Der Planungsprozess für die Parkstadt Süd war in ein kooperatives Verfahren eingebettet, das vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten bot, auf einen breiten Dialog ausgelegt war und den direkten Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren förderte. Schrittweise wurden so gemeinsame Ideen für die künftigen Quartiere entwickelt. Ein Begleitgremium unterstützte den gesamten Prozess aus fachlicher Sicht.

Das Verfahren

In der ersten Phase von April bis Juni 2015 wurden vor Ort die besonderen Eigenheiten der unterschiedlichen Räume, Identitäten, Talente und Herausforderungen des Plangebiets erkundet. Danach wurden die gesammelten Anregungen und Hinweise zu einem Bild für einen ersten Eindruck zusammengetragen und vorgestellt. Auf diese Erkenntnisse aufbauend wurden wichtige Leitziele als Grundlage für die Planung formuliert.

  • "Lebendige Quartiere - Wie wir in der Parkstadt leben wollen"
  • "Stadt entsteht - Wie neue Nachbarschaften wachsen"
  • "Neue Werte schaffen - Was uns die Stadt wert ist" und
  • "Urbane Parklandschaft - Wie der Grüngürtel an den Rhein kommt"

waren die vier Themenabende überschrieben, an denen die Kölner Stadtgesellschaft ihre Vorstellungen, Wünsche und Ideen formulieren und den Planungsteams mit auf den Weg geben konnte.

Die Planungsteams wiederum stellten ihre Ergebnisse im Fortschritt des Planungsprozesses immer wieder in der Öffentlichkeit zur Diskussion. In begehbaren Modellen ließen die Büros ihre unterschiedlichen Entwürfe der Parkstadt konkret werden: als blaue Folie zog der Rhein an der Parkstadt vorbei, kleine und große Pappkartons hielten im Modell die Plätze für die spätere Bebauung frei, ein grünes Tuch symbolisierte den Park. Und schon die ersten konkreteren Entwürfe deuteten bereits sehr unterschiedliche Richtungen der Interpretation des neuen Parks und den ihn umgebenden neuen Stadtquartiere an. Im Vordergrund der Arbeiten stehen neben der städtebaulichen Grundstruktur die Nutzungen in den zukünftigen Quartieren und die Frage, wie die gemeinsam mit der Stadtgesellschaft gesteckten Ziele aus der Zielvereinbarung sich in den Entwurfskonzepten widerspiegeln. Hierbei haben die Planungsteams sehr differenzierte Wege in ihren städtebaulichen und freiraumplanerischen Gesamtkonzepten gewählt. Auch die geforderten vertiefenden Bereiche weisen verschiedene Gestalt auf.

Insgesamt haben alle Arbeiten neben der Darstellung des Städtebaus und des Grüngürtels auch genauere Aussagen zur Nutzungsmischung, den Mobilitätskonzepten sowie den Umsetzungsphasen getroffen. Die markanteste Aussage ist bei allen fünf Arbeiten die Idee, den Inneren Grüngürtel zu vollenden. Die Frage nach dem Wie wurde von den Büros unterschiedlich beantwortet. Die Darstellungen reichen von einer klaren eindeutigen Weiterführung des bestehenden Grüngürtels bis zum Rhein über eine Abfolge von mehreren Parks bis hin zu einer neuen Führung des zukünftigen Grüngürtels entlang der bestehenden Bahntrasse.  

Zur fachlichen Unterstützung der Planung konnte die Stadt fünf international renommierte Planungsteams aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Architekten gewinnen: Astoc – Architects and Planners (Köln), AS&P Albert Speer und Partner (Frankfurt), KCAP (Rotterdam), RMP Stephan Lenzen (Bonn) und West 8 Urban Design & Landscape (Rotterdam). Alle interessierten Kölnerinnen und Kölner, die Anlieger, Initiativen und Bürgergemeinschaften waren eingeladen, ihre Vorstellungen und Ideen vom neuen lebendigen und urbanen, gemischt genutzten Quartier in die Planung einzubringen.  Das Beteiligungsverfahren wurde von den Büros Urban Catalyst studio (Berlin) und neubig hubacher Architekten (Köln) moderiert.  

Die Beteiligten des kooperativen Verfahrens

Zur fachlichen Unterstützung der Planung konnte die Stadt fünf international renommierte Planungsteams aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Architekten gewinnen: Astoc – Architects and Planners (Köln), AS&P Albert Speer und Partner (Frankfurt), KCAP (Rotterdam), RMP Stephan Lenzen (Bonn) und West 8 Urban Design & Landscape (Rotterdam). Alle interessierten Kölnerinnen und Kölner, die Anlieger, Initiativen und Bürgergemeinschaften waren eingeladen, ihre Vorstellungen und Ideen vom neuen lebendigen und urbanen, gemischt genutzten Quartier in die Planung einzubringen.  Das Beteiligungsverfahren wurde von den Büros Urban Catalyst studio (Berlin) und neubig hubacher Architekten (Köln) moderiert. 

Akteurinnen und Akteure Parkstadt Süd Beteiligung der Öffentlichkeit

Ergebnis des kooperativen Verfahrens

Fünf qualitätsvolle, ausgereifte städtebauliche Rahmenkonzepte als Grundlage der weiteren Planung eines neuen, großen Stadtquartiers mit mehreren tausend Wohnungen, mit Büros und Gewerbeflächen und einer großzügigen Grünanlage, maßgeschneidert für die Bedürfnisse einer schnell wachsenden Großstadt - das ist das Ergebnis des kooperativen Verfahren, mit dem wir die Weichen zur Entwicklung einer Parkstadt Süd gestellt haben.

Gesamtkonzepte der fünf Planungsteams:

Astoc – Architects and Planners (Köln)

AS&P Albert Speer und Partner (Frankfurt)

KCAP (Rotterdam)

RMP Stephan Lenzen (Bonn)

West 8 Urban Design & Landscape (Rotterdam)

Einstimmig empfiehlt das Begleitgremium des Verfahrens im Hinblick auf die zukünftige Lage und Anordnung der Bebauung und des Grüngürtels das Konzept des Planungsteams RMP Stephan Lenzen/Ortner+Ortner zugrunde zu legen.

Es dominiert das Grün in dem Entwurf.

Das macht deutlich, dass wir es ernst meinen mit der Verlängerung des Grünzugs – er bildet das Rückgrat der Bebauung,

sagt Franz-Josef Höing, Dezernent für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr der Stadt Köln.

Seine besondere Kraft beziehe das Konzept aus seiner Einfachheit, Klarheit und Konsequenz. Inmitten der vitalen Metropole soll auf einer Fläche so groß wie 150 Fußballfelder nach den Vorstellungen des Beigeordneten "an den Säumen des neuen Grünzugs nicht etwa eine weitere Siedlung, sondern ein echtes Stück Stadt entstehen". Das kooperativen Verfahren Parkstadt Süd mit fünf interdisziplinären Planungsteams habe für die Umsetzung dieses "Jahrhundertprojekts" beste Grundlagen geschaffen.

Empfehlung des Begleitgremiums

Das Begleitgremium, besetzt mit Experten, Vertretern der Politik und der Verwaltung, sprach sich einstimmig dafür aus, das Konzept  des Teams RMP Stephan Lenzen/Ortner+Ortner zur Grundlage der weiteren Planung zu machen.

Das Entwurfskonzept überzeugt durch zwei wesentliche Kernaspekte: Zum einen gelingt der neue Grünzug als zusammenhängende Raumeinheit und großzügige Durchführung bis zum Rhein – durch den Verzicht auf Bebauung entlang des Bahndammes. Die Verknüpfung mit der übergeordneten Struktur des Inneren Grüngürtels ist klar ablesbar. Zum anderen wird durch die dichte Bebauungsstruktur im zentralen Marktquartiers ein neues eigenständiges Stadtquartier geschaffen – die Markthalle rückt dabei selbstverständlich in die Mitte und wird adäquat eingebunden. Das städtebauliche Konzept ist solide und ermöglicht eine differenzierte Durchmischung von Wohneinheiten und Nutzungen im Quartier,

begründete das Gremium seine Entscheidung. Darüber hinaus hob das Gremium Ansatzpunkte aus den weiteren Arbeiten hervor, die in der weiteren Umsetzung und für die Erstellung des Integrierten Plans berücksichtigt und geprüft werden sollen. So betonte die Bedeutung des Umgangs mit Bestandsgebäuden und Zwischennutzungen und deren temporären oder langfristigen Integration ins neue Stadtquartier wie auch eine zeitnahe Realisierung der Durchwegbarkeit des Gebietes sowie Vorschläge, wie eine räumliche Kontur (Bauabschnitte) vorrangig hergestellt werden kann, um den Inneren Grüngürtel alsbald erlebbar zu machen, ausgerichtet werden. Hohe Priorität müsse auch die konsequente Durchgängigkeit des Grünzuges und Querungen von Verkehrsachsen haben. Die Übergänge und Schnittstellen zu bestehenden Grünanlagen, wie dem Volkspark oder dem Friedenspark sowie zum Rheinufer sollten nach Ansicht des Gremiums auf Basis der Vorschläge genauer ausgearbeitet werden. Eine besondere Rolle komme den unterschiedlichen Lösungen für schwierige Bestandssituationen, wie am Gleisdreieck, dem Übergang Bonner Straße sowie zum Rheinufer zu. Dazu zähle auch die parkverträgliche Integration und Qualifizierung der Sportnutzungsflächen und deren Verzahnung mit umliegenden Stadtteilen. Berücksichtigung müssten auch die zahlreichen Vorschläge zu Fuß- und Radwegeverbindungen, zum Modal Split, Stellplatzreduzierung und der quartiersverträglichen Integration von neuen ÖPNV-Haltestellen und Buslinien sowie Vorschläge zu dezentralen Mobilitätsstationen (Elektromobilität und Service) finden. Und last not least dürften die Ideenbeiträge aus dem Beteiligungsverfahren als wertvolle Ressource in der weiteren Planung nicht verloren gehen, betont das Gremium.

Das Ziel des Verfahrens, den Grünzug zu vollenden und an seinen Rändern ein neues Stück Stadt zu bauen, ist greifbar. Landschaftsarchitekt Professor Gerd Aufmkolk, Mitglied des Begleitgremiums, schwärmt: 

Diejenigen, die vor 100 Jahren die Idee zum Grünzug hatten, werden nun im Himmel sitzen und jubilieren.