Kölns Stadtmitte ist Kristallisationspunkt einer über 2.000-jährigen Geschichte. Im historischen Zentrum werden Straßen, Plätze und Gebäude neu gestaltet, um Zeitzeugnisse und kulturelle Schätze in hellem Licht zu präsentieren.

Kristallisationspunkt der Stadtgeschichte

Die Stadt Köln wertet den öffentlichen Raum in den zentralen Lagen auf und investiert erhebliche Mittel in den Um- und Neubau von Museen, um ihre einzigartigen Kulturschätze in einem attraktiven Umfeld zu präsentieren und auf besondere Weise erlebbar zu machen.

Kirchen und Profanbauten von teils internationaler Bedeutung, Dom, Rathaus und Gürzenich, wichtige Kulturbausteine wie Philharmonie, Oper und Schauspiel, Museen mit herausragenden Sammlungen, Wohnquartiere, Büro- und Einzelhandelsstandorte – sie bilden in der Summe das historische, kulturelle und politische Zentrum der Stadt, in dem sich eine über 2.000-jährige Geschichte spiegelt und das jährlich viele Millionen Menschen aus dem In- und Ausland anzieht. Besondere Magnetkraft entfaltet dabei der Dom, Weltkulturerbe und Deutschlands meistbesuchtes Bauwerk, dessen unmittelbares Umfeld umfassend erneuert wird.

Auf der Ostseite der Kathedrale wurden bereits klare und übersichtliche städtebauliche Strukturen geschaffen. Durch den teilweisen Rückbau der Domplattform sind großzügige Öffnungen für Licht und Luft im östlichen Umfeld des Sakralbaus entstanden, wo auch der Dionysosbrunnen neu in Szene gesetzt wurde. Im Südosten hat sich der Kurt-Hackenberg-Platz zu einer Art Stadtgarten verwandelt. Auf der Südseite könnte anstelle von zwei sanierungsbedürftigen Häusern ein anspruchsvoller Neubau entstehen, der Teile des Römisch-Germanischen Museums, das Stadtmuseum sowie Räumlichkeiten der Kurie unter einem Dach vereint.

Von der gotischen Kathedrale im Norden bis zur romanischen Kirche St. Maria im Kapitol im Süden erstreckt sich die Via Culturalis, ein Kulturpfad voll von Spuren der Geschichte, dessen Konturen geschärft werden. Die knapp 800 Meter lange Wegstrecke führt vorbei an bedeutsamen Kulturbauten und -denkmälern. Dazu gehören das Römisch-Germanische Museum, das saniert und umgebaut wird, das Wallraf-Richartz-Museum, dessen geplanter Erweiterungsbau die Sammlung Corboud mit ihren Meisterwerken des Impressionismus aufnehmen wird, und die Archäologische Zone, über deren steinernen Zeugnissen der Stadthistorie ein weiterer neuer Museumsbau entsteht.

Zahlreiche Privatinvestitionen in Gewerbe- und Handelsimmobilien, unter anderem am Breslauer Platz, entlang der Via Culturalis sowie an den Einkaufsmeilen Hohe Straße und Schildergasse, ergänzen den städtischen Kraftakt zur Attraktivierung der Kölner Innenstadt.

Rund um den Breslauer Platz

Der betriebsame Platz auf der Nordseite des Hauptbahnhofs wird städtebaulich neu geordnet und durch eine Reihe von Neubauten aufgewertet. Beim Umbau des Domizils der Reichsbahn zur "Neuen Direktion" ist eine Verbindung von historischer Bausubstanz mit junger Architektur gelungen. Und mit dem Coeur Cologne prägt auf der Nordseite des Platzes ein neues, modernes Büro- und Geschäftszentrum den Eingang zum Kunibertsviertel.

Ein weiterer Neubau auf dem Areal des heutigen Musical Domes soll später die Ostseite des Platzes einfassen und als Scharnier zur Rheinuferpromenade dienen. Eine wichtige Fußgängerverbindung zwischen dem Platz und dem Umfeld der Kathedrale stellt der Tunnel Johannisstraße dar. Mit einer ansprechenden Gestaltung soll diese Passage eine Qualität erhalten, die sowohl ihrer Funktion als Tor zum Domareal und Altstadt als auch den Anforderungen der Bahnhofsumgebung gerecht wird.

Bebauung am Breslauer Platz - Ergebnis des kooperativen Werkstattverfahrens

Kurt-Hackenberg-Platz

Der Kurt-Hackenberg-Platz wurde in der Tradition der Kölner Schmuckplätze umgestaltet und hat sich in einen grünen Freiraum mit individuellem Charakter und hoher Aufenthaltsqualität verwandelt. Das zentrale Element bildet, in Erinnerung an den einstigen Bischofsgarten in unmittelbarer Nachbarschaft, ein etwa 500 Quadratmeter großer, gekiester "urbaner Garten", der den Platz in drei Bereiche gliedert.

Dieser "Garten" mit seinen langen Bankelementen lädt zum Flanieren, Sitzen und Entspannen unter einem aufgelockerten Baumdach ein. Die Bäume verdichten sich entlang der Straße und verbinden die beiden Platzhälften optisch miteinander. Die Hauptwegebeziehung für Fußgänger in die Altstadt führt über den Platz und erfährt mit der Neugestaltung eine deutliche Aufwertung und Orientierung.

Rund um den Dom

Durch den Rückbau eines Straßentunnels, die Neuordnung des Straßenraums und die Umgestaltung des Domsockels wurde der Stadtraum auf der Ostseite der Kathedrale heller und freundlicher gestaltet. Im neuen Sockelbauwerk unterhalb des Doms wird das älteste frühchristliche Taufbecken nördlich der Alpen, das Baptisterium, endlich angemessen präsentiert. Die Dombauhütte hat dort zudem neue Ausstellungsräume bezogen.

Die Neugestaltung des Domumfelds wird Zug um Zug fortgesetzt, als Nächstes auf der Nordseite, wo auch die sich anschließende Komödienstraße ansprechender gestaltet werden soll. Ambitionierte Hochbauprojekte in unmittelbarer Nachbarschaft können darüber hinaus zu einer behutsamen Neudefinition des Raums rund um die Kathedrale beitragen, etwa die Historische Mitte und der Umbau des Dom-Hotels, das durch einen verglasten Dachaufbau ergänzt wird. Zudem soll das Areal des ehemaligen WDR-Karrees auf der Südseite des Doms nach einem weitreichenden Rückbau eine anspruchsvolle Neugestaltung erfahren.

Museumsmeile

Kölns Museumslandschaft wird reicher: Das Römisch-Germanische Museum (RGM) wird grundsaniert und umgebaut. Und anstelle des RGM-Verwaltungsgebäudes sowie des Kurienhauses der Hohen Domkirche könnte auf der Südseite des Roncalliplatzes die "Historische Mitte", ein Neubau für beide Institutionen unter Hinzunahme des Stadtmuseums, entstehen. Zurzeit werden auf Basis des Siegerentwurfs eines Hochbauwettbewerbs Entwurfsplanung und Kostenberechnung erstellt, bevor der Stadtrat über den Baubeschluss berät.

Wenige Schritte entfernt entstehen am Rathaus zwei weitere museale Einrichtungen: der Erweiterungsbau für das Wallraf-Richartz-Museum, der die Sammlung Corboud aufnimmt, sowie der Museumsbau MiQua über der Archäologischen Zone, in dem am authentischen Ort zwei Jahrtausende Stadtgeschichte erlebbar werden.

Zentrale Lagen

Rund um den Stadtraum der Via Culturalis ergänzen privatwirtschaftliche Investitionen das städtische Engagement. So ist zum Beispiel im nördlichen Abschnitt des Weges zwischen Dom und St. Maria im Kapitol eine Neuordnung des einst vom WDR genutzten Areals vorgesehen. In der Typologie eines klassischen Geschäftshauses entstand gerade als Ergebnis eines Wettbewerbsverfahrens ein weiterer Neubau in exponierter Ecklage von Hohe Straße und Schildergasse.

Als eines der ersten Projekte zur Freiraumgestaltung der Via Culturalis soll die Gürzenichstraße neugestaltet werden. Gebäude und Plätze werden in ein charakteristisches "Belagspassepartout" aus Grauwacke eingebunden, das auf der Materialität der Altstadt aufbaut.

Donwloadservice

Broschüre "In der Stadtmitte"
PDF, 2391 kb