Köln gewinnt ein neues Stadtviertel – direkt am Rhein gelegen und in Sichtweite des Doms

© COBE

Mit der Entwicklung des Deutzer Hafens hat die rechte Rheinseite die einmalige Chance, von der Südbrücke bis zur Severinsbrücke ihr Gesicht neu zu gestalten. Der ehemalige innerstädtische Industriehafen, ein Areal mit einer Gesamtfläche von circa 37 Hektar, soll in den kommenden Jahren zu einem modernen Quartier mit etwa 3.000 neuen Wohnungen für 6.900 Bewohner*innen sowie 6.000 neue Arbeitsplätzen entwickelt werden. Zudem sind Kitas, eine Grundschule, Gastronomie, Kultur- und Freizeitangebote wie auch eine Vielzahl von öffentlichen Freiräumen geplant.

Gute Räume für die Öffentlichkeit

Erkundungstour und Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit

Am 7. September 2021 haben wir zusammen mit moderne stadt GmbH bei einer Abendveranstaltung mit zusätzlichem Livestream über die Umwandlung des ehemaligen Hafenareals in ein neues lebendiges Stadtquartier informiert. Im Anschluss an die Veranstaltung konnten sich Bürger*innen über die Umwandlung des ehemaligen Gewerbe- und Industriestandorts Deutzer Hafen in ein mischgenutztes, urbanes Stadtquartier austauschen.

Die vielen interessierten Bürger*innen erkundeten am Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein das sonst abgesperrte Areal des Hafengeländes auf festgelegten Routen. An fünf Stationen informierten wir anhand von Visualisierungen und Erläuterungen über die Planungen für den öffentlichen Raum. Dabei haben viele der Besucher*innen die Möglichkeit intensiv genutzt, an den Stationen mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen und Fragen sowie individuelle Anregungen einzubringen. Das rege Treiben entlang der Tour gab eine Vorstellung vom zukünftigen Leben im Deutzer Hafen: Am geplanten Marktplatz verkauften Foodtrucks Crêpe und Kaffee, gegenüber dem Hafenbecken lud eine Picknickstation im Kranpark dazu ein, sich auf Liegestühlen mit Brezel und Limonade auszuruhen. Mit der Spielewerkstatt entstand für einen Tag ein Spielplatz im zukünftigen Hafenpark. Für ein Erinnerungsfoto konnten die Besucher*innen am Hafenkopf posieren, wo Hafen und Dom eine einmalige Kulisse boten.

Am Abend begrüßten Markus Greitemann, Beigeordneter des Dezernates für Planen und Bauen, und Andreas Hupke, Bürgermeister des Stadtbezirks Innenstadt, etwa 500 Interessierte in der Holzhalle. In der Informationsveranstaltung wurden die anstehenden Planungsschritte erläutert und über den Stand der Dinge zu Mobilität und Verkehr berichtet. Anschließend gaben wir einen Ausblick auf die geplanten Freiräume, die Parks, Plätze und Promenaden sowie das Hafenbecken. Nach kurzen Berichten von der Erkundungstour gab es für die Gäste Gelegenheit, ihre Fragen und Anregungen direkt an das Podium zu richten.  

Übertragung per Livestream

Wer nicht anwesend sein konnte, hatte über einen Livestream die Möglichkeit, die Veranstaltung online zu verfolgen und Fragen zum Stadtentwicklungsprojekt über einen Chat einzubringen.

Vielen Dank für Ihre Fragen und Anregungen im Rahmen der Veranstaltung!

Ihre Fragen werden derzeit beantwortet, alle Anregungen werden geprüft. Die Antworten stellen wir in Kürze an dieser Stelle zur Verfügung.

Werkstattbericht 2021

Es tut sich viel im Deutzer Hafen. Allerdings ist vieles davon nicht immer auch nach außen sichtbar. Es werden Gutachten erarbeitet, Machbarkeitsuntersuchungen erstellt, Planungen vertieft und alles immer wieder geprüft und auf unterschiedlichen Ebenen abgestimmt.

Wir möchten Sie auf dem Weg mitnehmen, informieren und einbinden. Durch die Corona-Auflagen waren bislang Bürgerbeteiligungen kaum oder nur digital möglich. Wir möchten Sie in Form eines Werkstattberichts über den aktuellen Planungsstand informieren. Er soll einen Einblick und Überblick geben in die verschiedenen Planungsthemen wie Planrechtschaffung, Verkehrsuntersuchung und Mobilitätskonzept, Freiraumplanung und die Einbindung des Sportentwicklungsplans sowie Einzelprojekte wie Hafenbrücken und Schule. 

Der Werkstattbericht steht hier für Sie zum Download bereit.

Werkstattbericht Januar 2021
PDF, 19549 kb

Bauleitplanung

Die Bauleitplanung umfasst die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Aufstellung eines oder mehrerer Bebauungspläne. Der vorbereitende Bauleitplan, der Flächennutzungsplan, stellt im Bereich des Deutzer Hafens ein Gewerbe- und Industriegebiet dar. Um die Ziele des "Integrierten Plans" verwirklichen zu können, ist es notwendig, die Darstellungen entsprechend anzupassen. Parallel dazu wird der Bebauungsplan aufgestellt.  

Der verbindliche Bauleitplan, der Bebauungsplan, ist die rechtliche Grundlage zur Umsetzung der Ziele, Ideen und Planungen, die der "Integrierte Plan" vorgibt. Mit Hilfe eines oder mehrerer Bebauungspläne wird das städtebauliche Konzept mit seinen Qualitätsansprüchen festgeschrieben. Die Ergebnisse der Fachgutachten, allen voran die Verkehrsuntersuchungen und das Mobilitätskonzept, ebenso wie Untersuchungen zu Hochwasserschutz, Lärmemissionen, Brandschutz, Artenschutz und so weiter fließen in den Planungsprozess ein.  

Die Einleitung der 227. Änderung des Flächennutzungsplanes hat der Stadtentwicklungsausschuss am 20. September 2018 und die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit dem Arbeitstitel "Deutzer Hafen in Köln-Deutz" am 15. November 2018 beschlossen. Am 9. April 2019 hat die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit nach § 3 Absatz 1 Baugesetzbuch in der Essigfabrik, Siegburger Straße 110, 50679 Köln stattgefunden. Es wurde über den aktuellen Planungsstand informiert, intensiv und anregend diskutiert sowie Hinweise und Stellungnahmen seitens der Bürgerschaft eingebracht. Die nächsten Schritte im Rahmen des Bauleitplanverfahrens werden der Vorgabenbeschluss sowie, bei Vorliegen des Planentwurfs, die Offenlage nach § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch sein.

Bis die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Zunächst stehen die Planverfahren im Vordergrund. Ab 2021 soll mit der Baureifmachung begonnen werden. In den darauf folgenden Jahren wird das Quartier nach und nach Form annehmen und sich mit Leben füllen.

Umsetzung des Integrierten Plans auf Grundlage des Ratsbeschlusses aus 2015

Der Arbeitsprozess nahm mit dem Grundsatzbeschluss des Rates zur zukünftigen Nutzung des Deutzer Hafens 2015 seinen Anfang. Es folgten umfassende Bürgerbeteiligungen, ein kooperatives Werkstattverfahren mit interdisziplinären Planungsteams sowie die Einbindung verschiedener Fachgutachten. Das Planungsteam um das Kopenhagener Architekturbüro COBE, das als Sieger aus dem Verfahren hervorging, hat den Integrierten Plan Deutzer Hafen ausgearbeitet, der 2018 vom Rat beschlossen wurde.

Der "Integrierte Plan" wurde am 1. März 2018 bei einer Abschlusspräsentation vorgestellt. Alle interessierten Bürger*innen hatten noch einmal die Möglichkeit, sich über die einzelnen Fachthemen vertiefend zu informieren und Anregungen abzugeben, die in den Plan eingearbeitet wurden.

Der "Integrierte Plan" besteht aus einem Lageplan sowie einem Quartiersbuch und beschreibt das Ziel der städtebaulichen Entwicklung des Deutzer Hafens: die Schaffung eines lebendigen, bunten und urbanen Stadtviertels zum Wohnen und Arbeiten mit vielfältigen Nachbarschaften und attraktiven Freiräumen. Es sollen vielfältige Wohnformen angeboten werden - öffentlich gefördert, frei finanziert, Eigentum, Miete, Baugruppen und Genossenschaften.

Gleichzeitig soll das Quartier eine attraktive und breite Mischung an Dienstleistungs- und Büronutzungen, Handel, Nahversorgung, Gastronomie, Freizeit- und Kulturnutzung sowie sozialer Infrastruktur bieten. Der Integrierte Plan behandelt ebenso technische Themen wie den Umgang mit Hochwasser, Lärm und Altlasten.

Mit dem Ratsbeschluss einher geht der Auftrag, den Integrierten Plan umzusetzen und die dazu notwendigen Verfahren in die Wege zu leiten. Das sind zum einen weitere Qualifizierungs- und Wettbewerbsverfahren für beispielsweise Freiraum, Architektur und Brückenbauwerke und zum anderen die Bauleitplanung, zu der die vorbereitende sowie die verbindliche Bauleitplanung gehört.

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