Themenschwerpunkte

© Thomas Wolf
Kran im Deutzer Hafen

Für die Entwicklung des Deutzer Hafens sind fünf Themen von besonderer Bedeutung:

öffentlich und privat - Lage, Anbindung, Freiräume

Früher lagen die Häfen und Produktionsstätten möglichst isoliert – weil von dort Lärm und Gestank ausging. Mit der veränderten Ausgangslage ergeben sich heute Vernetzungsmöglichkeiten und die Gebiete können für die Umgebung geöffnet und zu neuen "Trittsteinen" in der Stadtlandschaft werden. Umgekehrt ist es für die neuen Wohn- und Arbeitsorte förderlich, an bestehende Strukturen im Umfeld angebunden zu sein und dortige Infrastrukturangebote mit zu nutzen.
Dem Deutzer Hafen kommt als neue Entwicklungsfläche im innerstädtischen Bereich zwischen Deutz und Poll in diesem Sinne eine wichtige Aufgabe zu. Die Freiraumentwicklung ist dabei unter besonderer Berücksichtigung des Hochwasserschutzes für die anstehende Umnutzung des Deutzer Hafens von strategischer städtebaulicher Bedeutung – sowohl innerhalb des Entwicklungsgebietes als auch für die übergeordnete Freiflächenvernetzung.

sicher und geschützt - Hochwasser und Lärm

Fluss und Lage am Wasser schaffen räumliche Qualitäten, die einen starken Kontrast zur Dichte der Innenstadt bilden und damit die Vielfalt und Attraktivität der Stadt erhöhen. Durch die integrierte Betrachtung der Themen Hochwasserschutz, Ökologie und Freiraumnutzung bieten sich große Potentiale für die Entwicklung attraktiver Stadtbausteine am Wasser.
Gleichzeitig stellen starke Lärmimmissionen eine große Herausforderung für die Ausbildung von gemischten Stadtquartieren mit einem hohen Anteil von Wohnnutzung dar. Die Themen Nutzungsverteilung und Baustruktur müssen intensiv bearbeitet werden.

vernetzt und verträglich - Mobilität, Verkehr, Nachhaltigkeit

Zukunftsfähige Mobilität basiert auf integrierten Verkehrskonzepten, die ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen verschiedenen Verkehrsträgern anstreben. Als lebenswerte und klimafreundliche Stadt bekennt sich Köln zu einer menschengerechten und umweltverträglichen Mobilität.
Das neue Quartier soll verkehrlich möglichst gut vernetzt und an die angrenzenden Viertel und Freiräume angebunden werden. Auch durch eine verbesserte Erschließung soll die "Insellage", die das Gebiet heute kennzeichnet, aufgebrochen werden. Die Trennwirkung der übergeordneten Verkehrstrassen soll überwunden und das Quartier allgemein für Fußgänger sowie Radfahrer gut erreichbar sein.

dicht und gemischt - Wohnen, Dienstleistung, Gewerbe, Kultur, Bildung

Nutzungsmischung als ein kennzeichnendes Merkmal der Europäischen Stadt ist das zentrale Postulat vieler städtischer Entwicklungsbestrebungen der letzten Jahrzehnte. Die gemischte "Stadt der kurzen Wege" ist Grundlage eines nachhaltigen Städtebaus und soll auch im Deutzer Hafen zum Tragen kommen.
Die Diskussion um Mischung ist mit der Frage der Dichte meist unmittelbar verwoben. Denn eine "gute Mischung" braucht Nähe und Distanz zugleich.
Der Deutzer Hafen soll sich von einer reinen Gewerbenutzung hin zu einem lebendigen gemischten Quartier mit hohem Wohnanteil entwickeln. Neben zahlreichen Wohnungen werden Büroflächen und soziale Infrastrukturen sowie Einzelhandelsflächen für den täglichen Bedarf im Quartier entstehen.

vielfältig und bunt -Wohnformen, Typologien, Trägerschaften

Köln wächst - in erster Linie durch Zuwanderung und hier vor allem durch den Zuzug von jungen Menschen. Das hat Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Parallel zu einer Ausdifferenzierung der Lebenswelten hat sich in den letzten Jahren auch in den Wohnformen eine neue Vielfalt entwickelt, um auf die neuen Bedarfe zu reagieren.
Im Deutzer Hafen soll künftig ein vielfältiges Angebot unterschiedlicher Wohnungsangebote entstehen, das alle Bevölkerungsschichten anspricht. Hier sollen innovative Wohnprojekte umgesetzt werden, die veränderten Lebensmodellen und zeitgemäßen Bewohnerbedürfnissen entsprechen.