfläche verlegt. Auch die Kirmes wird künftig auf der Platzfläche stattfinden. In der Oxforder Passage entsteht ein Outdoor-Gym mit Fitnessgeräten und einem Fallschutzbelag. Der Übergangsbereich zur Brücke über die Willi-Suth-Allee wird mit Bäumen neu gefasst und mit einem Schachspiel belebt.

Lageplan Liverpooler Platz
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Lyoner Passage

Die Lyoner Passage bildet den Übergang von den Wohnquartieren zum Pariser Platz und bietet Raum für sportliche Aktivitäten sowie zum Betrachten und Verweilen.

An der Nordfassade des CityCenters entsteht ein Kletterbereich mit Boulderwand und Spielgeräten. Hier sind auch eine kleine Holzbühne für Veranstaltungen sowie mehrere Sitzbänke vorgesehen. Gegenüber entsteht eine großzügige Sitzstufen- und Treppenanlage mit zusätzlichen Bäumen.

Lageplan Pariser Platz
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Beteiligungsprozess 2016

© URBAN CATALYST GmbH

Der Beteiligungsprozess in der Großwohnsiedlung Chorweiler verlangt besondere Kommunikationsformen.

Der Beteiligungsprozess war so angelegt, dass die aufgenommenen Perspektiven der Bewohnerinnen und Bewohner regelmäßig in die Planung eingearbeitet wurden. In regelmäßigen Treffen und Veranstaltungen wurden die Ergebnisse der Planung mit der Bewohnerschaft rückgekoppelt.

Auch das interdisziplinäre Planungsteam wurde in den laufenden Beteiligungsprozess fest eingebunden. So war die Übergabe der Ergebnisse an die Planung kein kurzer, sondern ein laufender Prozess. Planungsansätze, Entwurfsideen und Konzepte des Planungsteams wurden in öffentlichen Veranstaltungen schon früh von lokalen Akteurinnen und Akteuren evaluiert und entsprechend angepasst.

Diskursive Ortsbegehungen 
Ab Juni 2016
Zu Beginn des Beteiligungsprozesses wurden fünf thematische Ortsbegehungen mit lokalen Expertinnen und Experten durchgeführt, um besondere Orte, Themen, Potenziale und Defizite Chorweilers auszuloten. Schlüsselakteure aus den Bereichen Soziales, Jugendarbeit, Wohnungswirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft waren eingeladen, um ihre Interessen und Erwartungen an den Prozess zu diskutieren.

Die Spaziergänge machten verschiedene Perspektiven auf die Plätze und spezifische Bedürfnisse der unterschiedlichen Akteursgruppen deutlich. Des Weiteren wurden neue Kontakte geknüpft und erste Ideen für die Zukunft der Plätze von Chorweiler zusammengetragen.

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Auftaktveranstaltung 
2. Juli 2016 
Der Auftakt des Beteiligungsprozesses war die erste öffentliche Veranstaltung. In den diskursiven Ortsbegehungen haben viele Teilnehmende deutlich gemacht, dass das Shoppingcenter als wichtigster "öffentlicher" Ort in der Freizeit aufgesucht wird. Somit war klar, wo die Veranstaltung maximale Öffentlichkeit erzeugen könnte. Eine Bühne und vier Arbeitsstationen markierten einen eigenen Bereich, der viele Passantinnen und Passanten sowie die Bewohnerschaft zum Mitmachen animierte. Wichtige Akteure aus Politik und lokalen Initiativen waren ebenfalls anwesend. Zuerst wurden Informationen über den gesamten Beteiligungsprozess und die Mitwirkungsmöglichkeiten erläutert und diskutiert. Im Anschluss ging es bereits darum, gemeinsam zu arbeiten: an Ideen für das geplante Programm der Platzstation oder an Stärken und Schwächen der Plätze.

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Platzstation 
28. August bis 4. September 2016 
Als zentrales Element des Prozesses folgte die achttägige Platzstation. Aus zwei Containern und einem auffälligen Dach entstanden im Herzen von Chorweiler eine temporäre Werkstatt, eine Küche und ein Ort für Diskussionen. Ein großes Team war täglich von 10 bis 22 Uhr vor Ort, um mit den Anwohnerinnen und Anwohnern in Kontakt zu treten. Während der Platzstationswoche wurden in mehreren Formaten Projekt- und Nutzungs­ideen für die Umgestaltung der Plätze entwickelt und getestet. So entstanden über 60 konkrete Ideen, von denen 15 auch in Bauaktionen verortet und getestet wurden. Gleichzeitig fand ein umfangreiches Rahmen­programm statt mit täglichen Kochaktionen, Bürgerevents wie Konzerten oder Aufführungen von lokalen Vereinen sowie Expertensafaris und größere Abendveranstaltungen.

Einbindung des interdisziplinären Planungsteams 
Ab August 2016 
Mit der Platzstation begann auch die Einbindung des interdisziplinären Planungsteams, das sich aus Büros für Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung und Städtebau zusammensetzte. Für das Planungsteam stellte es eine große Chance dar, die Erkenntnisse aus dem Beteiligungsprozess nicht nur gefiltert und zusammengefasst zu erhalten, sondern aktiv mit Bürgerinnen und  Bürgern zu diskutieren und so Erkenntnisse über den Ort zu gewinnen. So gelangten die gesammelten Ideen noch direkter in die Umsetzung. Auch nach der Aktionswoche wurde das Planungsteam fest in die Werkstätten eingebunden. So eröffnete sich die Möglichkeit, Planungsstände aktiv im direkten Austausch mit den Bürgerinnen und  Bürgern weiterzuentwickeln.

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Ideenwerkstatt I 
24. September 2016 
Für die erste Ideenwerkstatt wurden die Bürgerinnen und  Bürgern von Chorweiler am 24. September in ein großes Zirkuszelt an der Oxforder Passage eingeladen, um ihre Ideen im begehbaren Modell gemeinsam zu vertiefen.

Nicht nur die Verortung und Details sollten hier näher diskutiert werden, auch das Finden möglicher Partner und Paten für eine künftige Umsetzung war ein wichtiges Ziel. Weiterhin bot die Werkstatt Gelegenheit, den Anwohnerinnen und Anwohnern von Chorweiler das interdisziplinäre Planungsteam, welches die Umsetzung der Gestaltungsmaßnahmen durchführen wird, zum ersten Mal offiziell vorzustellen.

Erste Entwurfsideen konnten erklärt und anschließend gemeinsam evaluiert und weiterentwickelt werden.

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Ideenwerkstatt II 
3. November 2016 
Die zweite Ideenwerkstatt des Beteiligungsprozesses "Platz für Chorweiler" fand am 3. November im Bürgerzentrum Chorweiler statt. Die Veranstaltung verfolgte mehrere Ziele.

Zunächst wurde ein Rückblick über den bisherigen Beteiligungsprozess und dessen Resultate gegeben, damit Ideen, die in einem frühen Stadium entwickelt wurden, nicht vergessen wurden. Anschließend stellte das interdisziplinäre Planungsteam den aktuellen Planungsstand der Öffentlichkeit zur Diskussion. Die Teilnehmenden erhielten Gelegenheit, Rückfragen zu stellen, die Vorschläge des Planungsteams zu evaluieren und gegebenenfalls zu diskutieren.

Wichtiger Teil des Abends war es, engagierte Akteurinnen und Akteure für die im Plan vorgesehenen Verhandlungsräume zu finden. Mit ihnen wurden die Ideen und Konzepte für temporäre Nutzungs- und Betreibermodelle, die im nächsten Jahr erprobt werden können, weiterentwickelt werden.

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Ideentuning 
Ab November 2016 
Im Beteiligungsprozess wurde deutlich, dass es für die Zukunft des Zentrums von Chorweiler wichtig sein wird, Orte des Austauschs zu realisieren. Als Konsequenz hat das interdisziplinäre Planungsteam unterschiedliche Zonen definiert: "Fixe" und "Flexible" Zonen. Die "Flexiblen" Zonen sollen dazu dienen, zukünftige Gestaltungen und Nutzungen in den nächsten Jahren zu testen. Dazu wurde vorgeschlagen, mit lokalen Akteurinnen und Akteuren sowie der Anwohnerschaft temporäre Bauten und Nutzungen zu entwickeln, zu bauen, zu betreiben. Bereits in der zweiten Ideenwerkstatt wurden die ersten Gespräche mit Akteuren, die sich im vorangegangenen Prozess als starke Partnerinnen und Partner erwiesen haben, geführt.

Ziel des Ideentunigs war es, mit den Schlüsselakteuren Workshops durchzuführen, in denen herausgearbeitet wurde, welche Bedarfe vorhanden sind und wie eine Realisierung in den ersten Schritten möglich ist. Hierfür wurden individuelle, intensive Workshops in kleinerer Runde durchgeführt.

 
In diesen wurde konkretisiert, wie die Impulse der Platzstation mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort langfristig verstetigt werden können, welche Voraussetzungen die "flexiblen" Zonen erfüllen müssen und welche Bedarfe der Anwohnerinnen und Anwohner dabei erfüllt werden können.

Ergebnisse des Beteiligungsprozesses

In allen Beteiligungsformaten wurden die Vorschläge der Bewohnerinnen und Bewohner gesammelt und ausgewertet. Wir haben die entsprechenden Vorschläge im Mai 2017 den politischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt. Der Rat hat uns mit Beschluss am 18. Mai 2017 mit der baulichen Umsetzung des Planungskonzeptes zur Umgestaltung der zentralen Chorweiler Plätze Liverpooler Platz, Pariser Platz sowie des sogenannten "Lyoner Platzes" und deren Umfeld beauftragt.

Dokumentationen

Informationen zur Ausgangslage, Ziel, Team, Prozess
PDF, 479 kb
Ortsbegehungen, ab Juni 2016
PDF, 2003 kb
Auftaktveranstaltung, 2. Juli 2016
PDF, 5021 kb
Platzstation, 28. August bis 4. September 2016
PDF, 3251 kb
Ideenwerkstatt I, 24. September 2016
PDF, 1389 kb
Ideenwerkstatt II, 3. November 2016
PDF, 1296 kb
Ideentuning, ab November 2016
PDF, 1279 kb
Platzbuch: Wie funktioniert Bürgerbeteiligung in Großwohnsiedlungen?
PDF, 6514 kb

Soziale Stabilisierung des Stadtteils

© Rheinisches Bildarchiv Köln/Leon

Chorweiler entstand Anfang der 1970er Jahre in Anlehnung an das damalige Leitbild "Urbanität durch Dichte" als städtebaulich-gestalterischer Mittelpunkt der so genannten "Neuen Stadt". Die über viele Jahre vernachlässigte Verwaltung und Instandhaltung eines Teils des Wohnungsbestands durch neue Finanzinvestoren hat jedoch einen Modernisierungsstau verursacht, der das Image Chorweilers negativ prägt.  

Zahlreiche breit angelegte Initiativen sollen zur sozialen Stabilisierung des Stadtteils mit besonderem Handlungsbedarf beitragen. Dazu gehört maßgeblich die Neugestaltung der zentral gelegenen drei Plätze, Pariser und Liverpooler Platz sowie der Lyoner Passage, die dem Leitbild der Entstehungszeit entsprechen. Insbesondere das Zentrum wirkt im Kontrast zu der umgebenden Hochhausstruktur mit seiner lockeren Bebauung an überdimensionierten Plätzen unvollendet. Der öffentliche Raum und die Freiflächen brauchen eine neue Aufenthaltsqualität mit einer im Zusammenhang gedachten Nutzungsstruktur, die das Leben für die dortigen Menschen aufwerten kann.

Die GAG wird 1.200 vernachlässigte Wohnungen sanieren. Neben den baulichen und städtebaulichen Verbesserungen planen wir außerdem ein Bündel von zusätzlichen sozialen Angeboten, etwa zur Integration von zugewanderten Bürgerinnen und Bürgern und zur Berufsorientierung.  

Das Projekt wird gefördert

Das Projekt "Lebenswertes Chorweiler - ein Zentrum im Wandel" wird im Rahmen des Programms "Nationale Projekte des Städtebaus" vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat mit einer Summe von 5 Millionen Euro gefördert.

Voraussetzung dafür sind unter anderem Planung, Realisierung und Bürgerbeteiligung in hoher Qualität sowie eine Vorzeigefunktion und damit verbundene Übertragbarkeit auf Städte mit ähnlichen Problemstellungen.

Bei der Umgestaltung ist nicht jeder Platz einzeln, sondern im Zusammenhang und über die Grenzen des eigentlichen Planbereichs hinaus zu betrachten. Vorhandene Qualitäten sollen erhalten und verbunden werden.