Der Deutzer Hafen liegt am südöstlichen Rand des rechtsrheinischen Innenstadtbereichs. Er erstreckt sich zwischen der Siegburger Straße und den Poller Wiesen, zwischen Severinsbrücke und Südbrücke. Er wird begrenzt von der Drehbrücke im Norden, der Siegburger Straße im Osten, der auf die Südbrücke führenden Güterbahntrasse im Süden und der Alfred-Schütte-Allee im Westen. 

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Blickt man über das Hafenbecken in Richtung Norden, liegen Innenstadt und Kölner Dom im direkten Blickfeld jenseits des Rheins, gerade einmal zwei Kilometer Luftlinie entfernt. 

Rund um den Deutzer Hafen entsteht ein neues Stück Köln, das ein lebendiger Teil der Stadt wird, indem es sich in die Umgebung einfügt und auf einen intensiven, wechselseitigen Austausch mit den angrenzenden Veedeln setzt. Der zukünftige Deutzer Hafen wird zwar ein selbstverständlicher Teil von Deutz sein, und doch zeigt Köln hier insgesamt neue Seiten.

Was ist geplant?

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Der Deutzer Hafen wird ein lebendiges, buntes und gemischtes Viertel zum Wohnen und Arbeiten, mit allem, was zu einem attraktiven Leben in der Stadt gehört. Es werden vielfältige Wohnformen angeboten – öffentlich gefördert, frei finanziert, Eigentum, Miete, Baugruppen und Genossenschaften, die eine heterogene und sozial gemischte Nachbarschaft erwarten lassen. Gleichzeitig soll das Quartier eine attraktive und breite Mischung an Dienstleistungs- und Büronutzungen, Handel, Nahversorgung, Gastronomie, Freizeit- und Kulturnutzung sowie sozialer Infrastruktur bieten. Die soziale Infrastruktur mit einer Grundschule und mehreren Kitas ist Teil der Gesamtentwicklung. Eine Promenade um das Hafenbecken, Parks und Plätze bieten attraktive Freiräume und Begegnungsorte.

Zahlen und Fakten 

Die Neuentwicklung des etwa 37,7 Hektar großen Hafengebiets einschließlich 8,1 Hektar Wasserfläche bietet die Gelegenheit, in dieser besonderen Lage ein einzigartiges und unverwechselbares urbanes und gemischtes Stadtquartier zum Wohnen und Arbeiten entstehen zu lassen. Geplant sind Wohnungen für etwa 6.900 Menschen und Büros für 6.000 Arbeitsplätze, kulturelle und soziale Nutzungen sowie mehrere Parks und Plätze.

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Ansicht des Deutzer Blocks mit seinen einzelnen Elementen

Der Deutzer Block

Der Deutzer Block ist ein städtebaulicher Grundbaustein des neuen Quartiers. Er greift die verschiedenen vorhandenen Typologien auf – die Mühlengebäude mit ihren teils hohen Silos und die gründerzeitliche Blockrandbebauung der umliegenden Wohnquartiere. Der Deutzer Block kombiniert so den geschützten Innenhof einer Randbebauung mit den vielfältigen Höhen- und Fassadensprüngen, die das Ensemble von Auer- und Ellmühle prägen. 

Das neue Veedel soll bunt und gemischt werden. Das gilt vor allem für die verschiedenen Nutzungsarten. Gewerbliche und Büronutzungen werden vor allem im Süden des Gebiets an der Bahntrasse verortet, wo aufgrund der hohen Lärmbelastung ohnehin kein Wohnen möglich wäre. Zugleich dient die Bebauung der südlichen Baufelder als Lärmschutz. 

Ein hoher Wohnungsmix, Kitas und Grundschule, Kultur und Gastronomie sowie Durchgrünung

Wohnungen sollen an beiden Seiten des Hafenbeckens entstehen, auf der Halbinsel sowie zwischen Hafenbecken und Siegburger Straße. Dabei ist ein hoher Wohnungsmix angestrebt. Geplant ist mindestens 30 Prozent geförderter Wohnungsbau, preisgedämpfter Wohnungsbau, Genossenschaften, Baugruppen sowie freifinanzierte Miet- und Eigentumswohnungen. Einzelhandelsnutzungen sollen sich vor allem um den "Marktplatz" an der Ostseite des Hafenbeckens gruppieren. Eine Grundschule ist im nördlichen Bereich der Halbinsel geplant, so wird auch die Blickbeziehung der mittlerweile denkmalgeschützten Mühlengebäude gewahrt. Mehrere Kitas verteilen sich im gesamten Gebiet. 

Kulturbausteine, Gastronomie und ähnliche Nutzungen, die zur Belebung der Erdgeschosszonen beitragen, verteilen sich im Quartier schwerpunktmäßig entlang der Promenade und der Plätze. Die Promenade verläuft um das gesamte Hafenbecken. Sie verbindet die Plätze und Parks miteinander. Die Parks auf der Halbinsel stellen eine grüne Verbindung zu den Poller Wiesen her. Die Parks sind zugleich "grüne Lunge", Orte für Erholung, Spiel und Sport, zeigen die Spuren der Vergangenheit mit der Kranbahn und der ehemaligen Holzhalle und dienen als Retentionsflächen. Aber auch die Plätze, die Promenade und die Straßenräume sollen mit großzügigen Baumpflanzungen und Pflanzbeeten, eine Durchgrünung des Quartiers, auch im Sinne einer klimaangepassten Stadtentwicklung, sicherstellen. Zwei neue Hafenbrücken dienen der Erschließung und verbessern die Verbindungen durch das neue Stadtviertel. 

Die Erschließung des Quartiers erfolgt mittels einer Ringerschließung über Siegburger Straße, Poller Kirchweg, Am Schnellert, der neuen Quartiersstraße über die Halbinsel sowie der neuen Hafenbrücke. Die Erschließungsflächen sowie die Gebäude werden auf einem hochwassersicheren Niveau bis zu einem 200-jährlichen Hochwasser (HQ 200) hergestellt. Die Tiefgaragen, die Promenade sowie Teile der Parks und Plätze dienen im Hochwasserfall als Retentionsraum und werden überschwemmt.

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Hafenpromenade
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Marktplatz
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Quartiersplatz

Neue Bus- und Stadtbahnline geplant

Für das gesamte Quartier wird ein Mobilitätskonzept erarbeitet. Der Fuß- und Radverkehr soll neben dem öffentlichen Nahverkehr gestärkt und verbessert werden. Die Alfred-Schütte-Allee wird künftig für den Autoverkehr gesperrt und als Fuß- und Radweg umgebaut. Das Mobilitätskonzept sieht mehrere Mobilitätsstationen mit Angeboten vor, die unter anderem Car- und Bikesharing, E-Ladestationen, Paketboxen und ähnliches enthalten können. Zwei neue Brücken über das Hafenbecken schaffen kurze Verbindungen. Eine neue Buslinie soll den Deutzer Hafen mit dem Deutzer Bahnhof sowie den angrenzenden Stadtteilen verbinden. 

In einer Machbarkeitsuntersuchung werden eine Taktverdichtung sowie die Einrichtung einer neuen Stadtbahnlinie untersucht. Um zu gewährleisten, dass die jetzt schon hohen sowie die zukünftig erwarteten Verkehre des motorisieren Individualverkehrs abgewickelt werden können, werden entlang der Siegburger Straße sowie am Autobahnzubringer verkehrliche Maßnahmen umgesetzt. Dies soll auch einen zügigen und sicheren Verkehrsfluss aller Verkehrsteilnehmenden, MIV, ÖPNV, Fuß- und Radverkehr, sicherstellen. Langfristig soll eine neue Bahnlinie (S 16) den Deutzer Hafen zusätzlich anbinden.

Fünf Themenschwerpunkte sind von besonderer Bedeutung

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Kran im Deutzer Hafen

öffentlich und privat – Lage, Anbindung, Freiräume
Früher lagen die Häfen und Produktionsstätten möglichst isoliert – weil von dort Lärm und Gestank ausging. Mit der veränderten Ausgangslage ergeben sich heute Vernetzungsmöglichkeiten und die Gebiete können für die Umgebung geöffnet und zu neuen "Trittsteinen" in der Stadtlandschaft werden. Umgekehrt ist es für die neuen Wohn- und Arbeitsorte förderlich, an bestehende Strukturen im Umfeld angebunden zu sein und dortige Infrastrukturangebote mit zu nutzen. Dem Deutzer Hafen kommt als neue Entwicklungsfläche im innerstädtischen Bereich zwischen Deutz und Poll in diesem Sinne eine wichtige Aufgabe zu. Die Freiraumentwicklung ist dabei unter besonderer Berücksichtigung des Hochwasserschutzes für die anstehende Umnutzung des Deutzer Hafens von strategischer städtebaulicher Bedeutung – sowohl innerhalb des Entwicklungsgebietes als auch für die übergeordnete Freiflächenvernetzung.

sicher und geschützt – Hochwasser und Lärm
Fluss und Lage am Wasser schaffen räumliche Qualitäten, die einen starken Kontrast zur Dichte der Innenstadt bilden und damit die Vielfalt und Attraktivität der Stadt erhöhen. Durch die integrierte Betrachtung der Themen Hochwasserschutz, Ökologie und Freiraumnutzung bieten sich große Potenziale für die Entwicklung attraktiver Stadtbausteine am Wasser. Gleichzeitig stellen starke Lärmimmissionen eine große Herausforderung für die Ausbildung von gemischten Stadtquartieren mit einem hohen Anteil von Wohnnutzung dar. Die Themen Nutzungsverteilung und Baustruktur müssen intensiv bearbeitet werden.

vernetzt und verträglich – Mobilität, Verkehr, Nachhaltigkeit
Zukunftsfähige Mobilität basiert auf integrierten Verkehrskonzepten, die ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen verschiedenen Verkehrsträgern anstreben. Als lebenswerte und klimafreundliche Stadt bekennt sich Köln zu einer menschengerechten und umweltverträglichen Mobilität. Das neue Quartier soll verkehrlich möglichst gut vernetzt und an die angrenzenden Viertel und Freiräume angebunden werden. Auch durch eine verbesserte Erschließung soll die "Insellage", die das Gebiet heute kennzeichnet, aufgebrochen werden. Die Trennwirkung der übergeordneten Verkehrstrassen soll überwunden und das Quartier allgemein gut zu Fuß und mit dem Rad erreichbar sein.

dicht und gemischt – Wohnen, Dienstleistung, Gewerbe, Kultur, Bildung
Nutzungsmischung als ein kennzeichnendes Merkmal der europäischen Stadt ist das zentrale Postulat vieler städtischer Entwicklungsbestrebungen der letzten Jahrzehnte. Die gemischte "Stadt der kurzen Wege" ist Grundlage eines nachhaltigen Städtebaus und soll auch im Deutzer Hafen zum Tragen kommen. Die Diskussion um Mischung ist mit der Frage der Dichte meist unmittelbar verwoben. Denn eine "gute Mischung" braucht Nähe und Distanz zugleich. Der Deutzer Hafen soll sich von einer reinen Gewerbenutzung hin zu einem lebendigen gemischten Quartier mit hohem Wohnanteil entwickeln. Neben zahlreichen Wohnungen werden Büroflächen und soziale Infrastrukturen sowie Einzelhandelsflächen für den täglichen Bedarf im Quartier entstehen.

vielfältig und bunt – Wohnformen, Typologien, Trägerschaften
Köln wächst - in erster Linie durch Zuwanderung und hier vor allem durch den Zuzug von jungen Menschen. Das hat Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Parallel zu einer Ausdifferenzierung der Lebenswelten hat sich in den letzten Jahren auch in den Wohnformen eine neue Vielfalt entwickelt, um auf die neuen Bedarfe zu reagieren. Im Deutzer Hafen soll künftig ein vielfältiges Angebot unterschiedlicher Wohnungsangebote entstehen, das alle Bevölkerungsschichten anspricht. Hier sollen innovative Wohnprojekte umgesetzt werden, die veränderten Lebensmodellen und zeitgemäßen Bewohnerbedürfnissen entsprechen. Mindestens 30 Prozent geförderter Wohnungsbau, Genossenschaften, Baugruppen, preisgedämpfte Wohnungen sowie freifinanzierter Wohnungsbau als Miet- und Eigentumswohnungen sollen entstehen. Dabei sollen insbesondere innovative Konzepte, die einen Mehrwert für die Gemeinschaft, das Quartier oder die Umwelt darstellen, zur Entwicklung der einzelnen Baublöcke, zum Tragen kommen.

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