Dynamisches Einwohnerwachstum, Klimawandel und fortschreitende Digitalisierung - das sind nur einige Schlagworte zu den zahlreichen aktuellen Veränderungsprozessen, mit denen sich Köln in den kommenden Jahren beschäftigen wird. Wir gehen mit den "Kölner Perspektiven 2030" diese Herausforderungen aktiv an und greifen die zentrale Frage "Wie wollen wir in Köln in leben?" auf. 

Die Aufgabe der Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030" ist es, einen Kompass für Köln zu entwickeln, der konkrete Ziele und Strategien sowie Projekten und Maßnahmen enthält und dabei alle Themen der Stadtentwicklung abzudecken. Zudem beinhaltet die Strategie auch ein räumliches Leitbild mit konkreten Handlungsempfehlungen.

Zweistufiges Verfahren

Die Stadtstrategie wird in einem zweistufigen Verfahren entwickelt: Im ersten Schritt wird eine 360-Grad-Perspektive erstellt. Im zweiten Schritt wird eine stadträumliche Perspektive entwickelt.

Verwaltungsintern haben sich dafür vier thematische Teams formiert und in regelmäßigen Terminen getagt. In den Teams arbeiten insgesamt 39 Fachämter und Dienststellen zusammen. Die Teams haben bestehende strategische Konzepte gebündelt sowie zentrale Themen identifiziert und bewertet.

Im Juli 2017 hat der Rat die Erarbeitung und das Vorgehen für das Strategische Stadtentwicklungskonzept "Kölner Perspektiven 2030" beschlossen und die Verwaltung beauftragt, über ein europaweites Vergabeverfahren eine externe Unterstützung auszuwählen und zu beauftragen.

Seit Juli 2018 unterstützt die Arbeitsgemeinschaft, die sich aus urbanista aus Hamburg, ASTOC aus Köln und dem bureau für raumentwicklung aus Zürich zusammensetzt, den Strategieprozess.

Alltagsexpertise in Beteiligungsformaten gefragt

Die Kölnerinnen und Kölner konnten sich zunächst bei den neun Stadtgesprächen ab Oktober 2017 detailliert über das Vorhaben informieren und ihre Alltagsexpertise einbringen. Das 1. Zukunftsforum bildet nun den Startschuss zur Bürgerbeteiligung der Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030". Für den 9. November 2019 ist bereits ein zweites Zukunftsforum geplant. Ein weiteres Beteiligungsformat stellen die Online-Dialoge dar, die jeweils nach den Zukunftsforen angeboten werden. Die Anregungen, Hinweise und Kommentare der Bürgerinnen und Bürger fließen in die weitere Erarbeitung der Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030" ein.

Die vier Themen- und Handlungsfelder

Grundlage und Ausgangspunkt der thematischen Diskussionen bilden die vier Themenfelder

  • Urbanes Köln
  • Produktives Köln
  • Vernetztes Köln
  • Offenes Köln

Räumliche Zusammenhänge stehen im Fokus des Themenfelds Urbanes Köln. Hier geht es um die Themen Wohnen, Siedlungs- und Freiraumentwicklung, Demographie sowie Städtebau, Baukultur und historisches Erbe.

Das Themenfeld Produktives Köln stellt die Frage, was neue Arbeits- und Schaffenswelten ausmacht und thematisiert etwa das Zusammenwirken der Bereiche Urbane Produktion, Kultur und Kreatives, Wissenschaft und Bildung, Sport- und Freizeitwelten und Digitalisierung.

Um die Gestaltung einer zukunftssicheren, umfassenden Infrastruktur geht es im Themenfeld Vernetztes Köln. Das Themenspektrum reicht vom Klima über die biologische Vielfalt, die Grünversorgung, Mobilität und Stadttechnik bis hin zur Digitalisierung.

Das Themenfeld Offenes Köln spricht die sozialen Erfordernisse von Teilhabe- und Zugangsmöglichkeiten an, etwa die Wohnungsversorgung, die alltägliche und medizinische Versorgung, den Bildungszugang sowie Integration und Sicherheit.

360-Grad-Perspektive

Die 360-Grad-Perspektive beschäftigt sich mit allen Stadtentwicklungsthemen, die für Köln relevant sind. Als wichtiger Meilenstein wurde dazu ein Zielgerüst entwickelt, aus dem im weiteren Prozess die Handlungsempfehlungen hervorgehen. Grundlage des Zielgerüst sind vorhandene Konzepte der Stadtverwaltung, die in den vier Handlungsfeldern verwaltungsintern bearbeitet wurden. Darüber hinaus fließen übergeordnete Regelwerke wie die sustainable development goals der Vereinten Nation oder der Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt mit in das Zielgerüst ein. Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt "Stadt von übermorgen", in dem aktuelle Trends der Stadtentwicklung untersucht werden, finden ebenfalls Beachtung.

Stadträumliche Perspektive

Die stadträumliche Perspektive ist der zweite wesentliche Baustein der Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030". Parallel zur Entwicklung des Zielgerüstes wird eine räumliche Analyse erstellt. Im Zusammenspiel der räumlichen Analyse mit den definierten Leitsätzen und Zielen werden Raumstrategien, Handlungsempfehlungen und Empfehlungen für Schlüsselprojekte erarbeitet, die stadträumlich wirksam sind und verortet werden können. Zudem werden thematische Raumbilder zu den übergeordneten Themen entwickelt, in denen unter anderem die Siedlungsentwicklung, die Gewerbe- und Wirtschaftsentwicklung, Grün- und Freiraumentwicklung, die Mobilität sowie Zukunftsräume dargestellt werden.