Vom historischen Industriestandort zum modernen Stadtquartier

© Christoph Seelbach

Im Mülheimer Süden befindet sich auf einer Fläche von 46 Hektar ein nahezu brachliegendes Gewerbeareal. Das zum Großteil verwaiste Gelände soll in den nächsten Jahren zu einem urbanen Viertel mit Wohnen und Arbeiten entwickelt werden. Politik und Verwaltung möchten einen lebendigen Stadtteil entstehen lassen, in dem sich unterschiedliche Nutzungen vermischen. In den Teilbereichen sollen neben Wohnungen Büros, Einzelhandelsangebote, Schulen, Kindertagesstätten, Einrichtungen für Kulturschaffende und soziale Zwecke sowie Grün- und Spielflächen entstehen.

Werkstattverfahren 

Die Wandlung von der Industriebrache zum neuen Stadtquartier wurde planerisch bereits im Werkstattverfahren in den Jahren 2013 und 2014 in Angriff genommen. 

Hier finden Sie Informationen zum Werkstattverfahren Mülheimer Süden inklusive Hafen.

Die Entwicklung des neuen Quartiers

Der Mülheimer Süden hat aktuell ein Potenzial zum Bau von bis zu 4.500 neuen Wohnungen. Unter Anwendung des Kooperativen Baulandmodells können dort mindestens 30 Prozent der Wohnungen als öffentlich geförderter Wohnraum entstehen. Dies bedeutet für unsere Stadt einen großen Schritt zur Versorgung der Kölner*innen mit Wohnraum.

Neben der Kombination von alter Industriearchitektur mit modernem Städtebau soll im Mülheimer Süden im Zusammenspiel mit den Investor*innen nachhaltige Stadtentwicklung mit innovativen Konzepten aus den Bereichen Mobilität, Energie und Klimaschutz verbunden werden. Gerade die Klimaleitlinien der Stadt Köln definieren wichtige Eckpfeiler in der Entwicklung nachhaltiger Quartiere.

Mit den Teilgebieten Euroforum Nord "Cologneo I", Euroforum West "Cologneo II", Lindgens-Areal, Otto-Langen-Quartier, Deutz-Areal, Windmühlenquartier "Cologneo III" und Nördlich Grünzug Charlier finden sich im Plangebiet Quartiere mit sehr unterschiedlichen Perspektiven und Entwicklungsständen.

Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge

Hochwasserschutz

Die Entwicklung des Mülheimer Südens bedeutet eine Herausforderung im Umgang mit den Anforderungen des Hochwasserschutzes. Derzeit besteht im Bereich des Mülheimer Südens kein öffentlicher Hochwasserschutz. Vor dem Hintergrund der seinerzeit noch weitgehend unklaren Entwicklungsziele des industriell genutzten Areals wurde im Planfeststellungsverfahren zum rechtsrheinischen Hochwasserschutz für den Abschnitt Mülheim Süd zunächst kein öffentlicher Hochwasserschutz festgelegt. 

Nach Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln wird ein Gesamtkonzept zum erforderlichen Hochwasserschutz erarbeitet, das übergeordnete Planungen berücksichtigt. Laufende Bauleitplanverfahren müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen, um zukünftige Nutzungen und die Bewohner*innen wirksam zu schützen.

Niederschlagsentwässerung und Starkregenvorsorge

Die wachsenden Anforderungen der Überflutungsvorsorge erfordern in Zukunft einen veränderten Umgang mit den Niederschlagsabflüssen. Zusätzliche Flächenversiegelung durch Neuerschließung und mögliche Veränderungen des Niederschlagsgeschehens müssen infolge des Klimawandels berücksichtigt werden. Neben dem Objektschutz gilt es integrierte Maßnahmen an der Oberfläche zu ergreifen, mit denen künftige Beeinträchtigungen durch Starkniederschläge vermieden beziehungsweise abgemildert werden können.

Vor diesem Hintergrund wurde im Auftrag der Stadtentwässerungsbetriebe Köln der Fachbeitrag "Niederschlagsentwässerung und Starkregenvorsorge" (MUST, Köln, 30. August 2014) zum Planungskonzept "Mülheimer Süden inklusive Hafen" erarbeitet. Der Beitrag formuliert Planungshinweise für eine "wassersensible" Stadtgestaltung.  Der bisherigen Ansatz verfolgte das Ziel einer möglichst schnellen Ableitung des Niederschlagswassers in die Kanalisation. Im Gegensatzverfolgt wird nun mit dem Konzept das Ziel verfolgt, zunächst nach ortsnahen Lösungen zur Versickerung, Verdunstung, Nutzung sowie Speicherung und gedrosselter Ableitung von Regenwasser zu suchen.

Den Fachbeitrag der Stadtentwässerungsbetriebe mit dem Titel "Wasserwirtschaftliche Klimafolgenanpassung" finden Sie unter der Rubrik "Weitere Informationen" als Download.

Freiraumkonzept

Derzeit wird ein Freiraumkonzept für den Gesamtraum Mülheimer Süden erarbeitet. Aufgabe ist es, Zielvorgaben und konkrete Lösungsansätze für die Entwicklung des Freiraums im Mülheimer Süden zu erarbeiten sowie Entwicklungspotenziale aufzuzeigen. Es sollen konkrete Planungsvorgaben und Ziele für die zukünftigen Freiraumplanungen in den einzelnen Teilräumen formuliert werden.  

Dieses Konzept dient zukünftig als Grundlage für eine integrierte Planung aller öffentlichen Flächen der Verkehrs- sowie Frei- und Aufenthaltsräume.

Gestaltungsleitfaden

Zur Sicherung der städtebaulichen und architektonischen Qualität im Planungsgebiet Mülheimer Süden erarbeiten wir derzeit einen Gestaltungsleitfaden für den Gesamtraum.

Neben Erläuterungen zu den städtebaulichen und planerischen Zielsetzungen beinhaltet er vor allem konkrete Gestaltungsvorgaben und –vorschläge. Er soll Bauverantwortlichen und Architekt*innen unterstützende Anregungen zur Gestaltung der privaten Bauvorhaben und deren Übergänge zum öffentlichen Raum geben.

Der Gestaltungsleitfaden dient zukünftig auch als Beurteilungsgrundlage für die Arbeit der Ständigen Jury Mülheimer Süden, welche die städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Entwicklung sowie die Qualifizierungsverfahren im Mülheimer Süden beratend begleitet.  

Kooperatives Baulandmodell

Die Entwicklung des Mülheimer Südens wird geprägt und beeinflusst durch unterschiedliche Faktoren. Wesentlicher Faktor ist, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Klares Ziel der Kölner Wohnungspolitik ist es, das Angebot an preiswertem Wohnraum zu steigern. Je nachdem wie die einzelnen Planbereiche ausgestaltet werden, sollen im Mülheimer Süden nach dem Planungsstand April 2022 in den nächsten Jahren rund 4.500 Wohnungen entstehen.

Zur Sicherung der wohnungspolitischen Ziele hat der Rat bereits im Jahr 2014 das "Stadtentwicklungskonzept Wohnen" beschlossen. Das Kooperative Baulandmodell, ein Bestandteil des Konzepts, wurde im gleichen Jahr als ein wichtiges Instrument zur Umsetzung dieser wohnungspolitischen Ziele in Köln eingeführt. Es wurde im Jahr 2017 fortgeschrieben.

Das Kooperative Baulandmodell verpflichtet Bauverantwortliche, Investor*innen und Vorhabenträger*innen bei Planvorhaben, die eine Bebauungsplanung benötigen, mindestens 30 Prozent der Wohnungen im öffentlich geförderten Segment zu errichten und sich an den planbedingten Folgekosten - beispielweise für Kindertagesstätten, öffentliche Grün- und Spielplätze et cetera - zu beteiligen.

Ständige Jury Mülheimer Süden

Der Mülheimer Süden ist aufgrund seiner markanten Backsteinarchitektur und seines hohen Denkmalbestands ein einzigartiges Stadtquartier. Zur Sicherung einer qualitätsvollen Umsetzung sowohl des Städtebaus und der Architektur als auch des Freiraums wurde 2021 die Ständige Jury Mülheimer Süden als projektbezogener Gestaltungsbeirat der Stadt Köln berufen. Die sechs Mitglieder der Ständigen Jury sind herausgehobene Fachpersonen aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur, Landschaftsplanung und Denkmalschutz, die für dieses Projekt eine besondere Expertise mitbringen.

Die Beteiligung der Ständigen Jury dient der fachlichen Begleitung bei der Vorbereitung und Umsetzung übergeordneter und vorbereitender Planungen sowie aktueller Bauprojekte oder Qualifizierungsverfahren. Vorrangig werden die öffentlich wahrnehmbaren Bereiche des Städtebaus, der Architektur und der Freiräume betrachtet.

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