© RMP Stephan Lenzen/Ortner&Ortner/BSV/BCE

In einem viel beachteten Planungs- und Beteiligungsverfahren, dem "Kooperativen Verfahren Parkstadt Süd", wurden 2015 in Kooperation von fünf Planungsteams, der Stadtgesellschaft, Expertinnen, Experten und politischen Vertreterinnen und Vertretern verschiedene freiraumplanerische und städtebauliche Entwurfskonzepte für die Entwicklung der Parkstadt Süd erarbeitet. Das Begleitgremium hat eine klare Empfehlung ausgesprochen: Der Entwurf von RMP Stephan Lenzen/Ortner & Ortner/ BSV/BCE soll als Planungsgrundlage für den Städtebau und die großzügige Gestaltung des Inneren Grüngürtels der Parkstadt Süd genutzt werden. Auch sollen besondere Vorschläge und Konzepte für Teilbereiche aus den Entwürfen der anderen Planungsteams geprüft und - wenn möglich - mit einbezogen werden.

Der Stadtentwicklungsausschuss hat am 10. März 2016 mit dem Beschluss zum Ergebnis des kooperativen Verfahrens die Bedeutung des Projektes unterstrichen und die Verwaltung beauftragt, eine integrierte Planung in der Detailschärfe einer Vorentwurfsplanung auf der Grundlage des Ergebnisses des kooperativen Verfahrens Parkstadt Süd zu erstellen.

© Ortner & Ortner
Beschlussvorlage "Kooperatives Verfahren Parkstadt Süd, Resultate des kooperativen Verfahrens und weitere Vorgehensweise zur Erarbeitung eines integrierten Plans", 2016
Beschlussvorlage "Ergebnis des Gesamtverfahrens Parkstadt Süd und Dokumentation", 2018

Integrierte Planung

In der Integrierten Planung werden für die heutige Stadtentwicklung wichtigen Themen Städtebau, Freiraum, Umwelt und Verkehr verbunden und aufeinander abgestimmt. Dabei galt es zum einen, den Entwurf des Planungsteams rund um das Landschaftsarchitekturbüro RMPSL und Ortner & Ortner Baukunst weiterzuentwickeln und zu konkretisieren. Zum anderen wurden Fachgutachten zum Mobilitätskonzept, Regenwassermanagement und Stadtklima beauftragt. Darüber hinaus sind zahlreiche Vorschläge aus dem Ideenmarkt des Kooperativen Verfahrens in der Planung berücksichtigt worden. Auf Wünsche nach sozialer Gerechtigkeit und Wohnraumförderung, inklusiven Arbeits- und Gemeinschaftsräumen, quartierverträglicher Organisation von Mobilität, Schaffung ausgewogener Nutzungsmischung sowie vielfältigen Angeboten sozialer und kultureller Infrastruktur wurde in der Integrierten Planung mit flexiblem Städtebau, einem differenziertem Nutzungskonzept und einem robusten Freiraumkonzept geantwortet. Die Ergebnisse der Integrierten Planung dienen als Grundlage für die folgenden Bauleitplanungen von Teilstücken und weiteren Wettbewerbs- und Qualifizierungsverfahren.

Integrierte Planung

3-Säulen-Modell der integrierten Planung

Als Leitlinie für den weiteren Planungshorizont verfolgen wir das "Drei-Säulen-Modell" der "Integrierten Planung Parkstadt Süd". Das heißt konkret:  

1. Rahmenplan

Das Beste an vorliegenden Ergebnissen wird zusammengeführt.

Die Rahmenplanung soll die Ansätze aus den Entwurfskonzepten überprüfen und in einen Gesamtplan übersetzen. Darüber hinaus sollen bereits beschlossene Planungen integriert und die Anforderungen der beteiligten Fachdienststellen abgestimmt werden. Der Rahmenplan soll konkretisierte Vorgaben zu Nutzungsmischung, öffentlichen Räumen, Verbindungsqualitäten der Parknutzung zur Bebauung und der Mobilität enthalten. Gleichzeitig soll die Rahmenplanung genug Flexibilität bieten, so dass bestimmte Teilbereiche mit besonderen Lösungsansätzen in späteren Phasen ausgearbeitet werden können.  

Nutzungskonzept Marktquartier

Das städtebauliche Herzstück der Parkstadt Süd wird das neue Marktquartier auf dem Gelände des heutigen Großmarktes. Bebauungs- und Nutzungskonzept zum Marktquartier wurden soweit vertieft, dass darauf aufbauend die verkehrlichen Auswirkungen und Szenarien, der Bedarf an sozialen Infrastrukturen und Versorgung, untersucht werden können. Das vertiefte Planungskonzept soll im Zuge der Eröffnung des Stadtteilbüros im Marktamt der Großmarkthalle der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Mobilitätskonzept

© BSV Aachen

Derzeit wird das Mobilitätskonzept für die Parkstadt Süd und insbesondere für den Bereich des Marktquartiers erarbeitet. Die Hinweise aus den Beteiligungsveranstaltungen 2016, vor allem die Fragestellungen zur Belastung der Marktstraße und des Bischofswegs, sind Teil der Untersuchung. Insbesondere wird auch untersucht, inwieweit der Stellplatzschlüssel für Wohnen und Büronutzung durch dezentrale Parkhausstandorte und Mobilitätshubs reduziert werden kann, um das Verkehrsaufkommen innerhalb des Quartiers so gering wie möglich gestalten zu können.

Machbarkeitsstudie S-Bahn-Trasse

Anfang 2017 wurde in einer Voruntersuchung im Auftrag des Nahverkehr Rheinland (NVR) in Abstimmung mit uns der Platzbedarf für die Umsetzung der geplanten neuen S-Bahn-Trasse zwischen dem Bahnhof Köln-Süd und dem Flughafen Köln-Bonn mit neuen Stationen an der Bonner Straße ("Bonntor"), am Deutzer Hafen und am TH-Campus in Deutz untersucht.

Eine vertiefende Machbarkeitsstudie wurde durch den NVR beauftragt. Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie liegen Mitte 2018 vor.

Integriertes Regenwassermanagementkonzept

Bereits im kooperativen Verfahren wurde der Entwurfsprozess hinsichtlich des Hochwasserschutzes, der Regenwasserbewirtschaftung sowie der Gewässerentwicklung konzeptionell begleitet. Das Büro BCE Aachen ist im Rahmen der integrierten Planung mit der vertieften Untersuchung des Regenwassermanagements und der Überprüfung der Machbarkeit des Parksees beauftragt worden. Die zukünftigen Maßnahmen, wie zum Beispiel straßenbegleitende Regenrückhaltung, werden in die integrierte Planung eingearbeitet.

Stadtklimatische Untersuchung

Ergänzend zu den Inhalten des integrierten Regenwassermanagementkonzepts werden die stadtklimatischen Auswirkungen der Planung vertiefend betrachtet. Aufbauend auf das Forschungsprojekt "Klimawandelgerechte Metropole Köln" des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW steht die Entwicklung von Maßnahmen zur Minderung der klimatischen Belastung als Anpassung an den Klimawandel durch Maßnahmen zur Erhöhung der Frischluftzirkulation und Reduzierung der Hitzebelastung bei sommerlichen Hitzeperioden im Fokus. Mit der Bearbeitung ist das Büro für Umweltmeteorologie Dr. Dütemeyer, Essen beauftragt worden. Die zukünftigen Maßnahmen finden ebenfalls Berücksichtigung in der integrierten Planung.

Innerer Grüngürtel

Aufbauend auf dem Ergebnis des kooperativen Verfahrens Parkstadt Süd soll die weitere Freianlagenplanung des Inneren Grüngürtels bis zur Entwurfsplanung als Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln beauftragt werden. In einem EU-weiten Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb soll ein geeignetes Büro für die Freianlagenplanung zur Vollendung des Inneren Grüngürtels gefunden werden.

2. Kommunikation und Teilhabe

"Es wird nicht in finalen Bildern gedacht" – die Beteiligung soll weiterhin die Erstellung von Planwerken begleiten und ergänzen.

In der Entwicklung von weiteren Wettbewerben und Planungen für Teilbereiche sind Workshops und Informationsveranstaltungen vorgesehen. Gleichzeitig soll Beteiligung aktiv vor Ort stattfinden und sichtbarer werden. Für die Teilhabe an der Parkstadtentwicklung werden in Zukunft Beteiligungsformate gebraucht, die sich nicht nur an "Beteiligungsprofis" richten, sondern auch andere gesellschaftliche Gruppen erreichen und einbinden können. Hierfür werden passende Konzepte entwickelt und Projekte vor Ort umgesetzt.   

Leitplanken zum weiteren Planungsverfahren

Wir möchten die innovativen Ansätze des "Kooperativen Verfahrens" für die weitere Planung fortsetzen. Der Prozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb braucht es eine umfassende Beteiligung, die zum frühen Zeitpunkt im Plangebiet erlebbar wird.

Hierzu wurden im März 2016 in einem Workshop mit der Stadtgesellschaft Ideen und Hinweise erarbeitet. Im Juli 2016 haben wir mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ausgewählte Teilbereiche der Parkstadt Süd zwischen Vorgebirgstraße und Alteburger Straße in gemeinsamen Spaziergängen aufgesucht. Die Planungsteams erläuterten ihre Überlegungen an Ort und Stelle und stellten diese zur Diskussion. Das Gesamtkonzept wurde so erlebbar. Ziel dieser Veranstaltung war es, den Stand zu möglichen Optionen der Planungen einzelner Teilbereichen darzustellen und zu diskutieren.

© UrbanCatalyst studio

In weiteren Veranstaltungen möchten wir die Grundlagen und inhaltlichen Bausteine der integrierten Planung nochmals beleuchten. Dies soll auch im Dialog mit der Öffentlichkeit erfolgen.

Die erste der drei öffentlichen Veranstaltungen fand am 8. November 2016 statt. Hier haben wir zunächst über den Stand der Planungen zu den Teilbereichen Eifelwall, Sportpark Süd und Bildungslandschaft informiert. Der zweite Teil widmete sich dann dem Thema Freiräume und deren Aktivierung. Die Schlüsselfragen wurden hierzu in drei Blöcke gefasst: "Park und Sport", "Park macht Schule" und "Park erobern". Damit wurde ein Dialog über die verschiedenen Ansprüche und Positionen an die künftige Freiraumentwicklung angeregt.

Den integrierten Plan stellen wir nach der Erarbeitung ebenfalls öffentlich vor. Sobald die nächsten Termine feststehen, werden wir Sie informieren.

Dokumentation: Parkstadt Süd Freiräume
PDF, 4928 kb

Stadtteilbüro

Die Parkstadt Süd wird nun vor Ort konkret: im Sommer 2018 wird im ehemaligen Marktamt neben der Großmarkthalle ein Stadtteilbüro zur Begleitung der planerischen und später auch baulichen Maßnahmen eröffnet.

© Stadt Köln

Seit Anfang 2018 werden hier mit verhältnismäßig geringem Aufwand und in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege Räumlichkeiten für die neue Nutzung hergerichtet. Der Umbau erfolgt hauptsächlich über Arbeitskräfte des zweiten Arbeitsmarktes.

Das Stadtteilbüro soll künftig als lokale Plattform für Ausstellungen zur Parkstadtentwicklung und als Anlaufpunkt für Anregungen und Hinweise aus der Stadtgesellschaft dienen und damit zur festen Adresse für Teilhabe am Projekt Parkstadt Süd werden.

3. Starterprojekte

"Bereits morgen kann schon angefangen werden" - diese Überzeugung soll auch sichtbar werden. Die Planungsteams haben für die Umsetzungsstrategie Ideen vorbereitet, wie zu einem früheren Zeitpunkt beispielsweise ein Weg durch das Gebiet geführt werden könnte oder Gebäude und Hallen zwischen- oder nachgenutzt werden können. Daran angeknüpft sollen temporäre Projekte ermöglicht werden. Starterprojekte sollen konkret angegangen werden und den Umsetzungsprozess vor Ort erlebbar machen.

Konzept für aktivierende Nutzungen 

Ein zentrales Ergebnis des kooperativen Verfahrens 2015 zur Parkstadt Süd war es, den neuen Stadtteil auch durch eine frühzeitige Nutzung von frei werdenden Flächen und Räumen auf den Weg zu bringen. Die gezielte Öffnung für Zwischennutzungen soll helfen, brachliegende Orte zu aktivieren und über die Aneignung zu lebendigen, öffentlichen Räumen werden zu lassen. In einem ersten Schritt wurde ein umfangreicher Flächencheck für Freiflächen und Gebäude innerhalb des Plangebietes Parkstadt Süd in Abstimmung mit den unterschiedlichen Fachämtern vorgenommen, um Orte, die für temporäre Nutzungen geeignet sind, zu identifizieren.

Der Flächencheck ergab: Unter Berücksichtigung von bestehenden Eigentums- und Mietverhältnissen sowie Vertragslaufzeiten der jeweiligen Nutzungen, insbesondere auch vor dem Hintergrund des verlängerten Betriebs des Großmarktes am jetzigen Standort, stehen geeignete Orte im Moment nicht zur Verfügung. Das Ziel ist weiterhin, sobald wie möglich eine möglichst zusammenhängende Fläche über einen Projektaufruf für temporäre Nutzungen zu entwickeln.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Mitteilung "Sachstandsbericht III. Quartal 2017" an den Stadtentwicklungsausschuss im Dezember 2017 zum Thema "Starterprojekte". 

Mitteilung "Sachstandbericht Parkstadt Süd"