© Sabine Große-Wortmann

Das 2. Zukunftsforum fand am 9. November 2019 in der Piazzetta im Historischen Rathaus statt. Oberbürgermeisterin Henriette Reker begrüßte die rund 220 Teilnehmenden und betonte, wie wichtig die Stadtstrategie als Zukunftsbild für die Entwicklung Kölns ist. Sie erörterte, dass die Hinweise, die bereits beim 1. Zukunftsforum gesammelt wurden, in die Überarbeitung des Zielgerüstes eingeflossen sind.

Auch für das 2. Zukunftsforum, bei dem der erste Entwurf der "Stadträumlichen Perspektive" im Vordergrund stand, wünschte sie wieder allen angeregte Diskussionen. 

Anschließend führten Brigitte Scholz, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik, und Markus Neppl als Vertreter der extern beauftragten Arbeitsgemeinschaft in die Themen ein. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus ASTOC architects and planners, Köln, Urbanista, Hamburg und dem bureau für raumentwicklung, Zürich.

Zusammen erläuterten sie die 360-Grad-Perspektive und die "Stadträumliche Perspektive" der Stadtstrategie mit ihren jeweiligen Bausteinen und stellten die neuen Zwischenergebnisse vor. Wie schon beim 1. Zukunftsforum moderierte Dr. Markus Nollert vom bureau für raumentwicklung die Veranstaltung.

Im Mai 2019 bildete das Zielgerüst den Schwerpunkt des 1. Zukunftsforums. Die "Stadträumliche Perspektive" bildete den thematischen Schwerpunkt des 2. Zukunftsforums. Sie beschäftigt sich konkret mit dem Kölner Stadtraum und setzt sich aus den Grundlagenkarten, Erkenntnisse aus der räumlichen Analyse, räumlichen Ansätzen, Zielkarten und dem räumlichen Leitbild zusammen.

Mitmachstationen

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit den zuvor vorgestellten Bausteinen der "Stadträumlichen Perspektive" näher zu beschäftigen. Sie konnten diesen ersten Entwurf der räumlichen Zielaussagen diskutieren und kommentieren. Auf großen Stellwänden wurden die verschiedenen Karten und Pläne sowie kurze Erläuterungstexte präsentiert. 

Die zwölf räumlichen Ansätze stellen jeweils unterschiedliche räumliche Zielaussagen für die zukünftige Entwicklung Kölns in abstrakten Piktogrammen dar. Dazu gehören beispielsweise: "Komplettierung der grünen Strukturen", "Entwicklung des rechtsrheinischen Korridors" und "Rheinraum stärken". 

Mittels kleiner Kärtchen, die an jedem der räumlichen Ansätze hingen, konnten die Fragen "Warum ist Ihnen dieser Ansatz für die zukünftige Entwicklung Kölns besonders wichtig?" sowie "Wo ist Ihnen der Ansatz besonders wichtig?" beantwortet und anschließend auf dem "Räumlichen Leitbild" platziert werden. Auf Blankokarten konnten auch eigene Ideen festgehalten werden.

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Der erste Entwurf des "Räumlichen Leitbildes" war auf einer großen Bodenkarte in der Mitte des Atriums abgebildet. Es fasst die angestrebte stadträumliche Entwicklung in einer abstrakten Karte zusammen. Zudem zeigt der Entwurf mögliche Zukunftsräume auf, Bereiche in Köln, die für die zukünftige Kölner Stadtentwicklung von besonderer Bedeutung sind oder in denen eine gewünschte Entwicklung modellhaft stattfinden soll.

Zu den Themen Siedlungsentwicklung, Urbane Produktion, soziale Infrastruktur und Bildungsinfrastruktur, Mobilität und Grünsysteme wurden fünf detaillierte Zielkarten vorgestellt und diskutiert. Sie beinhalten räumlich konkrete Aussagen zur Entwicklung Kölns.  

Neben den "Räumlichen Ansätzen", den "Zielkarten" und dem "Räumlichen Leitbild" wurden auch die "Grundlagenkarten" sowie die Erkenntnisse der "Raumanalyse" auf großen Stellwänden präsentiert. Sie bilden komprimiert die räumliche Analysephase ab. Sie sind daher Grundlage für die räumlichen Zielaussagen, die sich in den Ansätzen, Zielkarten und dem "Räumlichen Leitbild" finden.

An den zahlreichen Stellwänden beantworteten Vertreterinnen und Vertreter des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik sowie Mitarbeitende der ARGE Fragen, erörterten Inhalte und waren zur Diskussion ansprechbar. 

Kommentierung und Ausklang

Nachdem sich alle Teilnehmenden wieder in der Piazzetta zusammengefunden hatten, berichteten Brigitte Scholz und Markus Neppl ihre Eindrücke aus der Mittmachphase: Die einfache Darstellung der räumlichen Ansätze in Form von Piktogrammen sowie die darin abgebildeten Zielaussagen seien bei den meisten Teilnehmenden sehr gut angekommen. Die detaillierteren Zielkarten hingegen waren erklärungsbedürftig. Insbesondere das Thema Mobilität wurde während der Mitmachphase als drängendes Zukunftsthema viel diskutiert.

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Anschließend nutzten einige Kölnerinnen und Kölner die offene Kommentierungsrunde, um ihre Fragen an Brigitte Scholz und Markus Neppel sowie den Beigeordneten für Stadtentwicklung, Planen und Bauen, Markus Greitemann, zu richten.

Bevor Oberbürgermeisterin Henriette Reker sich anschließend für die rege Beteiligung bedankte und die Teilnehmenden verabschiedete, fasste sie die für sie wichtigsten Punkte aus der Veranstaltung zusammen:

  • Das Zielgerüst wurde als sehr gut beurteilt und soll das Verwaltungshandeln leiten.
  • Die Innenstadt ist ein zentraler Zukunftsraum.
  • Die Schließung des inneren S-Bahn-Rings ist grundlegend für die Verkehrswende.
  • Berücksichtigung des Grundsatzes: Erst die ÖPNV-Anbindungen schaffen und dann die Siedlungsentwicklung realisieren.
  • Sharing-Angebote sollen auch in den Außenbezirken verankert werden und den funktionierenden ÖPNV ergänzen.

Bei Kölsch und belegten Brötchen bestand nach offiziellem Ende der Veranstaltung noch einmal die Gelegenheit, sich die präsentierten Inhalte sowie die Kommentare der Teilnehmenden genauer anzusehen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

2. Online-Dialog

© Sabine Große-Wortmann
Kommentarwürfel der Teilnehmenden

Am 9. November 2019 startete auch der begleitende Online-Dialog, an dem alle Kölnerinnen und Kölner bis zum 23. November 2019 teilnehmen konnten.

Eine gemeinsame Auswertung zusammen mit dem 2. Zukunftsforums wird hier veröffentlicht. Parallel fließen die Ergebnisse des 2. Zukunftsforums und des 2. Online-Dialogs in die weitere Erarbeitung der Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030" ein.

Die im 2. Zukunftsforum ausgestellten "Grundlagenkarten" und "Räumlichen Ansätze" werden derzeit aufbereitet und hier zeitnah veröffentlicht. Eine Veröffentlichung der "Zielkarten" folgt Anfang 2020.