Pilotprojekt zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität abgeschlossen

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Auf beiden Seiten des Hohenzollernrings, zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße, haben wir neue und einheitliche Gestaltungsstandards gesetzt. Dieser stark frequentierte Abschnitt der Kölner Ringe wurde als Pilotstrecke für die Umsetzung von grundlegenden Vorgaben aus dem städtischen Gestaltungshandbuch ausgewählt, mit dem wir eine Gesamtstrategie für den öffentlichen Raum entwickelt haben.

In enger Zusammenarbeit mit der Anwohnerschaft sowie den Gewerbetreibenden haben wir erhebliche Anstrengungen unternommen, um bis zum 1. September 2018 den gewünschten Ausgangszustand für die Pilotstrecke herzustellen.

 

Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums

Zur Beruhigung des Stadtbildes haben wir das Stadtmobiliar, wie zum Beispiel Fahrradständer, Mülleimer oder Sitzbänke, auf wenige Elemente reduziert und in Möblierungszonen neu geordnet. Dieser Gestaltungsgrundsatz begünstigt die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Die Gehwege sollen von störenden Elementen freigehalten werden. Bestehendes und neues Mobiliar wurde gestalterisch aufeinander abgestimmt. Eine sensible Instandhaltung und Ausbesserung von Schäden wurde im Bereich der Pflasterung durchgeführt, zum Erhalt bestehender Gestaltungsmuster. Die Farbgebung des Stadtmobiliars ist einheitlich dunkelgrau. Dadurch treten die einzelnen Elemente in den Hintergrund. Versorgungskästen, Abfallbehälter, aber auch Schilder-, Leuchten- und Ampelmasten, die stark von Verschmutzung durch Graffiti und Aufkleber betroffen waren, wurden ebenfalls in dunkelgrau beschichtet und zusätzlich mit einer transparenten Schutzschicht versehen. Durch diese Schutzschicht werden Reinigungsprozesse erleichtert. Aufkleber haften schlecht, beziehungsweise lassen sich leicht entfernen. Verschmutzungen können durch die AWB mit Wasser und Schwamm beseitigt werden.

Das Resultat ist optisch ansprechend und äußerst nachhaltig. Interesse an dieser Beschichtung findet sich auch auf Seiten der Post und Privatleuten. Auf der Pilotstrecke sind Briefkästen und Zeitungsentnahmekästen mit dieser transparenten Schutzschicht versehen worden. Für Zeitungskästen haben wir eine Befestigungslösung gefunden, die einen sicheren Stand gewährleistet. Statt der meist viel Platz einnehmenden Fahrradständer, die mit Werbung versehen waren, stehen dort nun dezente, kleinformatige "Werbebügel", an denen die Räder geordnet abgestellt werden können.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

  • Umsetzung nach Gestaltungshandbuch
  • Reduzierung von Mobiliar auf wenige standardisierte Elemente
  • Farbgebung einheitlich dunkelgrau und mit teilweiser transparenter Schutzbeschichtung
  • Mobiliar in definierten Möblierungsbereichen sortieren und bündeln
  • sensible Instandhaltung, bestehende Gestaltungsmuster berücksichtigen
  • raumdeckende Reinigung
  • Abstimmen und Verantwortlichkeiten schaffen
  • zeitnahe Mängelbeseitigung  

Bilderreihe: Hohenzollernring vor und nach der Aufwertung

Neue Befestigung und Positionierung von Zeitungsentnahmekästen

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Vor der Aufwertung: Zeitungsentnahmekasten an einem Mast befestigt
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Nach der Aufwertung: Befestigungsständer für Zeitungsentnahmekästen

Reduzierung von Außenwerbung

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Vor der Aufwertung
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Nach der Aufwertung

Werbereduzierte und geordnete Fahrradbügel

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Vor der Aufwertung: Fahrradbügel mit großem Werbeschild
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Nach der Aufwertung: Werberudizierte Fahrradbügel

Leergeräumter Straßenraum

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Vor der Aufwertung
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Nach der Aufwertung

Geordnete Möblierungszone

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Vor der Aufwertung
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Nach der Aufwertung

Drei Monate Pilotstrecke

Die dreimonatige Testphase der Pilotstrecke Hohenzollernring ist am 1. September 2018 gestartet und endete am 30. November 2018. Im Projektzeitraum gab es einen ständigen Ansprechpartner für den Hohenzollernring, der die Strecke täglich im Blick hatte. Er griff Missstände aller Art auf und meldete diese innerhalb der Verwaltung und auch an externe Partnerinnen und Partner, um die Missstände kurzfristig beseitigen zu lassen.

Auch die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln waren auf der Strecke intensiv unterwegs. Die AWB hat den gesamten Straßenraum raumdeckend gereinigt, inklusive des gesamten Stadtmobiliars. Schmierereien wurden sofort beseitigt, um keinen Raum für Verwahrlosung zu geben.  

Nach Ablauf der Testphase werden die Kosten für die Herstellung des Ausgangszustands und die Kosten zum Erhalt dieses Zustands ausgewertet und der Verbesserung des öffentlichen Raums entgegengestellt. Um eine Entscheidung treffen zu können, wie zukünftig der Qualitätsstandard der Kölner Stadträume aussehen wird, ist das Feedback der Bürgerinnen und Bürger enorm wichtig. Deshalb wurden die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, über die Laufzeit der Pilotphase Ihre Bewertung abzugeben. Dazu wurden fünf Fragen vorbereitet. Das Resultat zeigt ein deutliches Stimmungsbild, welches die durchgeführten Maßnahmen und die gestalterische Aufwertung des öffentlichen Raums befürwortet.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Anfang September 2018 haben wir zusammen mit den ansässigen Geschäftsleuten Bürgerinnen, Bürger sowie Passantinnen und Passaten auf der Pilotstrecke über die Maßnahmen und den Sinn und Zweck informiert. 10 bebilderte Stationen entlang der Pilotstrecke zeigten den ursprünglichen Zustand des öffentlichen Raums und dienten als Gesprächgrundlage.

Im Oktober und November 2018 folgten zwei weitere Bürgerinformationen vor Ort, zu unterschiedlichen Zeiten und Wochentagen. So wurde ein repräsentativer Querschnitt von Nutzerinnen und Nutzern des öffentlichen Raums angesprochen und um Bewertung gebeten.

Anwohnerschaft, Gewerbetreibende und die Gastronomiebetriebe haben wir vor Beginn der Pilotphase zu einer ausführlichen Informationsveranstaltung ins Stadthaus Deutz eingeladen. In Anwesenheit des Ordnungsamtes, des Handelskümmerers, der AWB, der IHK und des Stadtraummanagements wurden die durchgeführten Maßnahmen auf der Pilotstrecke erläutert. Es gab eine angeregte Diskussion mit konstruktiven Anregungen von Seiten der Besucherinnen und Besucher.

Ziel dieser Informationsveranstaltung und auch der persönlichen Einladung, bei der ebenfalls Infoflyer verteilt wurden, war die Gewinnung der Anliegerinnen und Anlieger, zur Unterstützung des Erhalts der aufgewerteten Pilotstrecke.

Stadtraummanagement und Gestaltungshandbuch

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Grundlage dieser Maßnahmen ist das Gestaltungshandbuch, mit dem wir eine Gesamtstrategie für den öffentlichen Raum entwickelt haben. Es geht darum, den Stadtraum zu ordnen, zu beruhigen und etablierte Qualität zu bewahren. Damit soll die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums nachhaltig verbessert werden. Der stark frequentierte Abschnitt der Kölner Ringe wurde als Pilotstrecke für die Umsetzung von Vorgaben aus dem städtischen Gestaltungshandbuch ausgewählt. 

Die Inhalte des Gestaltungshandbuchs sollen durch umfangreiche Kommunikation, Durchführung von Pilotstrecken und Schulungen vermittelt werden. Somit können verwaltungsinterne sowie externe Akteurinnen und Akteure sensibilisiert werden, um gemeinsam die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums nachhaltig zu verbessern.

Gestaltungshandbuch - Kölner Gesamtstrategie für die Gestaltung des öffentlichen Raums

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Wir stehen Ihnen gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung:

Stadtraummanagement
Dezernat Stadtentwicklung, Planen und Bauen
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

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